Antidiskriminierungsbeauftragte:Wechseljahre: Ataman fordert Strategie der Bundesregierung
"Kämen Männer in die Wechseljahre, gäbe es mehr Fachärzte als McDonalds in Deutschland", sagt Antidiskriminierungsbeauftragte Ataman. Die Regierung müsse eine Strategie entwickeln.
Menopause: Zwar sind rund elf Millionen Frauen in Deutschland betroffen. Trotzdem sind die Wechseljahre mit ihren Symptomen ein Tabuthema.
18.03.2025 | 28:43 min"Die Bundesregierung muss das Thema Wechseljahre auf die Tagesordnung setzen" - das fordert die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman. Das Thema müsse aus der Tabuzone geholt werden, denn es herrsche "bis heute vor allem Schweigen. Frauen werden im Lauf des Lebens darauf trainiert, sich für ihren Körper zu schämen oder ihn zu optimieren", sagte Ataman am Dienstag in Berlin.
Kämen Männer in die Wechseljahre, gäbe es mehr Fachärzte als McDonalds in Deutschland.
Ferda Ataman, Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes
Sie plädiert für eine Nationale Wechseljahres-Strategie. Dazu gehörten entsprechende Handlungsempfehlungen, die ein Fachgremium erarbeitet habe. Im Blick seien dabei besonders Frauen aus dem ländlichen Raum und ärmere Frauen. Betroffen seien insgesamt elf Millionen Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. In Großbritannien ist eine entsprechende Strategie demnach bereits etabliert.
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19.11.2025 | 17:28 minEntsprechende Maßnahmen könnten etwa flexible Arbeitszeiten sein, Ruheräume am Arbeitsplatz, Pausen, atmungsaktive Arbeitskleidung etwa bei Polizistinnen sowie betriebsärztliche Beratung. Auch gehöre das Thema in den Rahmenlehrplan an Schulen.
Ataman fordert mehr Forschung zu Wechseljahren
Über Generationen galt es, "die Zähne zusammenzubeißen und Beschwerden zu ertragen", kritisierte Ataman. Ursache sei mangelnde Forschung zum Thema:
Die Medizin interessiert sich seit Jahrhunderten für Männer und übergeht Frauen konsequent.
Ferda Ataman, Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes
Viele erlebten wegen Wechseljahren auch Diskriminierung am Arbeitsplatz.
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16.03.2022 | 50:24 minMandy Mangler, Chefärztin an der Klinik für Gynäkologie am Vivantes Berlin, sagte: "Wir haben in diesem Land ein Versorgungsproblem." Es gebe Frauen, die Anlaufstellen suchten, diese aber nicht fänden. An den Universitäten komme die Menopause nur marginal vor. Dabei durchdrängen "die Wechseljahre den ganzen Körper". Man brauche in allen medizinischen Disziplinen entsprechende Fachleute.
"Mir fehlt Medizin, die für Frauen entwickelt ist", betonte Mangler. 86 Prozent der Führungspositionen der deutschen Universitätsmedizin seien von Männern besetzt. "Die Frauenperspektive muss sich komplett in die Gesellschaft einflechten."
Chefärztin kritisiert Versorgungslücken bei Wechseljahren
Mangler forderte, das Thema Wechseljahre ganzheitlich anzulegen. Es handele sich keineswegs um ein privates Thema von Frauen. "Wir haben keine Forschung zu dem Thema, weil wir es nicht strukturell erheben." So gebe es keine Daten dazu, wann die deutsche Frau in die Menopause komme. "Wir nehmen diese Daten von anderen Ländern."
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16.05.2025 | 3:03 minBisher sei das Thema weder im Medizinstudium noch in der gynäkologischen Facharztausbildung ausreichend verankert, hieß es weiter. Auch gebe es keine eigene Abrechnungsziffer für Wechseljahresberatung. Beides müsse angepasst werden.
Frauen arbeiteten besonders oft in Schulen, in der Pflege oder in der Gastronomie. "Unsere Gesellschaft ist auf Leistungsträgerinnen in den Wechseljahren angewiesen", fügte Ataman hinzu. "Wer die Wirtschaft stärken will, muss die Wechseljahre in den Blick nehmen."
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