NSU-Terroristin Zschäpe muss bis mindestens 2035 in Haft

Oberlandesgericht München:NSU: Beate Zschäpe bleibt mindestens bis 2035 in Haft

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NSU-Terroristin Beate Zschäpe bleibt bis mindestens 2035 in Haft. Vor Gericht gestand sie erstmals ihr Mitwissen bei den rechtsextremen Morden.

Kassel: Namen von Opfern stehen auf einer Stele bei der Gedenkfeier zum Todestag von NSU-Opfer Halit Yozgat.

Yozgat war 2006 mutmaßlich das letzte Opfer der NSU-Morde gegen Migranten in Deutschland.

Quelle: dpa / Swen Pförtner

Die NSU-Terroristin Beate Zschäpe muss mindestens bis zum Jahr 2035 im Gefängnis bleiben. Das Oberlandesgericht München legte für die seit 2011 in Haft sitzende Zschäpe eine Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren fest, wie das Gericht mitteilte. Zschäpe räumte laut Agentur AFP gegenüber dem Gericht erstmals ein, dass sie im Vorfeld von den NSU-Morden wusste.  

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig - Verteidigung und Bundesanwaltschaft können dagegen Beschwerde einlegen.

Zschäpe wurde im Juli 2018 im Münchner NSU-Prozess als Mittäterin der Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) an neun Migranten und einer Polizistin zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Außerdem stellte das Münchner Oberlandesgericht die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt.

Blick in die Ausstellung im Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex

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Überraschendes Geständnis: NSU-Terroristin räumt Mitwisserschaft bei Morden ein

Die 51-Jährige verbüßt ihre Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz in Sachsen. Das OLG München wertete zugunsten Zschäpes, dass diese anders als im eigentlichen NSU-Prozess inzwischen ihre Mitwisserschaft bei neun von zehn NSU-Morden einräumte.

Das Gericht verwies dabei auf Zschäpes Aussage in einem Prozess gegen eine als NSU-Unterstützerin angeklagte Frau sowie auf eine persönliche Anhörung durch den Senat. Damit habe sie sich grundsätzlich zu ihrer Schuld bekann. Zudem habe Zschäpe "Scham darüber bekundet, das Leben unschuldiger, willkürlich ausgewählter Menschen zerstört oder massiv beeinträchtigt zu haben", erklärte das OLG.

Urteil und Hintergrund: Die rechtsextreme Terrorzelle des NSU

Von dem ihren Taten zugrundeliegenden nationalsozialistischem Gedankengut habe sie sich distanziert. Ihr Verhalten im Vollzug habe keine Anhaltspunkte für ein Fortbestehen der rechtsextremistischen Einstellung geboten.

Kassel: Namen von Opfern stehen auf einer Stele bei der Gedenkfeier zum Todestag von NSU-Opfer Halit Yozgat.

Bis heute beschäftigt die Mordserie des NSU die Justiz und Politik. An diesem Tag erinnert Kassel an Halit Yozgat, der vor 20 Jahren von den Terroristen erschossen wurde.

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Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war eine rechtsextreme Terrorzelle, der zehn Morde zugerechnet werden sowie mindestens zwei Bombenanschläge und außerdem eine Vielzahl bewaffneter Überfälle. Zschäpe lebte mit den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos jahrelang unerkannt im Untergrund. Die beiden Männer erschossen neun Migranten und eine Polizistin, nach einem missglückten Banküberfall nahmen sie sich 2011 mutmaßlich selbst das Leben. Im Anschluss stellte sich Zschäpe der Polizei. 

Quelle: dpa, afp
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