Argentinier nach 2:1-Sieg gegen England im WM-Finale

Weltmeister schlägt England 2:1:Messi und seine unkaputtbaren Argentinier ziehen ins Finale

von Heiko Oldörp

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Der Titelverteidiger hat die Chance zur Titelverteidigung. Argentinien steht nach einem 2:1-Sieg gegen England im WM-Endspiel. Messis Karriere bekommt einen weiteren Höhepunkt.

Der englische Nationalspieler Harry Kane liefert sich mit seinem argentinischen Kontrahenten Leandro Paredes ein Kopfbalduell

Das Duell zwischen England und Argentinien war schon vor Anpfiff emotional aufgeladen. Die Partie gipfelte in einer verrückten Schlussphase.

15.07.2026 | 9:57 min

Langweilig können sie anscheinend nicht. Langweilig wollen sie vielleicht auch gar nicht. Einfach mal ein Spiel ganz normal gewinnen? Ganz unspektakulär? Unmöglich für diese Argentinier. Sie brauchen Drama, knisternde Spannung und Blutgeschmack im Mund.

"Das ist unglaublich", meinte ein überglücklicher Lautaro Martinez, der am Mittwoch mit seinem Kopfball den 2:1-Siegtreffer im Halbfinale von Atlanta gegen England erzielte und somit ein weiteres Comeback des Weltmeisters krönte.

Wir haben alles gegeben, späte Tore erzielt und stehen nun wieder im WM-Finale.

Lautaro Martinez, Stürmer

Große Chancen, aber keine Tore

Bis zur 85. Minute hatte Argentinien 0:1 zurückgelegen. Die Südamerikaner drückten und drängten auf den Ausgleich. Doch sie konnten den Ball einfach nicht im englischen Tor unterbringen.

Nicht in der 69. Minute, als Jordan Pickford spektakulär einen Kopfball von Nicolas Gonzalez noch von der Linie kratzte. Und auch nicht in der 75. Minute, als Englands Schlussmann chancenlos war, der Kopfball von Alexis MacAllister aber an den linken Pfosten klatschte.

Dirigent und Dramaturg Messi legt los

Ja, sie hatten eine schwache erste Halbzeit gespielt, diese Argentinier. Und ja, sie waren in der 55. Minute verdient in Rückstand geraten, als Rechtsverteidiger Nahuel Molina bei einer Hereingabe einen Tick langsamer war als Anthony Gordon, so dass der Stürmer zum 1:0 einschieben konnte.

Aber anschließend übernahm der Weltmeister das Geschehen, allen voran in Person von Lionel Messi. Argentiniens Regisseur und Dramaturg, der Mann, der so großen Anteil an so vielen, großartigen Darbietungen dieser Albiceleste hatte, legte los.

Schaltgespräch zwischen der Moderatorin Dunja Hayali und den Korrespondenten Yacin Hehrlein in London und Moritz Neuß in Buenos Aires

"Schon hart, wie dieser Raum hier in sich zusammensackte", sagt ZDF-Reporter Yacin Hehrlein in London - während unser Reporter in Buenos Aires die Party schon zu spüren bekommt.

15.07.2026 | 2:30 min

Hoch verdienter Ausgleich nach 85 Minuten

Messi dribbelte, Messi passte, Messi legte auf, er rannte und rackerte, immer wieder, unermüdlich. Es war dem 39-Jährigen anzumerken, wie sehr er noch einmal ins WM-Finale wollte, das dritte seiner Karriere. Auch seine Mitspieler gaben alles. Doch würde ihr Dauerdruck noch belohnt werden? Oder sollten sich die komplett auf Defensive fokussierten Engländer irgendwie ins Endspiel retten?

Die Antwort gab’s in der 85. Minute. Messi passte nach einer kurz ausgeführten Ecke zu Enzo Fernandez, der viel Platz hatte und aus 20 Metern gefühlvoll zum 1:1 traf. Da waren sie wieder, diese unkaputtbaren Argentinier.

Keine überzeugenden Ko-Rundenspiele bislang

In keinem ihrer vorangegangenen drei K.o.-Runden-Spiele hatten sie überzeugt. Nicht beim 3:2 nach Verlängerung gegen Winzling Kapverde. Nicht beim 3:2 im Achtelfinale gegen Ägypten, als sie bis zur 79. Minute noch 0:2 hinten lagen. Und auch der 3:1-Erfolg nach Verlängerung im Viertelfinale gegen die Schweiz hinterließ viele Fragen.

Aber trotzdem standen Messi und Co. im Halbfinale. Und sie waren hier erneut auferstanden, hatten sich abermals zurückgekämpft in diese Partie. Aber die Partie war noch nicht zu Ende.

Der argentinische Nationalspieler Lautaro Martinez läuft jubelnd

Mit seinem späten Tor hat Lautaro Martinez Argentinien ins WM-Finale geschossen. Bei den Südamerikanern brachen danach alle Dämme.

15.07.2026 | 0:10 min

Argentinien stürzt sich auf Blut im Wasser

In der 92. Minute schoss MacAllister erneut an den Pfosten - diesmal an den rechten. Von dort kam der Ball zu Messi, der ihn sich von seinem außerirdischen linken auf den nicht ganz so grandiosen rechten Fuß legte und eine gefühlvolle Flanke vor das Englische Tor brachte. Der eingewechselte Lautaro Martinez beendete den Spielzug mit einem Kopfball aus Nahdistanz zum 2:1.

Diese Mannschaft spielt am besten, wenn sie mit dem Rücken zur Wand steht. Es war Blut im Wasser und wir haben uns darauf gestürzt.

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