Rentenreform: Das sind die 33 Vorschläge der Rentenkommission

Rentenniveau, Eintrittsalter, Beiträge:Das sind die 33 Empfehlungen der Rentenkommission

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Die Rentenkommission hat Reformvorschläge erarbeitet - sie liegen dem ZDF vor. Was steht drin, was sind die wichtigsten Punkte? Ein Überblick.

Zwei Senioren sitzen auf einer Bank und essen Kuchen.

Die Rente soll reformiert werden. Heute hat die Expertenkommission ihre 33 Vorschläge offiziell vorgelegt. Die Bundesregierung will die Pläne so schnell wie möglich umsetzen.

23.06.2026 | 1:19 min

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat ihren Bericht erstellt. Er liegt dem ZDF exklusiv vor. Die 33 Empfehlungen (Link öffnet PDF) sind Kern des gesamten, 76 Seiten umfassenden Berichts. Sie sind dort eingebettet in erklärende Ausführungen.

Das ganze Konvolut baut aufeinander auf, die einzelnen Maßnahmen sollen einander verbinden. Die Kommission rät daher dringend dazu, die Empfehlungen nicht als Angebot zur Auswahl zu verstehen, sondern als zusammenhängendes Ganzes zur langfristigen Stabilisierung des deutschen Rentensystems.

Im Kern schlägt das Expertengremium unter dem Vorsitz von Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda eine weitreichende Reform der Rente vor, die auf längerem Arbeiten, einer neuen Aktienkomponente und einer breiteren Basis von Beitragszahlern beruht.

ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese

Die Bundesregierung möchte das Reformpaket noch vor der Sommerpause beschließen. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese erläutert, wie mit den Vorschlägen dann weiter verfahren wird.

23.06.2026 | 1:11 min

Die Empfehlungen lassen sich zu folgenden Hauptpunkten zusammenfassen:

Renteneintrittsalter und Lebensarbeitszeit

  • Kopplung an die Lebenserwartung: Das gesetzliche Renteneintrittsalter soll ab dem Jahr 2032 schrittweise angehoben werden. Ab 2041 soll es alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen. Dies bedeutet rechnerisch eine Rente mit 67,5 Jahren im Jahr 2041, mit 68 Jahren im Jahr 2051 und die Rente mit 70 Jahren in den 2090er-Jahren.
  • Aus für die "Rente mit 63": Der frühere Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft werden, da er als zu teuer gilt. Die Abschaffung wirke überdies dem Fachkräftemangel entgegen.
  • Schutz für Härtefälle: Für Arbeitnehmer mit besonders belastenden Arbeitsbiografien oder gesundheitlichen Einschränkungen sollen neue Ausnahmeregelungen geschaffen werden.
Eine 1 Euro Münze steht auf einem Tisch vor einem Sparschwein.

Auch die junge Generation sorgt sich um die Rente. Um für die Zukunft vorzusorgen, investieren einige junge Arbeitnehmer bereits zusätzlich in Aktien.

23.06.2026 | 1:29 min

Einführung einer verpflichtenden kapitalmarktgedeckten Zusatzrente

  • Verpflichtende Kapitalsäule: Nach schwedischem Vorbild soll das Umlageverfahren durch eine verpflichtende, kapitalmarktgedeckte Zusatzrente für alle Beschäftigten eingeführt werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen nach stufenweiser Einführung zwei Prozent zu gleichen Teilen des Bruttolohns.
  • Verwaltung per Fonds: Die Gelder sollen in einem staatlich gelenkten Fonds angelegt werden. Bis dieser Erträge abwirft, soll ein staatlicher Steuerzuschuss dafür sorgen, dass das Rentenniveau künftiger Generationen über dem heutigen Wert liegt.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Parteivorsitzende nehmen an der Pressekonferenz zur Rente mit den Kommissionsvorsitzenden Constanze Janda und Frank-Jürgen Weise teil.

In ihrem Bericht empfiehlt die Kommission 33 Maßnahmen zur Rentenreform. Die Bundesregierung hat angekündigt, alle Vorschläge umsetzen zu wollen. Von der Opposition kommt Kritik.

23.06.2026 | 1:59 min

Erweiterung des Beitragszahlerkreises

  • Einbeziehung von Selbstständigen und Politikern: Um die gesetzliche Rentenkasse kurz- und mittelfristig zu stabilisieren, sollen Abgeordnete sowie Selbstständige ohne berufsständische Absicherung verpflichtend einzahlen.
  • Langfristige Einbindung von Beamten: Perspektivisch wird die Integration von Beamten vorgeschlagen. Akut wird empfohlen, dass Bund und Länder weniger Personal verbeamten und dies strikt auf rein hoheitliche Aufgaben begrenzen.
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"Wenn wir jetzt nichts machen, würde das Rentenniveau weiter absacken und Beiträge steigen", so Annika Klose, SPD, Sprecherin für Arbeit und Soziales, die sich für Strukturmaßnahmen bei der Rente ausspricht.

22.06.2026 | 5:30 min

Weitere Maßnahmen

  • Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors: Der Nachhaltigkeitsfaktor soll reaktiviert werden, um die Rentenentwicklung automatisch an das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern anzupassen.
  • Einschränkung bei Minijobs: Beitragsfreie Minijobs sollen künftig regulär wegfallen und ausschließlich für Schülerinnen und Schüler möglich sein.

Am Dienstag wurde der Bericht im Kanzleramt dem Bundeskanzler sowie der Bundesarbeitsministerin als der formalen Auftraggeberin übergeben.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das ZDF-Morgenmagazin am 22.06.2026 und am 23.06.2026 jeweils ab 05:30 Uhr.
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