Thüringens Ministerpräsident will klagen:Doktortitel entzogen: Uni weist Voigts Einspruch ab
Die TU Chemnitz hat den Widerspruch des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt gegen den Entzug seines Doktorgrades zurückgewiesen. Voigt will nun dagegen klagen.
Die TU Chemnitz hält am Entzug von Mario Voigts Doktortitel fest. Dem Thüringer Ministerpräsidenten wird unsauberes Arbeiten in seiner Dissertation vorgeworfen. Er weist dies zurück.
11.08.2026 | 0:22 minDie Technische Universität Chemnitz bleibt bei ihrer Entscheidung, dem Ministerpräsidenten von Thüringen, Mario Voigt, den Doktorgrad zu entziehen. Ein Widerspruch des CDU-Politikers gegen die Aberkennung des Titels sei vom Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz zurückgewiesen worden, teilte ein Sprecher der Universität auf Anfrage mit. Zuvor hatte der "Stern" berichtet.
Ein Anwalt Voigts teilte mit, dass die Entscheidung der TU Chemnitz nicht überraschend sei.
Nach rechtlicher Prüfung werden wir Klage erheben.
Anwalt von Mario Voigt
Erste Vorwürfe kamen im Wahlkampf auf
Voigt steht seit Monaten wegen der Sache unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Dissertation mit dem Titel "Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry" aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Damals war Voigt mit seiner CDU noch in der Opposition und trat als Spitzenkandidat der Christdemokraten an. Die CDU witterte damals eine Schmutzkampagne im Wahlkampf.
Nach der Wahl bildete Voigt eine Regierung aus CDU, BSW und SPD - die sogenannte Thüringer Brombeer-Koalition - und wurde im Landtag zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2026 wurde dann bekannt, dass die TU Chemnitz nach einer langwierigen Prüfung zu der Entscheidung gekommen ist, Voigt die Doktorwürde abzuerkennen. Schon damals kündigte Voigt an, sich gegen diese Entscheidung zu wehren - notfalls vor Gericht.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll seinen Doktortitel verlieren. Er will gerichtlich dagegen vorgehen.
28.01.2026 | 2:36 minDieser Punkt könnte nun erreicht sein. "Die Entscheidung wirft aus unserer Sicht erhebliche rechtliche Fragen auf - insbesondere zum Bewertungsmaßstab und zur Verhältnismäßigkeit", so der Anwalt von Voigt. Es sei ein einmaliger Vorgang, dass eine Universität einen Doktortitel aberkenne, nachdem ein "externer, neutraler Gutachter die Voraussetzungen für einen Entzug verneint hat".
AfD setzt Voigt seit Monaten unter Druck
Vor allem die oppositionelle AfD mit ihrem Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke setzt Voigt wegen des Entzugs seines Doktortitels immer wieder unter Druck. Anfang Februar hatte die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Voigt losgetreten - Höcke trat dabei selbst für den Posten des Ministerpräsidenten an und scheiterte. Voigt blieb im Amt.
Mitte Mai präsentierte Höckes AfD-Fraktion ein von ihr bezahltes Gutachten des als "Plagiatsjäger" bekannten österreichischen Kommunikationswissenschaftlers Stefan Weber, das weitere Plagiatsstellen in Voigts Doktorarbeit belegen sollte.
Ministerpräsident Voigt wird vorgeworfen, einen Gastbeitrag in der FAZ mithilfe von KI erstellt zu haben. Die Zeitung hat den Artikel zurückgezogen und im Archiv gesperrt.
11.06.2026 | 0:30 minVoigt stand auch wegen der nicht gekennzeichneten Verwendung von Künstlicher Intelligenz in seinen Reden und mehreren Gastbeiträgen in der Kritik. Nachdem dies im Juni bekannt geworden war, nahm die "FAZ" einen Gastbeitrag von Voigt aus dem Netz.
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