Pressefreiheit: Deutschland fällt weiter zurück

Reporter ohne Grenzen:Deutschland rutscht bei Pressefreiheit weiter ab

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Hass, Diffamierung und Übergriffe: Reporter ohne Grenzen attestiert Deutschland einen Rückgang bei der Pressefreiheit - drei Plätze schlechter als noch im Vorjahr.

 Mikrofone stehen im Jakob-Kaiser-Haus bei den Sondierungsgesprächen von Union und SPD nach der Bundestagswahl.

Weltweit hat sich die Situation für Journalistinnen und Journalisten weiter verschlechtert: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist die Situation in mehr als der Hälfte aller Länder "schwierig" oder "sehr ernst".

Quelle: dpa

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit erneut zurückgefallen. Die Bundesrepublik liegt nur noch auf Platz 14 und damit drei Ränge schlechter als im Vorjahr, wie die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mitteilte.

Pressefreiheit in Deutschland: Journalisten berichten von Hass und Vertrauensverlust

Die Lage wird weiterhin als "zufriedenstellend" bewertet, doch Journalistinnen und Journalisten sehen sich laut Bericht zunehmend Bedrohungen im Netz und auf der Straße ausgesetzt.

Als Grund nennt die Organisation vor allem ein raueres Arbeitsklima. Polarisierte Themen wie die Nahostberichterstattung führen demnach zu erschwerten Bedingungen in Redaktionen und wachsendem Druck auf Medienschaffende. Insgesamt berichteten viele Journalistinnen und Journalisten von Hass, Diffamierung und einem Vertrauensverlust gegenüber Medien.

Ein Fotoreporter trägt auf einer Demonstration einen Aufnäher mit dem Text «PRESS» auf seiner Jacke, um sich gegenüber Polizei und Demonstranten als Journalist zu kennzeichnen

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat 2025 in Deutschland insgesamt 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen gezählt. Gefährlich waren etwa Recherchen in rechtsextremen Milieus.

03.02.2026 | 0:30 min

Pressefreiheit weltweit weiter verschlechtert

Weltweit hat sich die Situation der Pressefreiheit den Angaben zufolge weiter verschlechtert. Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste würden mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder und Territorien in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst" fallen. Nur noch in sieben Ländern sei die Lage "gut" - dort lebt laut RSF lediglich rund ein Prozent der Weltbevölkerung.

Spitzenreiter ist erneut Norwegen, das zum zehnten Mal in Folge den ersten Platz belegt. Dahinter folgen unter anderem die Niederlande und Estland. Am Ende der Rangliste stehen wie in den vergangenen Jahren Eritrea, Nordkorea und China.

In Syrien verbesserte sich die Lage nach politischen Veränderungen am stärksten - das Land steigt von Rang 177 auf 141 -, während Niger den größten Absturz um 37 Plätze auf den 120. Rang verzeichnete.

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Präsident Trump grenzt die Pressefreiheit in den USA immer weiter ein. Zuletzt hat das Weiße Haus eine Internetseite zur Diskreditierung von unliebsamen Medienberichten gestartet.

29.12.2025 | 1:33 min

Vergleich der Lage in 180 Ländern und Territorien

RSF sieht vor allem im rechtlichen Bereich deutliche Rückschritte. In vielen Staaten werde Journalismus zunehmend kriminalisiert, etwa durch Gesetze unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung oder nationalen Sicherheit. Gleichzeitig wirkten sich Kriege und Konflikte weiterhin massiv auf die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten aus.

Die Rangliste vergleicht die Lage der Pressefreiheit in 180 Ländern und Territorien anhand mehrerer Kriterien, darunter Sicherheit, politisches Umfeld, rechtliche Rahmenbedingungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren. Sie wird jährlich von RSF veröffentlicht.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.04.2026 ab 7:30 Uhr.

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