Nach der Wahl in Berlin:Linke, Grüne und SPD bei Sondierungen einig
Linke, Grüne und SPD haben bei ihren Sondierungsgesprächen für eine Regierung in Berlin eine Einigung erzielt. Die Parteien kündigten für den Nachmittag ein Pressestatement an.
Berlin: Werner Graf (l-r,Bündnis90/Die Grünen), Spitzenkandidat seiner Partei, Steffen Krach (SPD) Spitzenkandidat seiner Partei, und Kerstin Wolter (Die Linke), Landesvorsitzende, stehen nach Vorgesprächen zur Regierungsbildung im Haus der Statistik.
Quelle: Annette Riedl / dpaLinke, Grüne und SPD wollen nach ZDF-Informationen am Nachmittag über den Stand ihrer Sondierungsgespräche in Berlin informieren. Alle drei Parteien luden für 17 Uhr zu einem gemeinsamen Pressestatement "zum Ende der Sondierungen" in das Haus der Statistik in Berlin-Mitte ein.
Dort soll dort über das Sondierungspapier und die weiteren Schritte informiert werden. Bevor Koalitionsverhandlungen starten können, müssen Parteigremien grünes Licht dafür geben.
Grüne haben kleinen Parteitag am Montag einberufen
Die Grünen haben dazu einen kleinen Parteitag an diesem Montag einberufen. Bei der SPD dürfte der Landesvorstand auf Basis des Sondierungspapiers entscheiden, ein Termin wurde zunächst nicht genannt. Die Linke hat - wegen der zweiwöchigen Herbstferien in Berlin - erst für den 31. Oktober einen Parteitag anberaumt, der die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen beschließen soll.
Im Falle einer Zustimmung aller drei Parteien könnten diese könnten dann also Anfang November starten.
In Zukunft könnte es bei den Linken personelle Konsequenzen geben, wenn Mitglieder mit Antisemitismus auffallen, erklärt ZDF-Korrespondent Stephan Merseburger.
09.10.2026 | 2:24 minGespräche überschattet von Antisemitismus-Vorwürfen gegen Linke
Bei der Wahl am 20. September in Berlin war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und - mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis - die SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat ihre Mehrheit verloren.
Am Donnerstag vergangener Woche einigte sich die Partei nach mehreren Vorgesprächen auf Sondierungen mit SPD und Grünen. Überschattet wurden die Gespräche zwischen den drei Parteien von Anfang an von Antisemitismus-Vorwürfen gegen einzelne Linken-Mitglieder.
Nach Kritik an der Abgeordneten Vanessa Emde distanziert sich die Berliner Linke von ihr - sie kooperiere nicht mit der Partei. Emde hatte online umstrittene Äußerungen zu Israel geteilt.
16.10.2026 | 4:19 minMehr zur Wahl in Berlin
Wegen umstrittener Aussagen zu Israel:Berliner Linke distanziert sich von Vanessa Emde
mit Video4:19Risse in Linkspartei werden sichtbar:Bei Ferat Kocak "keinen Bedarf für weitere Konsequenzen"
mit Video2:03- Grafiken
Wahlverhalten nach Bevölkerungsgruppen:Fast die Hälfte der jungen Berliner wählt die Linke
von Kathrin Wolff Nachrichten | Thema:Wahl in Berlin