Angriffe auf das deutsche Stromnetz:Strom-Sabotage: Polizei nimmt Verdächtigen fest
Die Sabotage-Angriffe auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern sorgten seit Tagen für Aufsehen. Jetzt nahm die Polizei einen 48-jährigen Verdächtigen fest.
Am Montag hatte die Polizei bei Weisweiler erneut einen versuchten Anschlag auf das Stromnetz entdeckt.
Quelle: dpa | Christoph ReichweinNach einer Reihe von Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei den 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Nach dpa-Informationen fiel der Mann der Polizei in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen auf. Auch mehrere andere Medien berichteten über die Festnahme.
Die Behörden hatten seit Tagen nach dem 48-Jährigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet gefahndet. Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.
Die Polizei suchte am Wochenende mit einem Großeinsatz nach dem Tatverdächtigen, der die Umspannwerke sabotiert haben soll.
06.09.2026 | 0:24 minZuletzt waren am Montag erneut mehrere Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler entdeckt worden - also ganz in der Nähe der Stelle, an der die Polizei den Mann nun festnehmen konnte. Außerdem fanden die Ermittler dort einen weiteren Bekennerbrief.
Sabotage-Angriffe in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg
In mindestens zwei Fällen ging der Plan des Täters offensichtlich auf. In Bergheim westlich von Köln waren durch einen Kurzschluss mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahmgelegt worden.
In Brandenburg hatte es am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zwei Kurzschlüsse gegeben. Mehr als 20 selbst gebaute Raketen sollen dort leitfähiges Material auf die Hochspannungsleitungen geschossen haben. Einen Stromausfall gab es bei den beiden Taten nicht.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuletzt gesagt, es handele sich offensichtlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters.
Anschlagsserie auf die Energieinfrastruktur: Mehrere Kraftwerke und Leitungen wurden offenbar gezielt sabotiert.
05.09.2026 | 1:55 minBekennerbriefe brachten Ermittler auf Spur des Verdächtigen
Zu der Sabotage-Serie gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem 48-Jährigen zuordnen. Darin hatte der Mann die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", heißt es in den Briefen, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
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