AfD: Treffen mit Rechtsextremist soll Konsequenzen haben

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AfD-Politikerin trifft Rechtsextremisten:Treffen mit Sellner soll Konsequenzen haben für Kotré

Nicole Diekmann

von Nicole Diekmann

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Die AfD-Politikerin Lena Kotré hat am Donnerstag den Rechtsextremisten Martin Sellner getroffen. Für Kotré könnte das Treffen nach ZDFheute-Informationen Konsequenzen haben.

Martin Sellner bei einer Debatte mit AfD-Politikerin Lena Kotré

Donnerstagabend in Brandenburg: Martin Sellner bei einer Debatte mit AfD-Politikerin Lena Kotré.

Quelle: dpa

Donnerstagabend im brandenburgischen Vetschau. Die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré (AfD) diskutiert mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner das Thema "Remigration".

Dieses Treffen könnte für Kotré nun Folgen haben. Nach ZDF-Informationen war es bereits einige Tage zuvor Thema in einer Bundesvorstandssitzung der AfD, und es wurden Überlegungen angestellt, wie damit umzugehen sei.

Jeder Kontakt zu Sellner sei "Gift" für das Ansehen der Partei, so ein Teilnehmer. Es werde in den nächsten Monaten Konsequenzen für Kotré geben. Ob bei der nächsten Wahl des brandenburgischen Fraktionsvorstandes, dem Kotré angehört, wisse man derzeit aber noch nicht. 

Nicole Diekmann

Die AfD-Politikerin Kotré hat sich mit einem Rechtsextremen getroffen. Die AfD-Spitze droht mit Konsequenzen, doch Kotré wird weiter für Ärger sorgen, sagt ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann.

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AfD-Spitze machte Kotré Auflagen

Auch Thema in der Sitzung: Die Sorge vor der Presse. Die werde wohl zahlreich bei der Veranstaltung erscheinen, hieß es. Der Schaden sei also bereits da, und man wolle ihn nicht noch größer machen.

In einem Schreiben, das dem ZDF-Hauptstadtstudio vorliegt, wurde Kotré deshalb dazu aufgefordert, "das mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung übereinstimmende Remigrationskonzept der Alternative für Deutschland (...) offensiv vorzutragen."

Ein Versuch der Schadensbegrenzung.

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Sellner: Kopf der Identitären Bewegung

Vor gut zwei Wochen hatte Kotré bekannt gemacht, den Kopf der Identitären Bewegung, Martin Sellner, zu einer Veranstaltung eingeladen zu haben. 

Sellners Name ist eng verknüpft mit dem Begriff "Remigration". Seine Definition dieses zum Kampfbegriff gewordenen Konzepts ist laut dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verfassungsfeindlich.

Aus dem Konzept werde deutlich, dass einem Teil der deutschen Staatsbürger "elementare staatsbürgerliche Rechte vorenthalten und diese (dadurch) zur Ausreise angehalten werden sollen", schreibt das Gericht in seinem Beschluss aus dem August 2025. 

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AfD-Spitze intervenierte bereits vor Wochen

Auch die AfD wirbt für Remigration, möchte sich aber in ihrer Definition anders verortet wissen als Sellner. Auf dem Boden des Grundgesetzes nämlich. 

Der AfD-Parteivorstand hatte bereits vor zwei Wochen interveniert, als die Einladung Sellners bekannt wurde. Kotré machte einen Rückzieher. Zumindest formell. Stattdessen wurde nun einfach Sellner Gastgeber der Veranstaltung in Vetschau. Zu der er unter anderem Kotré einlud - die dankend annahm. 

Zwar verwies Kotré bei dem Treffen, wie angewiesen, auf das Konzept ihrer Partei. Gleichzeitig aber stimmte sie Sellner in wesentlichen Punkten seiner Definition von Remigration zu. Distanzierung sieht anders aus. 

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Kotré traf Neonazi in der Schweiz

Es ist nicht das erste Mal, dass Lena Kotré, die vom brandenburgischen Verfassungsschutz als Rechtsextremistin geführt wird, mit Nähe zur extremen Rechten auffällt. Im Dezember 2024 musste sie ihre Teilnahme an einem Treffen mit Neonazis in der Schweiz einräumen.

Im Landtagswahlkampf 2024 verteilte sie Kubotans. Dabei handelt es sich um etwa 13 Zentimeter lange Metallstäbe, die als Schlagwaffe oder auch als Druckpunktverstärker eingesetzt werden können, um Druck- und Nervenpunkte oder Gelenke am Körper zu treffen. In Deutschland sind Kubotans nicht verboten, anderswo aber schon.

Am Wahlabend wiesen eigens von der AfD engagierte Sicherheitsleute Besucher einer Wahlparty am Eingang ab - weil diese Kubotans dabei hatten.

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Weidel: Kein Kommentar

Kotré, die nach dem Messeranschlag in Solingen 2024 gefordert hatte, ukrainische Kriegsflüchtlinge, Asylbewerber, Asylberechtigte und geduldete Flüchtlinge von öffentlichen Veranstaltungen auszuschließen, begründete die Nahkampfwaffe als Werbegeschenk gegenüber dem ZDF damit, nach ihrer Ansicht könne der Staat seine Bürger im Moment nicht ausreichend schützen, sie müssten deshalb selbst Vorsorge treffen. 

ZDFheute hat Parteichefin Alice Weidel nach dem Treffen Kotrés mit Sellner um eine Stellungnahme gebeten. Weidel will sich zu der Veranstaltung allerdings nicht äußern. 

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 23.01.2026 um 14:45 Uhr in dem Beitrag "Diekmann: Kotré wird weiter Ärger machen".

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