Sicherer Schulweg: Schulwegsicherheit in der Grundschule

Verkehrserziehung für Kinder:Tipps für einen sicheren Schulweg

von Thilo Hopert
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Der Schulweg soll für Kinder sicher sein. Deutsche Verkehrswacht und Polizei geben praktische Hinweise, wie Kinder den Weg zur Schule üben können und was Eltern beachten sollten.

Vorschulkinder in gelben Westen üben den Schulweg

Das neue Schuljahr steht vor der Tür. Für Erstklässler ist das auf mehrfache Weise herausfordernd, etwa auf dem Schulweg. In der Kita wird deshalb der Weg zur Schule trainiert.

11.08.2025 | 2:31 min

Der Schulanfang ist für alle Kinder eine aufregende Zeit. Für Erstklässler kommt hinzu, dass sie das erste Mal den Weg zur Schule zurücklegen müssen. Für sie stehe dabei eine Sache ganz am Anfang, sagt Josef Weiß, Experte für schulische Verkehrserziehung der Deutschen Verkehrswacht: "Üben, üben, üben." Denn: Kinder können Erfahrungen noch nicht von einer auf die andere Situation übertragen, daher "muss jede Situation konkret trainiert werden", so Weiß.

Verkehrserziehung in der Grundschule

Auf sogenannten Schulwegplänen sind gefährliche Passagen auf dem Weg zur Schule verzeichnet. Polizist Torben Abel ist Kontaktbeamter für mehrere Kindertagesstätten und drei Grundschulen in Hannover und entwickelt gemeinsam mit den Schulen die Pläne. Diese zeigen zum Beispiel Ampelübergänge oder auch Parkzonen für Elterntaxis. Eltern können den Schulweg mit ihren Kindern dann entsprechend planen und den sichersten Weg üben.

Eltern sollten gefährliche Abschnitte auf dem Schulweg ihrer Kinder, etwa eine neu errichtete Baustelle, an den Kontaktbeamten der Polizei melden. Ist der nicht bekannt, ist das Sekretariat der Schule der richtige Ansprechpartner. Wenn eine Meldung reinkomme, kümmere sich die Polizei sofort und spriche mit der zuständigen Behörde, um so schnell wie möglich eine Lösung zu schaffen, erklärt Polizist und Kontaktbeamter Torben Abel.


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Verkehrsgefahren aus Kinderperspektive

Kinder stehen im Verkehr noch einem weiteren Problem gegenüber: Durch ihre Größe werden sie leicht übersehen, etwa hinter parkenden Autos. Doch auch die Kinder selbst würden in solchen Situationen vieles übersehen, da sie nicht die Möglichkeit haben, über die Autos zu gucken, sagt Josef Weiß. Ein Tipp des Verkehrsexperten:

Eltern sollten knieend auf die gleiche Größe wie ihre Kinder gehen, um zu sehen, was diese überhaupt sehen können.

Josef Weiß, Deutsche Verkehrswacht

Zudem helfe es, wenn Eltern sich einfach mal von ihrem Kind führen lassen, sagt Weiß. Das Kind kann dann erklären, welche Situation es als besonders schwierig empfindet.

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Elterntaxis: Gefahr für den sicheren Schulweg

Eine weitere Gefahrensituation sind Elterntaxis. Dadurch entstehe der meiste Verkehr vor Schulen, sagt Josef Weiß. Und so entstehen zusätzliche Gefahren für andere Kinder. Schulen setzen sich häufig dafür ein, dass Eltern ihre Kinder möglichst nicht zur Schule fahren. Dies hat neben dem Vermeiden von frühmorgendlichem Chaos auch den Grund, dass Kinder lernen müssen, im Verkehr zurechtzukommen.

Als "guter und intelligenter Kompromiss" hätten sich laut Josef Weiß Hol- und Bring-Zonen bewährt. Das sind Haltepunkte, die etwa 300 oder 400 Meter von der Schule entfernt sind.

Dies ist eine deutliche Entlastung für die Schulumgebung.

Josef Weiß, Deutsche Verkehrswacht

Seit einigen Jahren sind sie bei den Kids nicht mehr wegzudenken: die Kinderroller. Doch der Schulweg unterscheide sich laut Polizist Torben Abel stark, wenn Kinder mit einem Roller fahren. Damit seien sie einfach viel schneller unterwegs. Die Kinder könnten dann auch schneller in gefährliche Situationen kommen, sagt Abel. Der Polizist appelliert an die Eltern, ihre Kinder dafür zu sensibilisieren.


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Polizeipräsenz zum Schulanfang

Um die Verkehrssituation vor den Schulen zu entschärfen und Eltern zu sensibilisieren, zeigt die Polizei vor allem zum Schulanfang Präsenz. "In den ersten fünf Wochen machen wir eine Schulwegüberwachung, um den Kindern den Schulweg zu vereinfachen", so Polizist Torben Abel.

Wo es erforderlich scheint, könne man über die Einrichtung von Schülerlotsen nachdenken, sagt Josef Weiß von der Deutschen Verkehrswacht. Das können ältere Schülerinnen und Schüler (mindestens 13 Jahre) sein oder Eltern und Großeltern. Die Schüler bekommen eine spezielle Ausbildung von Polizei oder Verkehrswacht, Eltern und Großeltern bekommen eine grundlegende Einführung. Da Schülerlotsen ehrenamtlich arbeiten, ist das größte Problem, genügend Freiwillige zu finden. Im Einsatz seien Schülerlotsen über die Unfallkassen der Länder versichert, erklärt Weiß. Bei Interesse könnten sich Schulen an die Verkehrswacht wenden. Diese stellt auch die Ausrüstung.


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Gemeinsam zur Schule mit dem "Walking Bus"

Kinder machen auf dem Schulweg wichtige Erfahrungen, zudem stärkt der gemeinsame Weg das Sozialverhalten. Der kann zum Beispiel als "Walking Bus" (laufender Bus) organisiert werden. Dabei werden auf dem Weg zur Schule bestimmte Sammelpunkte festgelegt, an denen sich Kinder dem gehenden Bus anschließen.

Das ist laut Polizist Torben Abel wichtig, denn Kinder sollten nicht allein zur Schule gehen. "Am Anfang kann auch ein Elternteil die Kinder begleiten," so Abel. Darüber hinaus wird die Schulumgebung von motorisiertem Verkehr entlastet und das Laufen sorgt für Bewegung vor dem Unterricht.

Josef Weiß von der Deutschen Verkehrswacht gibt jedoch zu bedenken: "Im großen Pulk lernt das einzelne Kind relativ wenig. Es muss gewährleistet sein, dass die Kinder an eine verantwortungsvolle und selbstständige Verkehrsteilnahme herangeführt werden."

In der dunklen Jahreszeit sei helle und reflektierende Kleidung das A und O, sagt Torben Abel. Kinder sollten aus allen Richtungen über Reflektoren sichtbar sein. Für ihn ist zum Beispiel eine Warnweste eine gute Investition. Diese koste nicht die Welt und die Kinder seien sehr gut zu sehen. Zudem rät der Polizist dazu, in den dunklen Monaten auf den Kinderroller zu verzichten. Die Roller haben laut dem Polizisten meistens auch kein Licht.


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Dieser Artikel wurde erstmals am 14. August 2024 veröffentlicht und am 11. August 2025 aktualisiert.

Quelle: dpa-Custom Content

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