Spielabbruch "light" bei Bayern-Derby:Brutales Foul: DEL-Spiel läuft völlig aus dem Ruder
Ein brutales Foul von Nationalspieler Fabio Wagner sorgt beim DEL-Spiel zwischen Ingolstadt und München für ein vorzeitiges Ende. Die Schiedsrichter lassen die Uhr herunterlaufen.
Ein DEL-Spiel, das negativ in Erinnerung bleibt.
Plötzlich war es still in der voll besetzten Ingolstädter Arena. "Ärzte aufs Eis", rief der Stadionsprecher. Dort lag der ERC-Verteidiger Edwin Tropmann bewusstlos, die Zuschauer schwiegen in Schockstarre. Eishockey-Nationalspieler Fabio Wagner hatte den 20-Jährigen mit einem brutalen Check gegen den Kopf niedergestreckt.
Minutenlang musste Tropmann behandelt werden, ehe er auf der Trage aus dem Stadion gebracht wurde - direkt ins Krankenhaus. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, griffen die Schiedsrichter Christopher Schadewaldt und Marian Rohatsch zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Die Uhr lief knapp 100 Sekunden bis zum Ende runter, allerdings ohne Aktionen auf dem Eis.
Im DEL-Viertelfinale konnte nun der EHC München durch einen 5:2 Sieg gegen ERC Ingolstadt mit 2:1 in Führung der Best-of-Seven-Serie gehen.
30.03.2026 | 1:08 minWagner entschuldigt sich per Instagram-Video
Laut ERC erlitt Tropmann eine Kopf- und Nackenverletzung und bleibt für weitere Untersuchungen im Krankenhaus. Noch in der Nacht meldete er sich auf Instagram und bedankte sich für die "vielen lieben Genesungswünsche".
Per Instagram-Video entschuldigte sich Wagner. Es tue ihm "aufrichtig leid", es sei "ein Fehler von mir" gewesen, er trage "die volle Verantwortung für mein Handeln", sagte der Verteidiger und wünschte Tropmann "gute Besserung".
175 Strafminuten: 125 davon gegen München
Das vierte Playoff-Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga zwischen Ingolstadt und München war völlig aus dem Ruder gelaufen.175 Strafminuten hatten die Referees insgesamt verhängt, 125 alleine gegen München, Wagner war der dritte Red-Bull-Spieler, der mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe in die Kabine musste. Pressekonferenz und Interviews wurden abgesagt.
Tropmann sei erst im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein gekommen, berichtete Ingolstadts Manager Tim Regan später:
Das hat mit Eishockey nichts zu tun. Das schadet unserem Produkt und der Gesundheit der Spieler.
Tim Regan, Manager ERC Ingolstadt
Ingolstädter Fans blockieren Münchner Mannschaftsbus
Schon vor dem Horrorfoul hatte der Münchner Jeremy McKenna den Ingolstädter Daniel Schmölz mit dem Ellbogen am Kopf getroffen, der mit Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht weiterspielen konnte.
Die Kölner Haie stehen als erstes Team im DEL-Halbfinale. In Spiel 4 gewinnen die Haie nach Verlängerung mit 2:1 gegen Schwenningen und somit auch die Best-of-Seven-Serie mit 4:0.
01.04.2026 | 0:59 minDer Frust der Gäste, die nach drei Gegentoren in 50 Sekunden schon nach knapp elf Minuten mit 0:4 hinten gelegen hatten, schlug im Laufe des Spiels immer mehr in Aggression um. Nur unter Polizeischutz konnte der Mannschaftsbus den Parkplatz vor der Halle verlassen, nachdem Ingolstädter Fans die Ausfahrt blockiert hatten.
Schon am Donnerstag (19:30 Uhr) geht es in München weiter. In der Best-of-seven-Serie steht es 2:2. "Beide Seiten hoffen, dass es ein normales Eishockeyspiel wird", sagte Red-Bull-Sportdirektor Christian Winkler, "so normal, wie es sein kann."
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