Monopolkommission: Tankrabatt "nicht vollständig" angekommen

Experten ziehen Bilanz:Monopolkommission: Tankrabatt "nicht vollständig" angekommen

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Die Monopolkommission begrüßt das Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni. Solche Eingriffe in die freie Preisbildung seien teuer und würden nur unvollständig weitergegeben.

Geld und ein Autoschlüssel

Laut Analyse der Monopolkommission sei die Weitergabe des Rabatts "regional unterschiedlich" erfolgt. (Symbolbild)

Quelle: Zoonar

Der in zwei Wochen auslaufende Tankrabatt ist nach Ansicht der Monopolkommission "zu einem großen Teil, aber nicht vollständig" bei den Verbrauchern angekommen. In einer ersten Bilanz schätzt das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung, dass von den 16,7 Cent Steuererleichterung pro Liter je nach Kraftstoff zwischen 15 und 16 Cent weitergegeben wurden.

Von den insgesamt 1,6 Milliarden Euro der Steuersenkung kommen demnach 100 bis 200 Millionen nicht bei den Verbrauchern an. Für die Auswertung verglichen die Experten der Monopolkommission die Spritpreise in Deutschland und Frankreich - sie schätzten die Lücke dabei nach eigenen Angaben konservativ, sie könnte also sogar noch größer sein.

Auch Ifo schätzt, dass Rabatt nicht vollständig weitergegeben wurde

Auch das Münchner Ifo-Institut geht von einer unvollständigen Weitergabe aus - insbesondere bei Diesel. "Ein Teil der 1,6 Milliarden Euro, die der Tankrabatt den Staat gekostet hat, ist also bei den Mineralölkonzernen gelandet", sagt Ifo-Experte Florian Neumeier.

Der Staat kann keine Preise diktieren und somit ist die Weitergabe einer solchen Maßnahme eben nicht gesichert.

Florian Neumeier, Ifo-Experte

Taeglich neue Rekorde:DIESEL Kraftstoff erreicht historischen Hoechststand am 07.04.2026 an dieser Tankstelle in Muenchen.

Die Senkung der Steuer auf Benzin und Diesel startete zum 1. Mai.

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Branchenverband widerspricht

Der Branchenverband en2x betonte dagegen: "Die Steuersenkung wird in vollem Umfang an die Kundschaft weitergegeben. Wir haben vor, während und auch nach dem Tankrabatt einen intensiven Preiswettbewerb unter den 14.000 Tankstellen in Deutschland."

Gäbe es den Tankrabatt nicht, wären Benzin und Diesel im Mai und Juni zu jedem Zeitpunkt um 17 Cent je Liter höher.

Branchenverband en2x

Auffällig an den von der Monopolkommission ermittelten Zahlen ist, dass der Rabatt je nach Region unterschiedlich weitergegeben wurde:

  • Im Nordwesten Deutschlands war der Preisrückgang demnach mit 16,7 bis 17,3 Cent am höchsten.
  • Im Osten war der Preisrückgang mit 16 bis 16,4 Cent nur knapp unter der Steuersenkung.
  • Im Süden ergab sich mit 13,3 bis 14,9 Cent eine deutlichere Lücke.
Spritpreisanzeige einer Tankstelle

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Monopolkommission spricht von "Symptom unzureichenden Wettbewerbs"

"Diese Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass der unvollständige und regional unterschiedliche Preiseffekt des Tankrabatts kein Phänomen der Tankstellenebene ist, sondern ein Symptom unzureichenden Wettbewerbs auf der vorgelagerten Marktstufe", heißt es in der Analyse. Wie viel von der Steuersenkung bei den Verbrauchern ankomme, dürfte "maßgeblich" von Raffinerien und Großhandel abhängen.

Auch hier widerspricht der en2x und betont, dass "auf jeder Ebene" in der Kraftstoffbranche Wettbewerb herrsche. "Dass wir offenbar eher aufgrund politischer Emotionen als aufgrund von Fakten unter besonderer Beobachtung stehen, nehmen wir zur Kenntnis und begegnen mit voller Transparenz. Wir stehen den zuständigen Behörden Rede und Antwort."

Ein Tankstutzen steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs.

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Monopolkommission und Ifo begrüßen Auslaufen des Tankrabatts

Insgesamt begrüßen Monopolkommission und Ifo, dass der Tankrabatt Ende des Monats ausläuft. Neben der unvollständigen Weitergabe sieht die Monopolkommission weitere Nachteile der Maßnahme: Sie sei teuer, entlaste überproportional Vielfahrende und Fahrzeuge mit hohem Verbrauch und dämpfe zudem das Preissignal, mit dem die kriegsbedingte Rohölknappheit die Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich zu einem sparsameren Verbrauch anhalten sollte.

Zudem könnte die aktuelle Einigung zwischen den USA und Iran für Entspannung am Ölmarkt sorgen. Die macht sich bereits bei den Ölpreisen und auch an den Zapfsäulen bemerkbar, wo sich die Spritpreise langsam ihren Vorkriegsniveaus nähern.

Entwicklung des Ölpreises

ZDFheute Infografik

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Spritpreise gehen nach unten

Auch die Zahlen vom Dienstagmorgen deuten auf weiter sinkende Preise hin: Um 8:45 Uhr kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 1,764 Euro - 2,1 Cent weniger als zur gleichen Zeit am Vortag. Ein Liter E10 kostete 1,826 Euro - 1,6 Cent weniger als 24 Stunden zuvor.

Die Momentaufnahme vom Dienstag ist ein Indiz für die weitere Preisentwicklung, der Tagesdurchschnitt kann aber deutlich von ihr abweichen. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel ist Sprit am Morgen und Vormittag typischerweise eher billig.

Dass die Spritpreise inzwischen wieder ihren Vorkriegsniveaus nahe kommen, liegt neben der aktuellen Abwärtstendenz aber auch am Tankrabatt. Mit seinem Ende dürfte wieder ein deutlicher Abstand zum Vorkriegsniveau entstehen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das heute journal update am 23.05.2026 ab 00:10 Uhr.

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