Anschlag auf Pipelines 2022:Nord-Stream-Verdächtiger in Hamburg angeklagt
Wegen der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022 gibt es jetzt eine erste Anklage. Ein Verdächtiger soll sich in Hamburg vor Gericht verantworten.
Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipeline 2022 hat die Bundesanwaltschaft erstmals Anklage erhoben. Ein Verdächtiger soll sich in Hamburg vor Gericht verantworten.
01.07.2026 | 0:25 minDie Bundesanwaltschaft hat nach ZDF-Informationen in Hamburg Anklage gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Anschläge im September 2022 erhoben. Laut der Nachrichtenagentur dpa bestätigte dies auch die Berliner Kanzlei Menaker, die den angeklagten Ukrainer vertritt. Zuvor hatten ARD, "Süddeutsche Zeitung" und "Die Zeit" berichtet.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Ukrainer Serhij K. Kriegsverbrechen (nach Paragraf 11 VStGB) sowie die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Zerstörung eines Bauwerks vor. Über die Anklage entscheiden muss demnach das Oberlandesgericht Hamburg.
Nord-Stream-Pipelines mit Sprengsätzen beschädigt
Bei der Aktion im September 2022 waren die Leitungen, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden waren, durch Sprengsätze schwer beschädigt worden. Sie waren zu dem Zeitpunkt nicht in Betrieb.
Russland hatte die Gaslieferungen über Nord Stream 1 bereits kurz zuvor gestoppt, mutmaßlich als Reaktion auf die westlichen Sanktionen angesichts des russischen Einmarschs in die Ukraine. Nord Stream 2 ging nie in Betrieb.
Nach der Festnahme eines Ukrainers in Italien spreche das Gesamtbild dafür, dass der Mann im Namen seines Landes gehandelt habe, so ZDF-Rechtsexpertin Sarah Tacke bei ZDFheute live.
21.08.2025 | 10:54 minSchon kurz nach der Sabotageaktion, im Oktober 2022, hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Im August 2025 wurde K. im Urlaub in Italien gefasst und später nach Deutschland ausgeliefert. Er sitzt in Untersuchungshaft.
Eine Haftbeschwerde war im Dezember vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe verworfen worden. Die Beweislast gegen K. gilt den Berichten zufolge als erdrückend. So soll sich der ehemalige Soldat in abgehörten Telefonaten aus der Auslieferungshaft heraus selbst belastet haben.
Im Fall der Anschläge auf Nord Stream 1 und 2 im Jahr 2022 hat die Bundesanwaltschaft einen tatverdächtigen Ukrainer in Italien festnehmen lassen. ZDFheute live mit Hintergründen.
21.08.2025 | 20:37 minMit sechs Komplizen an Bord der "Andromeda"
Die Anschläge sollen - nach dem damaligen Stand der Ermittlungen - so abgelaufen sein: K. war demnach Offizier einer Spezialeinheit der ukrainischen Streitkräfte. Zusammen mit sechs Komplizen soll er von Rügen aus auf eine für mehrere Wochen gecharterte Segelyacht namens "Andromeda" gegangen sein.
Bei mehreren Tauchgängen hätten sie vier Sprengsätze - "Hochleistungssprengstoffe mit massiver Zerstörungskraft" - in bis zu 80 Metern Tiefe am Meeresgrund platziert. Am 26. September 2022 detonierten diese.
Wer steckt hinter den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines? Für deutsche Ermittler verdichten sich die Spuren in Richtung Ukraine - eine Spurensuche auf der Ostsee.
25.08.2023 | 36:08 minDie Ermittler gingen Ende 2025 davon aus, dass die Anschläge wahrscheinlich im Auftrag eines fremden Staates begangen wurden. Der BGH erlaubte aber dennoch eine mögliche Strafverfolgung in Deutschland. Denn bei "geheimdienstlich gesteuerten Gewaltakten" gebe es keine Immunität. Außerdem endeten die Rohrleitungen auf deutschem Staatsgebiet, wie der BGH im Dezember noch ausführte.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zu den Nord-Stream-Pipelines
Anschläge auf Gaspipelines 2022:Nord Stream: Verdächtiger in Deutschland in U-Haft
mit Video1:39Anschläge auf Gaspipelines 2022:Italien hat Nord-Stream-Verdächtigen ausgeliefert
mit Video1:34Altkanzler zu Nord Stream 2 befragt:Gerhard Schröder vor U-Ausschuss: "Was soll dieser Unsinn?"
mit Video2:25Explosionen an Gaspipelines:Nord-Stream-Anschlag: Polen liefert Verdächtigen nicht aus
mit Video2:39