Bündnis aus acht Rüstungsfirmen:Nach FCAS-Aus: Alternatives Kampfjet-Projekt geplant
Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist Geschichte. Laut Verteidigungsminister Pistorius liegen aber "mehrere Optionen" auf dem Tisch. Acht Rüstungsfirmen sind beteiligt.
Deutschland und Frankreich stoppen ihr gemeinsames Kampfjet-Projekt FCAS nach Streit um Anforderungen und Führungsrollen. Künftig seien Rüstungskooperationen trotzdem möglich.
08.06.2026 | 1:58 minNach dem Aus für das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS plant ein Bündnis aus insgesamt acht Firmen die Entwicklung eines europäischen Alternativprojekts. Ein Sprecher des deutschen Rüstungskonzerns Hensoldt erklärte auf AFP-Anfrage, gemeinsam habe das Bündnis "Team Gen 6" ein Positionspapier zu FCAS und "dem verbundenen Next Generation Weapon System (NGWS) erarbeitet und dieses dem Bundesverteidigungsminister übermittelt".
Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von Airbus Defence and Space, Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr, MBDA, MTU Aero Engines sowie Rohde und Schwarz. Weitere Informationen würden die Bündnispartner "im Rahmen einer offiziellen Unterzeichnung des Positionspapiers" am Donnerstag auf der Luftfahrtmesse ILA bekanntgeben, erklärte der Sprecher. Zuerst hatte die "Financial Times" über das Vorhaben berichtet.
Neuer Kampfjet "unter deutscher Führung durch Airbus und andere Partner"?
"Das ist denkbar und ist eine der Möglichkeiten", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zu dem Plan der acht Unternehmen. Er sei seit Monaten auch mit Airbus im Gespräch.
Es gehört sich so, wenn man damit rechnet, dass ein Projekt zu Ende geht, dass man sich mit weiteren Optionen oder sich anschließenden möglichen Alternativen beschäftigt.
Boris Pistorius, Verteidigungsminister
Das FCAS-Projekt sei gescheitert, weil die französische Industrie nicht mitmachen möchte, sagt Militärexperte Christian Mölling. Es wäre das größte europäische Rüstungsprojekt gewesen.
08.06.2026 | 5:00 minPistorius sieht nach dem FCAS-Aus "mehrere Optionen". Eine davon sei, weitere F35 US-Kampfjets zu bestellen. "Die zweite Option ist, wir steigen in ein bestehendes, schon laufendes, anderes internationales Projekt ein. Oder wir machen selber eins unter deutscher Führung durch Airbus und andere Partner."
"Das sind die drei Optionen, die jetzt gerade auf dem Tisch liegen", betonte der Minister. "Möglicherweise gibt es noch eine vierte, über die ich jetzt nicht reden will."
ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese erklärt die Hintergründe zum FCAS-Aus.
08.06.2026 | 1:11 minAus für FCAS-Kampfjet nach langer Planung
Neun Jahre nach der Ankündigung des gemeinsamen Kampfjets hatten Deutschland und Frankreich am Montag nach langen Streitigkeiten das Ende des Vorhabens beschlossen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seien "zu der geteilten Einschätzung gelangt, dass die Unternehmen beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht zusammenfinden", hieß es aus deutschen Regierungskreisen.
FCAS war als Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung ab den 2040er Jahren geplant. Die Abkürzung steht für Future Combat Air System. An dem Vorhaben ist neben Deutschland und Frankreich auch Spanien beteiligt. Ein mit Tarnkappentechnik ausgestatteter Kampfjet sollte dem Projekt zufolge bei der deutschen Luftwaffe langfristig den Eurofighter Typhoon und bei den französischen Luftstreitkräften das Kampfflugzeug Rafale ablösen.
Für die französische Luftwaffe galten dabei jedoch andere Anforderungen als für die deutsche. So sollen französische Jets auch auf einem Flugzeugträger landen oder Atomwaffen tragen können. Die deutsche Luftwaffe braucht hingegen eher ein schnelles Jagdflugzeug. Zudem verzögerte ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus das Projekt seit Monaten.
Deutschland, Spanien und Frankreich wollten gemeinsam das Kampfjetsystem FCAS bauen. Doch das Projekt stockte schon länger. So berichtete das ZDF 2025.
24.09.2025 | 2:05 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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