Spionageverdacht: Mann aus Moldau in München festgenommen

Über Rüstungsanlage geflogen:Moldauer wegen Spionageverdachts in München verhaftet

|

Ein Mann aus Moldau soll in München eine Drohne über eine Rüstungsanlage geflogen haben. Es bestehe der Verdacht, er habe Informationen gesammelt, so die Generalstaatsanwaltschaft.

Auf dem Bild ist eine fliegende Polizeidrohne zu sehen.

Eine Drohne nahm sicherheitsrelevante Bilder und Videos auf dem Gelände des Rüstungsunternehmens KNDS. Laut Generalstaatsanwaltschaft München wurde der mutmaßliche Täter gefasst.

17.07.2026 | 0:22 min

In München ist ein Mann aus Moldau wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Der 37-Jährige soll eine Drohne über das Firmengelände eines deutschen Rüstungsunternehmens gelenkt haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte. Es bestehe der Verdacht, dass er sicherheitsrelevante Bilder und Videos über Angelegenheiten der Landesverteidigung machte, um sie an eine ausländische Stelle oder verbotene Gruppe weiterzugeben.

Vorläufige Festnahme noch im Bereich des möglichen Tatorts

Die Drohne ließ er demnach am Mittwochabend fliegen. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung sei er wenig später im Bereich des mutmaßlichen Tatorts vorläufig festgenommen worden, führte die Generalstaatsanwaltschaft aus. Bei dem Gelände soll es sich - Medienberichten zufolge - um das Grundstück des Panzerbauers KNDS handeln, der unter anderem den Leopard 2 produziert. Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht erließ einen Haftbefehl wegen Spionageverdachts. Der Beschuldigte kam in Untersuchungshaft. Weitere Einzelheiten wollte die Generalstaatsanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Mutmaßlicher Russland-Spion in U-Haft

In Berlin hat die Bundesanwaltschaft einen Mann aus Kasachstan festnehmen lassen. Er soll Russland mit Informationen über Deutschlands Ukraine-Hilfe und die Rüstungsindustrie versorgt haben.

29.04.2026 | 0:16 min

Verfassungsschutz warnte vor Spionage und Sabotage

Im Juni hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz Unternehmen in Deutschland vor der wachsenden Gefahr gewarnt, dass für gezielte Spionage- und Sabotageversuche Drohnen eingesetzt würden. Die Drohnentechnologie entwickle sich mit "enormem Tempo" weiter, erklärte die Behörde. Drohnen würden stetig kleiner, unauffälliger und präziser. Kameras verfügten über eine immer höhere Auflösung, die Künstliche Intelligenz (KI) eröffne zusätzliche Möglichkeiten etwa bei der Bildauswertung.

Für ausländische Geheimdienste von besonderem Interesse sind laut Verfassungsschutz militärische Objekte aller Art und Logistikrouten, Gewerbegebiete und Industrieanlagen sowie sogenannte kritische Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung oder Kommunikationsnetze.

Hacker anonymisiert

Die deutsche Wirtschaft ist vermehrt Spionage und Sabotage ausgesetzt. Ermittler vermuten Russland dahinter. Wie reagieren die Unternehmen darauf? frontal inside blickt hinter die Kulissen.

26.11.2025 | 5:27 min

Zuletzt immer wieder mutmaßliche Spione festgenommen

In den vergangenen Monaten waren immer wieder mutmaßliche Spione gefasst worden. Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft beispielsweise ein Ehepaar festnehmen, das für China spioniert haben soll. Der Mann und die Frau sollen Informationen über militärisch nutzbare Technologie ausgekundschaftet haben. Für einen chinesischen Geheimdienst sollen sie aus der Luft- und Raumfahrtechnik und dem Bereich KI Informationen gesammelt haben.

Zuvor waren mehrere mutmaßliche Russland-Spione aufgeflogen, etwa Ende April in Berlin. Ein Kasache soll einem russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie übermittelt haben - vor allem zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.

Charlotte Greipel zu Festnahmen in Berlin und Brandenburg

In Brandenburg wurden zwei Männer festgenommen. Vorwurf: pro-russische Unterstützung ausländischer terroristischer Vereinigungen. In Berlin ging eine mutmaßliche Spionin für Russland ins Netz.

21.01.2026 | 1:53 min

Ende März wurde in Nordrhein-Westfalen ein Ukrainer festgenommen. Er soll einen Mann ausgespäht haben, der für die Ukraine gegen Russland kämpfte. Wenige Tage zuvor war ebenfalls in Nordrhein-Westfalen eine Rumänin festgenommen worden, die zusammen mit einem Komplizen in russischem Auftrag in Deutschland einen Unternehmer ausgespäht haben soll. Der mutmaßliche Komplize, ein Ukrainer, hatte sich nach Spanien abgesetzt und wurde dort gefasst.

Bereits im Januar war eine Deutschukrainerin festgenommen worden, die jahrelang für Russland spioniert haben soll. Unter anderem besteht der Verdacht, dass sie Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen zusammenstellte. Außerdem soll sie Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt haben, wie die Bundesanwaltschaft nach der Festnahme mitteilte.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 17.07.2026 im Beitrag "Mann aus Moldau festgenommen" um 16.38 Uhr.
Thema

Weitere Nachrichten zum Thema Spionage

  1. Flagge der Volksrepublik China vor der chinesichen Botschaft in Berlin

    Hochschulen und Universitäten als Ziel:Spionage für China? Ehepaar in München festgenommen


  2. Russische Botschaft in Berlin (Archivfoto)

  3. Signal-App auf einem Smartphone
    Interview

    IT-Experte zu Phishing-Kampagne:Wie der Signal-Hack lief - und wie man sich schützt

    mit Video8:19

  4. Die App von Signal ist auf deinem Smartphone neben einem Finger zu sehen.