Entlastung an der Zapfsäule:Ifo-Studie: Wem der Tankrabatt wirklich nützt
Laut Ifo-Institut eignet sich der pauschale Tankrabatt nicht, um zielgenau Pendlern mit niedrigem Einkommen zu helfen, die es am ehesten bräuchten. Profitieren würden andere.
Nur einmal am Tag dürfen die Spritpreise steigen – ob sich die Tankstellen wirklich daran halten, ist fraglich. Der Tankrabatt hingegen wird weitergegeben, zumindest größtenteils.
23.05.2026 | 1:45 minDie Mineralölkonzerne geben den von der schwarz-roten Koalition eingeführten Tankrabatt nach Berechnung des Ifo-Instituts zum großen Teil an die Autofahrer weiter. Ein Teil der vom Bund eingesetzten rund 1,6 Milliarden Euro Steuermittel verbleibt jedoch bei den Konzernen, wie das Institut in München mitteilte.
Der Tankrabatt gilt seit dem 1. Mai. Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs soll noch bis Ende Juni gelten. Die Koalition hatte die Spritsteuer um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt.
Vielfahrer und Autos mit hohem Verbrauch profitieren vom Tankrabatt
"Während beim Diesel über den gesamten Mai hinweg durchschnittlich 12 Cent weitergegeben wurden, sind es beim Super E5 16 Cent und bei Super E10 15 Cent pro Liter", sagte Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft.
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Laut Auswertung profitieren vom Tankrabatt vor allem Vielfahrer und Besitzer von Autos mit hohem Verbrauch. Der pauschale Rabatt eignet sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts nicht, zielgenau Pendlern mit niedrigem Einkommen zu helfen, die die Unterstützung am ehesten bräuchten.
Ökonom gegen Verlängerung des Tankrabatts
Die niedrigeren Benzinpreise führen nach Einschätzung des Ifo-Instituts allerdings auch dazu, dass die Autofahrer trotz tatsächlicher Knappheit weniger Anreiz zum Spritsparen haben. "Die Bundesregierung sollte den Tankrabatt nicht über den Juni hinaus verlängern", empfiehlt Neumeier.
Stattdessen fordern die Ökonomen zielgenaue Maßnahmen wie eine Reform der Einkommensteuer, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten.
Die Preise an deutschen Tankstellen bleiben hoch – und die Ölkonzerne verdienen kräftig mit. Denn in Deutschland haben wenige Großkonzerne eine große Marktmacht, etwa im Bereich der Raffinerien.
14.04.2026 | 8:38 minGreenpeace: Übergewinn für Ölkonzerne
Am Freitag hatte bereits Greenpeace erklärt, dass Ölkonzerne in Deutschland im ersten Monat nach der Einführung des Tankrabatts einen Übergewinn von 702 Millionen Euro gemacht hätten. Die Branche würde weiter deutlich mehr verdienen als vor Beginn des Iran-Kriegs.
Laut Analyse der Umweltorganisation addierten sich in den Monaten März, April und Mai die zusätzlichen Gewinne am deutschen Tankstellenmarkt demnach auf 2,4 Milliarden Euro. Greenpeace warf der Bundesregierung eine "kopflose Steuerpolitik" vor.
Mit dem Tankrabatt würden Steuermilliarden zugunsten der Ölkonzerne mit der Gießkanne verteilt. "Statt unsozialer Geldverschwendung brauchen wir jetzt Maßnahmen wie ein Tempolimit, die den Ölverbrauch schnell senken, und eine Steuer gegen die Abzocke der Ölkonzerne", sagte Lena Donat von Greenpeace.
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