Feierlichkeiten am 3. Oktober:Emmanuel Macron kommt zum Einheitstag
von Susanne Freitag-Carteron, Saarbrücken
Ein "historisches Signal" soll es werden: Frankreichs Präsident Macron spricht am Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken. Das kündigte Saarlands Ministerpräsidentin Rehlinger an.
Seit über 20 Jahren hält erstmals wieder ein ausländischer Staatspräsident am deutschen Nationalfeiertag eine Rede.
Quelle: action press / Christian LiewigDer französische Präsident Emmanuel Macron wird am 3. Oktober in Saarbrücken an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit teilnehmen. Das kündigte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz an.
Es ist ein historisches Signal und eine unfassbare Ehre für das Saarland, dass der französische Präsident am Festakt teilnimmt und hier in Saarbrücken spricht.
Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin Saarlands
Es ist seit mehr als 20 Jahren das erste Mal, dass ein ausländischer Staatspräsident am deutschen Nationalfeiertag spricht. Im Jahr 2000 sprach der damalige französische Präsident Chirac in Dresden und 2001 der damalige polnische Präsident Kwasniewski in Mainz.
Die Feier werde "damit endgültig einer der europäischsten Tage der Deutschen Einheit, den es je gab", sagte Rehlinger weiter.
In Saarbrücken findet in diesem Jahr der zentrale bundesweite Festakt zum Tag der Einheit statt. Der Festakt in der Saarbrücker Congresshalle wird am 3. Oktober live im ZDF übertragen.
Weitere Gäste aus Europa eingeladen
Die europäische Dimension der Feier wird flankiert durch eine Europameile, es wird auch beim Kulturprogramm rund um die Feierlichkeiten zahlreiche deutsch-französische Noten geben.
Neben Macron werden auch die Marschallin des polnischen Senats, Malgorzata Kidawa-Blonska, teilnehmen, um die Bedeutung des Weimarer Dreiecks zu unterstreichen. Auch eine Delegation aus Lviw in der Ukraine, der südkoreanische Minister für Wiedervereinigung sowie Gäste aus Luxemburg und Belgien werden erwartet.
Tag der Deutschen Einheit: Bilder der Verbundenheit
Die saarländische Ministerpräsidentin ist außer Bundesratspräsidentin auch die Beauftragte für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen, hier soll offenbar ein Zeichen gesetzt werden. 80 Jahre nach Kriegsende und nach einer Phase der Abkühlung der deutsch-französischen Beziehungen wird das die Gelegenheit sein, symbolische Bilder zu produzieren, wie sie beide Länder brauchen.
Wir schreiben einen Teil der deutsch-französichen Geschichte, dass haben wir schon immer getan. Wir senden ein Zeichen in die Welt, dass die deutsch-französische Freundschaft lebt und dass der Motor funktioniert.
Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin Saarlands
Macron ist innepolitisch extrem geschwächt, am Montag wird sein Premierminister die Vertrauensfrage stellen und wahrscheinlich verlieren. Vielleicht auch deshalb die kurzfristig anberaumte Pressekonferenz, damit die Nachricht in der Berichterstattung über das französische Regierungschaos nicht völlig untergeht.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Präsident Macron können, ungeachtet aller innenpolitischen Probleme zeigen: Der deutsch-französische Motor startet endlich wieder durch. Und Rehlinger kann damit zeigen, was sie immer wieder mantraartig wiederholt: Das Saarland ist das französischste aller Bundesländer und eine Brücke zwischen Berlin und Paris. Am 3. Oktober wird das zumindest mit schönen, symbolischen Bildern in die Welt gesendet.
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