Mutmaßlicher Nord-Stream-Taucher: Gericht erlaubt Auslieferung

Exklusiv

Taucher Vladimir Zhuravlev:Gericht erlaubt Auslieferung von Nord-Stream-Verdächtigen

von Julia Klaus und Christian Rohde

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Ein Gericht in Kroatien hat die Auslieferung eines mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteurs nach Deutschland erlaubt. Die Anwälte von Vladimir Zhuravlev wollen Berufung einlegen.

Der Taucher Wolodymyr Schurawlew - ein Tatverdächtiger bei der Nord-Stream-Sabotage

Vladimir Zhuravlev - tatverdächtig bei der Nord-Stream-Sabotage

Quelle: privat

Im Zusammenhang mit der Nord-Stream-Sprengung hat ein Gericht in Kroatien die Auslieferung eines Tatverdächtigen nach Deutschland erlaubt. Vladimir Zhuravlev soll nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft einer der Saboteure sein, die für die Explosion der Pipelines im September 2022 verantwortlich sind.

Ein Anwalt von Vladimir Zhuravlev bestätigte ZDF frontal die Gerichtsentscheidung und kündigt an: "Wir werden gegen die Entscheidung Berufung einlegen."

Zhuravlev hatte mehrfach seine Unschuld beteuert. Im polnischen Fernsehen sagte er im Oktober noch: "Ich habe auf deutschem Gebiet kein Verbrechen begangen und die Nordstream-Pipeline nicht gesprengt."

Er wurde im August in Pula an der kroatischen Küste festgenommen. Dort soll er eine Hollywood-Produktion beraten haben, die dort die Nord-Stream-Sabotage verfilmt hat.

Taucher in Kroatien verhaftet
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Ein Verdächtiger hinter der Nord-Stream-Sabotage wurde in Kroatien verhaftet. Er steht seit Jahren im Ermittler-Fokus. Dem Taucher droht nun die Auslieferung nach Deutschland.
von Nils Metzger, Christian Rohde
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Vladimir Zhuravlev

Zhuravlev entkam deutschen Ermittlern mehrfach

Der verdächtige Taucher war deutschen Ermittlern mehrfach entwischt. Zhuravlev wohnt mit seiner Familie in einem Vorort von Warschau. Deutsche Ermittler hatten einen europäischen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Dennoch nahm die polnische Seite ihn tagelang nicht fest. Am 6. Juli 2024 floh er dann in einem Auto der ukrainischen Botschaft von Warschau in die Ukraine.

Doch Zhuravlev kehrte zurück nach Polen zu seiner Familie. Im September 2025 schließlich wurde er festgenommen und sollte nach Deutschland ausgeliefert werden. Doch der Richter am Bezirksgericht von Warschau entschied anders: "Egal, wer die Explosion von Nordstream 1 und 2 verursacht hat, hat das im Zuge der Verteidigung der Ukraine im Krieg gegen Russland getan. Er hat kein Verbrechen begangen."

Richter Dariusz Lubuwski urteilte im vergangenen Oktober: "Sie sind frei."

Das polnische Gericht widersprach der Auslieferung von Vladimir Zhuravlev - ein diplomatischer Eklat. Doch der Haftbefehl gegen ihn bestand weiter. So waren es kroatische Polizisten, die ihn schließlich im August in Pula festnahmen.

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Nord-Stream-2-Gasleck

Gerichtsprozess gegen zweiten Tatverdächtigen bald in Hamburg

Gegen einen zweiten Tatverdächtigen, Serhii K., beginnt in wenigen Wochen in Deutschland der Prozess. Ihm werden unter anderem Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Verhandlung startet Mitte Oktober vor dem Oberlandesgericht Hamburg, sein Anwalt hatte gegenüber ZDF frontal die Unschuld seines Mandanten betont.

Die Anklage gegen Vladimir Zhuravlev könnte - sollte Kroatien ihn ausliefern - demnach bald folgen.

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Über das Thema berichtete ZDF frontal am 19.08.2026.

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