Koalition für zügige Reformen und gegen Extremismus

Nach Treffen im Kanzleramt:Koalition für zügige Reformen und gegen Extremismus

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Union und SPD haben ihren Koalitionsausschuss am Abend im Kanzleramt nach etwa vier Stunden beendet. Am Morgen danach beteuern sie, an den Reformen festhalten zu wollen.

Berlin, Deutschland, 07.10.2026: Bundeskanzleramt: Im Bundeskanzleramt findet am Abend der Koalitionsausschuss statt.

Die Spitzen von Union und SPD haben am Mittwochabend ihre rund vierstündigen Beratungen im Koalitionsausschuss beendet. Hauptthemen waren die Reformvorhaben und der Haushalt 2027.

08.10.2026 | 0:28 min

Nach den mehr als vierstündigen Beratungen im Koalitionsausschuss haben sich die Fraktionsspitzen von Union und SPD zu einer zügigen Umsetzung der Reformvorhaben bekannt und sich klar von jeglichem politischen Extremismus abgegrenzt.

"Wir sind uns bewusst, dass unsere Demokratie in diesen Tagen vor einer historischen Bewährungsprobe steht", heißt es in einer gemeinsamen Nachricht von Unionsfraktionschef Thorsten Frei, SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann an die Bundestagsabgeordneten, die ZDFheute vorliegt.

Wir sind fest entschlossen, unser Land nicht den Extremisten zu überlassen.

SMS der Fraktionsspitzen

SGS Stern Wiesel

Rente, Pflege und Steuern seien Themen, bei denen Union und SPD immer wieder aneinander geraten. Der "feste Wille, weiterhin zusammenzuarbeiten" sei jedoch da, so Anselm Stern.

08.10.2026 | 1:34 min

Koalition für Reformen

Die Koalition sei sich einig, dass wirtschaftliches Wachstum, sichere Arbeitsplätze und der gesellschaftliche Zusammenhalt im Zentrum des weiteren Arbeitsprogramms der Koalition stehen müssten. "Deshalb hat der Koalitionsausschuss sämtliche aktuellen Themen besprochen, um die damit verbundenen Vorhaben zügig zum Abschluss zu bringen."

Die Spitzen von Union und SPD hatten ihre Beratungen am Abend gegen 22 Uhr beendet. Hauptthemen der Sitzung waren die weitere Umsetzung der im Juli bereits beschlossenen Reformvorhaben, der Haushalt 2027, aber auch die Nachwehen der Landtagswahlen im September, aus denen die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern und die Linke in Berlin jeweils als stärkste Parteien hervorgegangen sind.

Unionsfraktionschef Frei sagte beim Verlassen des Kanzleramts zum Verlauf der Beratungen: "Gut war's." Schon am Abend war die Stimmung auch von anderer Seite als "gut" und "sehr konstruktiv" beschrieben worden.

Berlin: Gardinen und Jalousien sind in den oberen Etagen am Bundeskanzleramt erleuchtet. Hier findet der erste Koalitionsausschuss seit der Sommerpause statt. Zum ersten Mal seit den Reformbeschlüssen im Juli wollen sich die Spitzen von Union und SPD im Koalitionsausschuss treffen. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rund vier Stunden tagten Union und SPD, um einen neuen Reformskurs zu schaffen. Gemeinsame Konflikte und die Folgen der vergangenen Landtagswahl führen zu Spannungen.

08.10.2026 | 2:34 min

Erstes Treffen seit mehr als drei Monaten

Der Koalitionsausschuss ist das wichtigste Gremium des schwarz-roten Bündnisses neben dem Kabinett. Der Kanzler hatte vor dem ersten Treffen der Spitzenrunde seit mehr als drei Monaten trotz teils drastischer Verluste von Union und SPD bei den Landtagswahlen ein neues Bekenntnis zum vereinbarten Reformkurs gefordert.

Er gehe davon aus, dass der Koalitionsvertrag und das bestehende Reformpaket "unverändert die Geschäftsgrundlage für die Arbeit der Koalition" bleiben, sagte der CDU-Chef bei einer Veranstaltung des "Handelsblatts" und der "WirtschaftsWoche" in Berlin.

Koalitionsausschuss in Berlin

Der Wahlschock in Sachsen-Anhalt überschatte den Koalitionsausschuss, so ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann. Er schwäche die CDU und stärke das Misstrauen in der SPD.

07.10.2026 | 3:10 min

Wahlen belasten Klima der Koalition

Die SPD hatte nach den Landtagswahlen Änderungen an dem Paket angemahnt. Ihr geht zum Beispiel die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren gegen den Strich. Dass weitreichende inhaltliche Vereinbarungen getroffen wurden, gilt aber als unwahrscheinlich. Schon vor der Sitzung hatte es geheißen, dass man sich allenfalls auf einen Zeitplan für das weitere Vorgehen verständigen werde.

Merz hatte deutlich gemacht, dass er nicht mit einer kompletten Umsetzung der Pläne bis Weihnachten rechnet. Er hoffe aber, "dass wir das im Frühjahr nächsten Jahres in trockenen Tüchern haben".

Die Vorstände der Koalitionsfraktionen hatten sich noch Ende August bei einer Klausurtagung in Münster darauf verständigt, das ganze Paket bis Ende des Jahres durch den Bundestag zu bringen. Es enthält Regelungen für die Bereiche Rente, Pflege, Arbeitsmarkt und Steuern.

Lars Klingbeil (SPD) und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

Nach der Wahl von AfD-Politiker Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt tritt der Koalitionsausschuss in Berlin zusammen.

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Nachwehen der Wahlen belasten Koalition

Schon vor der Sitzung war angekündigt worden, dass auch die Nachwehen der Wahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin Thema sein dürften. Am Dienstag wurde in Sachsen-Anhalt erstmals ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt - in geheimer Wahl. Es gibt den Verdacht, dass er auch Stimmen aus der CDU bekommen hat. Die SPD ist deswegen in Aufruhr.

In der Union wiederum gibt es Verärgerung darüber, dass die SPD möglicherweise eine Koalition mit der Linken in Berlin bilden wird. Die Berliner Linke wird von der Union als in Teilen antisemitisch und linksextrem ansehen. Laut CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann widerspricht das dem Koalitionsvertrag, der jede Zusammenarbeit mit "verfassungsfeindlichen" und "demokratiefeindlichen" Parteien ausschließt.

Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF heute journal am 07.10.2026 ab 21:45 Uhr.

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