Letzter Tag der Reit-WM in Aachen:Deutsche Springreiter verpassen Medaille im Einzelspringen
Zum Abschluss der Reit-WM in Aachen sind die deutschen Springreiter an einer Medaille vorbeigeritten. Der Schweizer Guerdat wird Weltmeister.
Ritt an einer WM-Medaille im Einzelspringen vorbei: Daniel Deusser.
Quelle: Eibner-PressefotoIn einem furiosen Finale haben die deutschen Springreiter bei der Einzel-Entscheidung die Medaillenplätze verpasst. Ausgerechnet beim Abschluss der Reit-Weltmeisterschaften in Aachen patzten die drei Paare vor 40.000 hoffnungsfrohen Zuschauern. Zwei Tage nach dem Mannschafts-Gold gab es im Einzel nur Blech: Platz sechs für Daniel Deußer war die beste Platzierung beim WM-Sieg von Steve Guerdat.
"Das Glück, das wir an den ersten Tagen hatten, das hatten wir heute nicht", sagte Marcus Ehning. Der Frust war den deutschen Springreitern anzusehen, als der Schweizer Guerdat mit Dynamix vor dem Belgier Thibeau Spits mit Impress Gold gewann. "Das ist natürlich ein bisschen enttäuschend", sagte Deußer.
Zu viele Fehler im Einzel
Deußer mit Otello, Ehning mit Coolio und Sophie Hinners mit Singclair waren in den drei vorherigen Runden ohne Abwurf geblieben. Doch bei den beiden finalen Umläufen fielen die Stangen. Immer weiter rutschten die Mannschafts-Weltmeister im Einzel-Ranking nach unten.
Das erste Mannschafts-WM-Gold seit 16 Jahren: Die deutsche Springreit-Equipe setzt sich in Aachen im Teamwettbewerb souverän durch und holt den Titel.
22.08.2026 | 0:45 minTrotz der Enttäuschung am letzten Tag der zweiwöchigen WM war die deutsche Bilanz in den drei olympischen Disziplinen beeindruckend. Schon vor dem Finale hatte es drei goldene, eine silberne und zwei bronzene Medaillen gegeben. "Wir wollten hier unser Sommermärchen im Pferdesport schreiben", sagte Dennis Peiler, Chef des deutschen Reit-Verbandes: "Und das Fazit ist, dass das geglückt ist."
Deußer verliert die Führung
Deußer war mit drei fehlerfreien Runden zunächst auf Platz eins der Einzelwertung gestürmt. So startete er gleichauf mit Guerdat und Dynamix in die beiden Final-Runden.
Doch Deußer kassierte mit seinem Pferd Otello vier Strafpunkte und fiel vom ersten auf den vierten Platz. Vom Gejagten wurde der 45 Jahre alte Profi zum Verfolger - und patzte auch in der zweiten Runde. Statt einer Medaille gab es nur Rang sechs.
Weltklassesport und Volksfeststimmung: Beim CHIO im Achener Soers treffen Reitstars, Prominente und Fans aufeinander. Die Weltmeisterschaften sorgen für ein besonderes Flair.
19.08.2026 | 3:00 minPech hatte Marcus Ehning. Von Platz vier aus startete der Routinier mit Coolio ins Rennen um die Einzelmedaillen, doch das Pferd verlor ein Hufeisen. Eine Planke wurde dem Paar zum Verhängnis, das vor der letzten Runde auf Platz sechs zurückfiel. In der zweiten Runde kassierte der älteste Reiter des deutschen Teams erneut vier Strafpunkte, rutschte dadurch auf den siebten Platz.
Hinners Fehler passiert am letzten Sprung
Als Fünfte startete Sophie Hinners mit Singclair ins Einzel-Finale, weil sie bei der zweiten Runde des Nationenpreises am Freitagabend einen kleinen Tick zu langsam geritten war und dafür einen Strafpunkt kassiert hatte. Andernfalls wäre Hinners, die in den drei vorherigen Runden mit ihrem Wallach keinen Abwurf hatte, als Führende eingeritten.
Aber auch Hinners kassierte mit Singclair im ersten Umlauf am Sonntag vier Strafpunkte. Ausgerechnet am letzten Sprung passierte es, von Rang fünf fiel die 28 Jahre alte Reiterin zunächst auf Rang sieben. In der finalen Runde ritt Hinners kam es noch schlimmer. Hinners kassierte neun Strafpunkte, rutschte im Endklassement auf Platz neun.