EU-Haushalt: Deutschland und weitere Länder fordern Einsparungen

Haushalt ab 2028:Deutschland und weitere Länder fordern weniger EU-Ausgaben

|

Deutschland und fünf weitere EU-Staaten fordern harte Einsparungen im EU-Haushaltsrahmen. Er solle "um mehrere hundert Milliarden Euro reduziert werden", so Kanzler Merz.

Statements der Staats- und Regierungschefs zu EU-Finanzrahmen in Berlin

Pressekonferenz zum Treffen der "Like-Minded" Staats- und Regierungschefs in Berlin zum nächsten mehrjähringen Finanzrahmen der EU.

27.08.2026 | 19:28 min

Deutschland und fünf weitere EU-Nettozahlerstaaten fordern drastische Kürzungen bei der Finanzplanung der EU für die Jahre 2028 bis 2034.

Der bislang vorliegende Vorschlag der EU-Kommission müsse "in ausgewogener Weise um mehrere hundert Milliarden Euro reduziert werden", erklärte die Gruppe um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz traf sich im Kanzleramt mit den Regierungschefs von Dänemark, Österreich, Finnland und Schweden. Der niederländische und der schwedische Regierungschef waren per Video zugeschaltet.

Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission für eine Aufstockung von bis zu 60 Prozent seien in Zeiten der Haushaltskonsolidierung "schlicht unbezahlbar", erklärte Merz.

Merz: "Wir sind nicht geizig"

Zusammen finanzieren diese sechs Staaten nach den Worten des Kanzlers rund 40 Prozent des europäischen Haushalts. Merz betonte, dass diese Länder zudem 70 Prozent der bilateralen Hilfen von EU-Staaten für die Ukraine aufbringen.

Wir sind nicht geizig, aber solche Aufschläge, wie von der Kommission vorgeschlagen, passen einfach nicht in unsere Zeit.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

EU Haushaltsplan

Die EU-Kommission plant für die Jahre 2028 bis 2034 mehr Geld in die Rüstungsindustrie zu stecken. Dagegen regte sich nach Bekanntwerden der Pläne Widerstand.

16.07.2025 | 2:37 min

Die Gruppe forderte "Realismus und Reformen" für den mehrjährigen Finanzrahmen, der am 1. Januar 2028 in Kraft tritt.

Priorität für Verteidigung, Migration, Wettbewerbsfähigkeit

Die Prioritäten bei den Ausgaben müssten künftig in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, Wettbewerbsfähigkeit, Migration und Souveränität liegen.

Ziel sei es, die Verhandlungen nach Möglichkeit bis Ende dieses Jahres abzuschließen. Die Gruppe wolle bei den im Oktober beginnenden EU-Beratungen mit einer gemeinsamen Position auftreten.

EU-Politiker: "Merz verhält sich destruktiv"

Der EU-Haushalt ist eines der politisch sensibelsten Themen in Brüssel. Er wird für sieben Jahre festgelegt, aktuell wird über das Budget für 2028 bis 2034 verhandelt. Finanziert wird der riesige Topf überwiegend aus einem Anteil des Bruttonationaleinkommens der Mitgliedstaaten. Daneben tragen sogenannte Eigenmittel als Einnahmequelle bei, die direkt nach Brüssel fließen - etwa Zölle auf Einfuhren aus dem außereuropäischen Ausland. Ob es neue Eigenmittel geben soll und, wenn ja, wie sie aussehen wollen, ist auch Teil der Debatte unter den EU-Staaten.

Eine Gruppe von Migranten macht sich am 02.08.2026 in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika auf den Rückweg von der Kurzzeitaufnahmeeinrichtung CETI in Richtung Grenzübergang nach Marokko, begleitet von spanischen Infanteriesoldaten.

Der Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta hat zu schwerem Streit geführt. Die EU-Innenminister befassten sich in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage und den politischen Konsequenzen.

04.08.2026 | 3:19 min

"Kanzler Merz verhält sich destruktiv", sagte Rasmus Andresen, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament. Seine Forderungen, den EU-Haushalt möglichst stark zusammenzukürzen, schwächten Europa.

Während der Ratspräsident Antonio Costa gerade durch die europäischen Hauptstädte tourt und dort Botschaften hört, dass der nächste EU-Haushalt auf keinen Fall gekürzt werden darf, scharrt Merz den Klub der Sparsamen um sich herum und spaltet damit die Mitgliedstaaten immer weiter.

Rasmus Andresen, haushaltspolitische Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament

Die Bundesregierung sollte Kompromisse formulieren und nicht die Fronten verhärten. Eine Lösung dafür könnten neue Eigenmittel sein, beispielsweise die Einführung einer Steuer auf große Tech-Konzerne.

Quelle: AFP, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete phoenix vor ort am 27.08.2026 ab 15:00 Uhr.

Mehr zur EU

  1.  Entwürfe für neue Euro-Banknoten in der EZB

    Neues Design und neue Technik:Wie sicher sind unsere Euro-Scheine?

    von Deborah Gettmann
    mit Video1:29

  2. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (rechts) überreicht einem Soldaten während einer Zeremonie anlässlich des ukrainischen Unabhängigkeitstages in Kiew eine Auszeichnung.

    Schutz vor Russlands Drohnen und Raketen:EU stärkt Ukraine mit 6,1 Milliarden zum Nationalfeiertag

    mit Video2:31

  3. Archiv: Donald Trump und Ursula von der Leyen - 2025
    FAQ

  4. Ein Frau verpackt ein Geschenk in braunes Packpapier

    Neue Verpackungsverordnung PPWR:Warum viele Unternehmen nicht mehr ins EU-Ausland liefern

    von Helge Hoffmeister
    mit Video2:29