Pläne von Staatsministerin Schenderlein:Sportfördergesetz: Neustart für den deutschen Spitzensport?
von Bastian Grieble
Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein erläutert die Inhalte des geplanten Sportfördergesetzes. Unter anderem soll eine Spitzensportagentur gegründet werden.
Christiane Schenderlein hat über den Zeitplan und die Inhalte des Sportfördergesetzes gesprochen. Außerdem hat sich die Staatsministerin zur deutschen Olympia-Bewerbung geäußert.
27.01.2026 | 24:17 minChristiane Schenderlein hat klare Vorstellungen, wie sie den Spitzensport in Deutschland auf Vordermann bringen möchte. Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt sieht die Struktur in Großbritannien als Vorbild dafür, wie Deutschland bei Olympischen Spielen wieder erfolgreicher abschneiden soll.
Die Ziele des Sportfördergesetzes erläutert Schenderlein folgendermaßen: "Mit dem Sportfördergesetz wollen wir die Spitzensportagentur gründen und bei den Olympischen Sommerspielen wieder besser werden, aber auch stark bleiben bei den Olympischen Winterspielen und World Games, also nicht-olympischem Sport, und die Spitzensportagentur soll die Förderung übernehmen."
Mit dem Sportfördergesetz wollen wir die Spitzensportagentur gründen und bei den Olympischen Sommerspielen wieder besser werden.
Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt
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Bis diese Vorhaben umgesetzt werden können, wird es allerdings noch eine Weile dauern. "Aktuell liegt der Referentenentwurf vor, und wir sind im Austausch mit den Personen und den Sportakteuren, die Stellungnahmen geschrieben haben, und planen, bald mit dem Gesetz ins Kabinett zu gehen", erklärt die Staatsministerin.
"Man braucht Zeit, es wird nicht von heute auf morgen alles anders sein", sagt Schenderlein mit Blick auf die Veränderungen, die durch das Sportfördergesetz angestoßen werden sollen. Dennoch lässt sich in den Aussagen der Staatsministerin ein Zeitplan erkennen.
Wenn wir uns mal anschauen, wie es andere Länder gemacht haben, Großbritannien zum Beispiel, die haben es innerhalb von zehn Jahren geschafft, von einer Top-Zehn-Nation zu den Top-Drei-Nationen zu gehören.
Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt
Diesen Sprung nach oben im Medaillenspiegel hat Großbritannien laut Schenderlein vor allem erreicht, weil sie an den richtigen Stellschrauben gedreht haben. "Sie haben auch eine Sportagentur gegründet und deshalb haben wir geschaut, was die Schlüsselpositionen sind." Daher soll sich die Spitzensportagentur in Deutschland nach britischem Vorbild durch Unabhängigkeit und eine klare Entscheidungsstruktur auszeichnen.
Nordrhein-Westfalen bewirbt sich für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Mit einem Bürgerentscheid versucht die Region, Punkte zu sammeln, um den deutschen Vorentscheid zu gewinnen.
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"Wir haben einen starken Vorstand, dort wird vor allen Dingen die Planung und Entscheidung laufen. Dieser Vorstand wird durch ein Auswahlgremium geschaffen werden", erklärt Schenderlein. Dazu gibt es den Stiftungsrat, dessen Aufgaben mit denen eines Aufsichtsrates vergleichbar seien und ein Kontrollgremium darstelle. Diese Positionen sollen durch Mitglieder des Bundestages besetzt werden.
Es sei notwendig, Vertreter aus dem Bundeskanzleramt, den Ländern und auch dem DOSB an Bord zu haben. Laut Schenderlein ist die Stimme des DOSB "von besonderer Bedeutung", dennoch hat er aber lediglich eine Aufsichtsfunktion und keine Entscheidungsgewalt im Sinne der Sportfachlichkeit.
Neue Struktur um "Blockadesituation" zu verhindern
"Für den Vorstand ist es von zentraler Bedeutung, eine gute Arbeitsatmosphäre, aber auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Sportfachbeirat zu schaffen, weil dort diese Expertise ist", erklärt Schenderlein und ergänzt: "Das heißt, er ist gut beraten, sich eng mit dem Sportfachbeirat abzustimmen." Warum der Sportfachbeirat keine echte Entscheidungsrolle haben soll, erläutert die Staatsministerin so: "Wenn beide Gremien eine Entscheidungsbefugnis haben, könnte eine Blockadesituation entstehen, und dann würde wieder gar nichts mehr vorwärtsgehen in unserem Land."
Wenn beide Gremien eine Entscheidungsbefugnis haben, könnte eine Blockadesituation entstehen und dann würde wieder gar nichts mehr vorwärtsgehen in unserem Land.
Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt
Außerdem fügt sie bekräftigend hinzu: "Deshalb ist es eine neue Struktur. Aber der Vorstand muss auch an manchen Stellen ganz genau auf den Sportfachbeirat und auch auf das Votum hören, auch wenn er nicht daran gebunden ist."
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