Finanzierung für Immobilien:Mit Förderprogrammen zum Wohneigentum
Wer Eigentum erwerben will und Normalverdiener ist, hat es heutzutage schwer. Doch mit den richtigen Fördermitteln muss der Traum vom Eigenheim nicht in weite Ferne rücken.
Allen und Hannah Birwe haben ein Haus gekauft. Wie haben sie einen zinsgünstigen Kredit bekommen? Wie viel Eigenkapital ist nötig und welche Tilgung ist sinnvoll?
13.01.2025 | 5:44 minNicht nur die Hauspreise und die Preise für Neubauten sind gestiegen, auch die Finanzierungskosten sind durch hohe Zinsen für die meisten Menschen - wenn sie nicht gerade geerbt haben - unerschwinglich. Wer seinen Wunschtraum nach Wohneigentum nicht aufgeben will, sollte unbedingt nachlesen, welche Unterstützungsprogramme die Bundes- und Landesregierungen oder auch manche Kommunen anbieten.
Förderdatenbank bietet umfassenden Überblick
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat mit der Förderdatenbank alle Förderprogramme, die von Bund, Ländern und der EU zur Verfügung gestellt werden, in einer Datenbank zusammengefasst. Ein Kurztext erklärt, ob Privatpersonen, Unternehmen oder Organisationen gefördert werden.
Mieten oder kaufen? Viele träumen vom Eigenheim im Grünen oder in der Stadt. Eine junge Familie überlegt: Was sind die Vor- und Nachteile und wann lohnt sich der Kauf?
16.09.2024 | 4:54 minProgramme der Bundesregierung
Mit dem Programm "Wohneigentum für Familien" können Familien oder Alleinerziehende eine selbst genutzte Wohnimmobilie neu bauen oder erwerben und erhalten dafür unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie gibt es Unterstützung durch das Programm "Jung kauft alt".
Hilfe von Städten und Gemeinden
Baugeld vom Bürgermeister für Familien in über 600 Kommunen hat das Ratgeberportal "Aktion pro Eigenheim" zusammengetragen. Unterstützung erhalten bauwillige Familien zum Beispiel für Grundstücke, den Bau oder Kauf eines Hauses beziehungsweise einer Eigentumswohnung. Zudem werden vielerorts auch Modelle angeboten, die ortsansässige Familien begünstigen.
Wohnbau- und Wohnraumförderung für Familien ausgewählter Bundesländer
In NRW richtet sich die Eigentumsförderung zum Beispiel an alleinstehende Personen, an Haushalte mit Paaren oder Familien mit Kindern mit geringem Einkommen. Bis 2027 soll die Förderung Wohnwünsche erfüllen und zur Bekämpfung der Altersarmut beitragen.
Mit dem "Hessengeld" können in Hessen Erwerber eine Förderung bis zu 10.000 Euro je Käufer (maximal 20.000 Euro bei mehreren Käufern) erhalten und zusätzlich 5.000 Euro für jedes Kind unter 18 Jahren, das mit in die Immobilie einzieht. Die Förderung wird bis zur Höhe der tatsächlich gezahlten Grunderwerbsteuer gewährt und jährlich in zehn gleichen Raten ausgezahlt.
Im Saarland wird ein "Zuhause für junge Familien" gefördert, wenn Projekte im Ortskern erworben werden. Geld gibt es, wenn bestehender oder modernisierungsbedürftiger Wohnraum (Ein- oder Zweifamilienhaus) gekauft und selbst genutzt wird.
In Hamburg wird der Erwerb von selbst genutztem Eigentum, zum Beispiel für große Familien mit drei oder mehr Kindern, speziell gefördert.
In Bayern gibt es befristete zinsverbilligte Darlehen und einen staatlichen Zuschuss vor allem für Familien mit geringem bis durchschnittlichem Einkommen, um ihnen die Finanzierung von Hausbau und Haus- oder Wohnungskauf zu erleichtern.
Man müsse dafür sorgen, dass "wir in den Ballungszentren [...] einfach mehr Wohnraum schaffen", erklärt Jonas Zdrzalek vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel.
08.08.2024 | 5:08 minEigenheim für viele unerreichbar
Wer eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus erwerben will und Normalverdiener ist, hat es heutzutage schwer. Die aktuelle Studie des Pestel-Instituts zeigt ganz klar: Das, was sich junge Menschen im Hinblick auf ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung erträumen, passt mit der Wirklichkeit nicht zusammen.
Wir sehen momentan, dass die Wohneigentumsquote runtergeht, und zwar gerade in der Generation 25 bis 40 Jahre.
Matthias Günther, Diplom-Ökonom, Pestel-Institut
Bei der Befragung geben 70 bis 90 Prozent der jungen Menschen an, später Wohneigentum besitzen zu wollen. Dabei habe das freistehende Einfamilienhaus immer noch höchste Priorität, so Matthias Günther vom Pestel-Institut. Doch die eigenen vier Wände seien für einen Haushalt mit Durchschnittseinkommen meist nicht drin. Gerade die sogenannte Nestbauer-Generation der 25- bis 45-Jährigen wohnt meist zur Miete. Und das bleibt auch so - es sei denn, es kommt eine Erbschaft dazu.
70 bis 90 Prozent der jungen Menschen würden gerne Wohneigentum erwerben - für viele unerreichbar. Was sich ändern muss, erklärt Prof. Michael Vogtländer.
13.01.2025 | 8:21 minWohneigentum: Deutschland bildet Schlusslicht in Europa
In Bezug auf Wohneigentum bildet Deutschland das Schlusslicht in Europa. Weniger als 44 Prozent der Haushalte leben in den eigenen vier Wänden. Ganz anders als in der Slowakei oder in Ungarn: Über 90 Prozent der Haushalte sind es dort. Und immerhin um die 75 Prozent in Norwegen, Italien und Spanien. In Deutschland wird klassischerweise gemietet. Kaufen ist einfach zu teuer geworden.
Bauland ist teuer, die Zinsen sind hoch, Fachkräfte nur schwer zu bekommen. Wenn neu bauen so schwierig ist - warum dann nicht Vorhandenes besser nutzen?
28.09.2023 | 29:55 minGeneration Altersarmut?
Mehr Menschen in Wohneigentum zu bringen, heißt auch, sie vor Altersarmut zu schützen. Denn, wenn die Mieten steigen - und die Rente übersteigen - werden Mietwohnungen für viele im Alter unbezahlbar. Das trifft jetzt schon die Baby-Boomer, die nicht so gut verdient haben. "Wir haben sehr viele gebrochene Erwerbsbiografien mit Arbeitslosigkeitszeiten dazwischen, mit entsprechend niedrigen Renten", so Ökonom Matthias Günther vom Pestel-Institut. Eine effektive Förderung von Wohneigentum ist also unbedingt nötig, damit aus der jetzigen "Generation Miete" nicht eine "Generation Altersarmut" wird.
Claudia Krafczyk und Susanne Pohlmann sind Redakteurinnen beim ZDF-Magazin "WISO".
Mieten oder kaufen?:Wann sich der Kauf einer Immobilie lohnt
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