Tarifrunde der Länder:Proteste und Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Im öffentlichen Dienst der Länder sind viele Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind vor allem Unikliniken, Straßenmeistereien und die IT in Verwaltungen.
Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund DBB haben erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Unikliniken sowie teils auch Schulen und Kitas.
10.02.2026 | 0:28 minDie Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund DBB haben zu zweitägigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen. Besonders Unikliniken, Straßenmeistereien und die IT in Verwaltungen sollen bestreikt werden. In einigen Bundesländern wird auch in Schulen und Kitas die Arbeit niedergelegt.
In Baden-Württemberg waren alle Landeseinrichtungen zu Streiks aufgerufen, darunter Universitäten, Hochschulen, Studierendenwerke, der Stuttgarter Zoo Wilhelma, Museen und Behörden. Auch in Nordrhein-Westfalen sind für den Dienstag Tausende Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Eine Großdemonstration ist in Düsseldorf geplant.
Wegen Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind im Norden und in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Brücken und Tunnel gesperrt. Autofahrer müssen mit Umleitungen und Staus rechnen.
20.01.2026 | 0:25 minGewerkschaften: Sieben Prozent mehr Lohn
Landesweite Ausstände sind am Dienstag auch in Niedersachsen und Bremen geplant. Autofahrer müssen sich hier auch wieder auf gesperrte Tunnel und Brücken einstellen. In Potsdam, dem Verhandlungsort, rechnet die Polizei am Mittwoch wegen Warnstreiks mit Verkehrsbehinderungen. Es seien mehrere Versammlungen mit einer Vielzahl an Teilnehmern angemeldet, sagte ein Sprecher der Polizei.
Generell wollen vor allem nicht verbeamtete Beschäftigte mit Warnstreiks und Protesten auf sich aufmerksam machen. Beamte beteiligen sich den Gewerkschaften zufolge aber, sofern sie an dem Tag Urlaub oder Freizeit haben.
Die Tarifgespräche für den öffentlichen Dienst der Länder werden in Potsdam fortgesetzt - bislang ohne Angebot der Arbeitgeber. In mehreren Bundesländern hatte es bereits Warnstreiks gegeben.
15.01.2026 | 0:23 minVerdi und der mitverhandelnde dbb fordern für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten sieben Prozent mehr Geld im Monat - mindestens aber 300 Euro zusätzlich. 200 Euro pro Monat mehr soll es für Nachwuchskräfte geben. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hatte kein Angebot vorgelegt.
Arbeitgeber fordern: Streikrecht einschränken
Verdi-Vizechefin Christine Behle sagte zuletzt aber:
Den Arbeitgebern schwebt fünf Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 29 Monaten vor.
Christine Behle, Verdi-Vize
Das sei zu niedrig, die Laufzeit zu lang. Ein Abschluss bei den Ländern soll aus Sicht der Gewerkschaften auf keinen Fall schlechter ausfallen als die jüngste Einigung mit Bund und Kommunen: mehr Geld in zwei Stufen, zunächst drei Prozent, dann 2,8 Prozent. Hessen ist nicht betroffen, hier wird separat verhandelt.
Bundesweit protestieren Lehrkräfte im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Vor allem in Ostdeutschland könnte Unterricht ausfallen, weil dort viele Lehrer nicht verbeamtet sind.
29.01.2026 | 0:20 minDie Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände fordert mit Blick auf die Streiks eine gesetzliche Einschränkung des Streikrechts. "Deutschland braucht dringend ein Gesetz für Fairnessregeln bei Streiks", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der "Bild"-Zeitung. Er warf Verdi eine verantwortungslose Streikstrategie vor. "Erst streiken, dann verhandeln - das zerstört Vertrauen", erklärte Kampeter.
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