Bundesanwaltschaft :Mutmaßlicher Russland-Spion in Berlin festgenommen
Ein Mann, der Kontakt zu einem russischen Geheimdienst gehabt haben soll, ist in Berlin festgenommen worden. Er soll Informationen zu Rüstung und Verteidigung übermittelt haben.
In Berlin hat die Bundesanwaltschaft einen Mann aus Kasachstan festnehmen lassen. Er soll Russland mit Informationen über Deutschlands Ukraine-Hilfe und die Rüstungsindustrie versorgt haben.
29.04.2026 | 0:16 minDie Bundesanwaltschaft hat in Berlin einen mutmaßlichen Spion festnehmen lassen, der für Russland tätig gewesen sein soll. Der Mann habe "spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus fortlaufend in Kontakt zu einem russischen Geheimdienst" gestanden, teilte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mit. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.
Seinem Führungsoffizier übermittelte der kasachische Mann den Angaben zufolge unter anderem Informationen über die militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine sowie über die deutsche Rüstungs- und Verteidigungsindustrie. Dabei soll es insbesondere um Unternehmen gegangen sein, die Drohnen und Roboter entwickeln.
Fotos aus Berlin und Rekrutierung für Sabotagetruppe?
Außerdem soll der Verdächtige wiederholt Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin oder von militärischen Konvois auf Autobahnen weitergeleitet haben - darunter auch von dem "Konvoi eines Nato-Staates". Seinen Kontaktmann beim russischen Geheimdienst soll er zudem über geeignete Sabotageobjekte in Deutschland informiert und angeboten haben, Personen für eine Sabotage- und Spionagetruppe zu rekrutieren.
Die Bundesregierung wirft Russland hybride Angriffe auf Deutschland vor und hat den Botschafter einbestellt. Es geht um Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Wahlkampf-Einmischung.
13.12.2025 | 2:49 minDie Bundesanwaltschaft lege dem Beschuldigten zur Last, "dass er womöglich sich mit seinem Kontaktmann beim russischen Geheimdienst über Sabotagepläne ausgetauscht hat und sich Gedanken gemacht hat, wie man etwa den Schienen- und Flugverkehr stören könnte", erklärte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.
Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich hierbei zunächst um Ideen vorrangig gehandelt hat und behandeln auch das als eine Form der möglichen Spionage.
Sprecherin der Bundesanwaltschaft
Der mutmaßliche Spion, der schon länger in Deutschland lebt, wurde am Dienstag in Berlin von Beamten des Bundeskriminalamts festgenommen. Der 47-Jährige wurde am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnete und die Untersuchungshaft anordnete.
Kasache handelte mutmaßlich aus Überzeugung
Von möglichen Geldzahlungen an den Verdächtigen ist in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft nicht die Rede. Erste Erkenntnisse aus Sicherheitskreisen deuten ohnehin eher darauf hin, dass der Kasache seine Dienste wohl aus Überzeugung angeboten hat.
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