Experte: Das bedeutet das Ende des FCAS für Europa

Deutsch-französischer Jet scheitert:Experte: Das bedeutet das Ende des FCAS für Europa

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Der Traum eines deutsch-französischen Kampfjets ist adé. Doch was bedeutet das Scheitern für die europäische Sicherheit? Politikwissenschaftler Christian Mölling ordnet es ein.

SGS Sievers Mölling

Das Projekt sei gescheitert, weil die französische Industrie nicht mitmachen möchte, sagt Militärexperte Christian Mölling. Es wäre das größte europäische Rüstungsprojekt gewesen.

08.06.2026 | 5:00 min

Ein Zukunftsprojekt, das zum Erfolg verdammt sei - so nannte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Pläne eines europäischen Kampfjets noch vor einem Jahr. Doch der Jet wird nie abheben: Deutschland und Frankreich begruben am Montag die Pläne des sogenannten FCAS-Projekts.

Doch an der Politik habe es diesmal nicht gelegen, urteilt Politikwissenschaftler Christian Mölling im ZDF heute journal. Die Industrie habe schlicht nicht mitgespielt.

Sehen Sie das Interview mit Christian Mölling oben in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen:

Kampfjet: Französische Firma sah keinen Business-Case

Für den französischen Flugzeugbauer Dassault Aviation sei der Jet kein "Business-Case" gewesen. Da Frankreich gezwungen sei, trotzdem Kampfflugzeuge der Firma zu kaufen, sei Dassault nicht auf das Kooperationsprojekt angewiesen gewesen.

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Stattdessen setze die Firma lieber auf die Unterstützung der französischen Politik beim Export, "damit die Flugzeuge zu Hause nicht teurer werden." Das französisch-deutsche Projekt sei dagegen ein vermeidbares Risiko für die Firma gewesen.

Und so scheitert das Projekt eben dieses Mal, weil die Industrie nicht mitmachen will.

Christian Mölling, Politikwissenschaftler

FCAS: Das bedeutet das Ende des Jets für Europa

Vielleicht sei ein solches Projekt in Zukunft auch ohne Dassault realisierbar - "die Frage ist, welchen Anteil der französische Staat dann noch haben kann", so Mölling. Das Scheitern des FCAS habe gezeigt, dass ein Mantra der europäischen Kooperation allein nicht reiche. In der Realität seien die Projekte deutlich schwieriger in der Umsetzung.

Christian Mölling
Quelle: DGAP

... gilt als führender Experte für europäische Verteidigung und transatlantische Sicherheit. Seit November 2025 ist er Direktor der europäischen Denkfabrik Edina, zuvor war er stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der DGAP und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement.


Der Kampfjet sei eines von mehreren Projekten gewesen, die der französische Präsident Emmanuel Macron und die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Weg gebracht hätten. "Fast alle davon sind tot", erklärt Mölling. Nur das Vorhaben eines gemeinsamen Kampfpanzers sei noch nicht beerdigt - "dem geht es auch nicht wunderbar gut."

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Experte: So geht es nach dem FCAS-Aus weiter

Und doch: Europa gingen nicht die Kampfflieger aus. Mit dem Projekt habe man sich zwar von modernen, amerikanischen Jets unabhängig machen wollen - doch der wichtigste Punkt des FCAS sei gar nicht das Flugzeug als solches gewesen. Vielmehr gehe es um die Fähigkeit, mit der Software moderner Jets zu operieren.

"Die Bedeutung der Digitalisierung nimmt in erheblichem Maße zu", so Mölling. Deutschland habe sich bereits früh darauf konzentriert und verfolge weiterhin diesen Weg. Außerdem gebe es weiterhin französische Firmen, die bereits mit deutschen Unternehmen erfolgreich zusammenarbeiten.

Europa könne sich ein Auseinanderfallen von Deutschland und Frankreich leisten, so der Experte. "Das ist jetzt nicht der Moment der Häme", mahnt Mölling. Die Nachbarländer müssten nach dem Scheitern von FCAS sehen, wie sie in Zukunft miteinander arbeiten.

Das Interview wurde von Christian Sievers geführt.

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Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF im heute journal am 08.06.2026 ab 21:45 Uhr.

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