Konkurrenz mit Österreich und Portugal:Wadephul: Wettbewerb um Sitz in Sicherheitsrat "kein Drama"
Bei der Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat zeichnet sich eine Zitterpartie für Deutschland ab. Im ZDF heute journal gibt sich Außenminister Wadephul zuversichtlich.
Außenminister Wadephul (CDU) spricht "angesichts der steigenden Zahl von Krisen und Konflikten“ von einem großen Bedürfnis, dass im Sicherheitsrat wieder um Lösungen gerungen wird.
02.06.2026 | 6:36 minAn diesem Mittwoch entscheidet die Generalversammlung der Vereinten Nationen, ob Deutschland einen Sitz im mächtigen UN-Sicherheitsrat bekommt. Die Abstimmung könnte zur Zitterpartie werden - denn auch Österreich und Portugal wollen in den Rat. Der Gruppe der "Westeuropäischen und anderen Staaten" stehen allerdings nur zwei freie Sitze zu.
Außenminister Johann Wadephul ist seit Freitag in New York, um für Zustimmung zu werben. Im ZDF heute journal zeigt er sich zuversichtlich.
Sehen Sie das Interview oben im Video in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Wadephul zu ...
... Deutschlands Wettbewerb mit Österreich und Portugal
Man führe keinen Wahlkampf gegen Österreich oder gegen Portugal, erklärt Wadephul. "Das sind gute befreundete Nationen aus Europa."
Wir sind nunmal in dieser Situation, dass wir hier in einem Wettbewerb sind. Und deswegen werbe ich für Deutschland.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Deutschland sei sehr engagiert im UN-System und habe etwas einzubringen als europäische Kraft. Das mache man mit guten Argumenten, so Wadephul. "Aber morgen stellen wir uns einer Abstimmung, wie das in demokratischen Prozessen halt so ist."
Deutschland steht bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat am Mittwoch eine Kampfabstimmung bevor: gegen Österreich und Portugal, die auch in den Rat wollen.
02.06.2026 | 2:50 min... der Frage, ob sich der direkte Wettkampf hätte vermeiden lassen?
"Das hätte man früher vielleicht etwas anders regeln können", meint Wadephul. "Das ist aber heute vergossene Milch."
Ich halte es auch umgekehrt für gar kein Drama, dass wir in einem vernünftigen demokratischen Wettbewerb gegeneinander antreten.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
"Das gehört in einer Demokratie dazu", ergänzt der Minister. Es gehe um positive Ziele, ein Engagement für den Weltfrieden und die Vereinten Nationen. "Dass wir uns da alle mal ins Zeug legen, ist doch eine gute Sache."
Der UN-Sicherheitsrat soll für mehr Frieden auf der Welt sorgen. Doch die Vetorechte der ständigen Mitglieder bremsen die Schlagkraft der Vereinten Nationen oft aus. Ein grafischer Überblick.
31.05.2026 | 1:23 minDeutschland habe schon etwas zu bieten, deshalb sei er zuversichtlich. "Aber die beiden anderen sind starke Konkurrenten, das muss man einräumen."
... der Bedeutung des UN-Sicherheitsrats
"Der Weltsicherheitsrat ist wichtig", betont Wadephul. Er müsse wieder "das entscheidende Gremium zur Konfliktlösung werden". "Das ist unser Friedensrat, dafür treten wir ein." Sich da zu engagieren, sei der richtige Platz für Deutschland.
Insgesamt trete Deutschland für eine Reform der Organisation ein. "Sie muss effektiver werden, sie muss schlanker werden." Man brauche einen UN-Sicherheitsrat, der die Welt des 21. Jahrhunderts repräsentiere und nicht die Welt von 1945 widerspiegele. "Daran arbeiten wir. Und deswegen begehren wir ja auch für eine Zeit später einen dauerhaften Sitz."
Deutschland, Österreich oder Portugal? Das Rennen um den Sitz im UN-Sicherheitsrat geht in die Endphase. Außenminister Wadephul hat in New York Wahlkampf gemacht.
03.05.2026 | 3:50 minDazu sei man mit Japan, Indien und Brasilien in einem Zusammenschluss. Auch Afrika müsse vertreten sein, der Globale Süden insgesamt sei unterrepräsentiert.
Da liegt eine ganze Menge Arbeit vor uns.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Das Interview führte heute journal-Moderatorin Marietta Slomka, zusammengefasst hat es Laura Ozdoba.
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