Grundsicherung in Deutschland:Immer mehr Rentner auf Sozialhilfe angewiesen
So viele Rentner wie nie zuvor erhalten laut einem Medienbericht in Deutschland Sozialhilfe. Seit 2015 ist die Zahl um etwa 40 Prozent gestiegen.
Immer mehr Senioren in Deutschland sind zusätzlich zu ihrer Rente auf Sozialhilfe angewiesen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres bezogen 719.330 Rentner die sogenannte Grundsicherung im Alter.
Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts auf Anfrage der BSW-Gruppe im Bundestag hervor, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegen.
Sozialhilfebezug auf Rekordhoch
Der Übersicht zufolge ist das ein Höchstwert und ein Anstieg um knapp 35.000 im Vergleich zum März 2023. Seit 2015 gab es einen Anstieg um rund 40 Prozent (511.915).
Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben Menschen, die eine bestimmte Altersgrenze, derzeit 67 Jahre, erreicht haben und deren Rente nicht zum Lebensunterhalt ausreicht.
Wagenknecht kritisiert Ampel-Regierung
BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht nannte den Befund im Gespräch mit der Zeitung "das nächste Armutszeugnis" für die Ampel-Regierung:
Dass immer mehr Rentner auf Sozialhilfe angewiesen sind, zeigt, dass das deutsche Rentensystem viele alte Menschen zu entwürdigender Armut verdammt.
Sahra Wagenknecht, BSW-Parteichefin
Freibetragsregelung und Grundrente
Eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung erläuterte dagegen bereits Anfang März, dass der Zuwachs der Altersrentnerinnen und -rentner mit Grundsicherung hauptsächlich auf die Auswirkungen einer Freibetragsregelung zurückzuführen sei.
Diese war mit der Anfang 2021 gestarteten Grundrente eingeführt worden. Das Ziel war, dass Menschen mit besonders geringem Lohn Altersbezüge über der Grundsicherung erhalten.
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