Linken-Spitze verurteilt Antisemitismus - Reaktion auf Debatte

Antrag für Bundesparteitag:Linken-Spitze will Antisemitismus nicht tolerieren

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Die Spitze der Linken verurteilt jede Form von Antisemitismus, heißt es in einem neuen Antrag. Damit reagiert die Parteispitze auch auf einen Beschluss der Linken in Niedersachsen.

Delegierte sitzen auf dem Bundesparteitag unter dem Logo der Partei Die Linke in Chemnitz

Die Linken-Spitze verurteilt jeden Antisemitismus und will dazu einen Antrag beim nächsten Bundesparteitag stellen. Ein Beschluss vom niedersächsischen Landesverband stieß zuvor auf Kritik.

21.03.2026 | 0:29 min

Nach der Aufregung um einen Beschluss der niedersächsischen Linken zum Zionismus verurteilt die Spitze der Bundespartei klar jede Art von Antisemitismus.

"Die Linke stellt sich gegen jede Form von Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus und gegen die Instrumentalisierung des Nahostkonflikts für innenpolitische Hetze", heißt es in einem Antrag des Geschäftsführenden Bundesvorstandes an den Bundesparteitag, der Mitte Juni in Potsdam stattfindet. Das ARD-Hauptstadtstudio hatte zuerst über den Antrag berichtet, er lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Linken-Spitze unterstreicht Existenzrecht Israels und Palästinas

Die Linke bekenne sich weiterhin "unmissverständlich" zum Selbstbestimmungsrecht von Jüdinnen und Juden im heutigen Staat Israel, genauso wie zum Selbstbestimmungsrecht von Palästinenserinnen und Palästinensern in einem unabhängigen Staat Palästina, heißt es in dem sechsseitigen Papier, über das nun der gesamte Bundesvorstand noch berät.

Markus Lanz vom 18. März 2026: Markus Lanz, Ines Schwerdtner, Andreas Dressel

Linken-Chefin Schwerdtner äußert sich in der Sendung "Markus Lanz" auch zu Antisemitismus-Vorwürfen.

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"Dies schließt ausdrücklich das Existenzrecht Israels und das Existenzrecht Palästinas im Sinne einer integrativen Zweistaatenlösung ein", betont die Linken-Spitze um die Vorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken.

Aufregung um Beschluss der niedersächsischen Linken

Die Linke verurteilt in dem Papier die islamistische Hamas und deren Gewalt und kritisiert zugleich scharf das Vorgehen Israels. "Auch wir in der Linken sind mehrheitlich davon überzeugt, dass die systematisch begangenen Verbrechen einen Völkermord darstellen", heißt es in dem Papier. Die israelische Regierungspolitik wird als "zunehmend autoritär, nationalistisch und offen expansionistisch" beschrieben.

Jüdische Menschen reden miteinander

Der Angriff auf den Iran sorgt auch in Deutschland für Spannungen. Sicherheitsbehörden warnen vor einem erhöhten Anschlagsrisiko gegen jüdische und israelische Einrichtungen und erhöhen den Schutz.

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Mit dem Vorschlag für den Parteitag reagiert die Führung auf innerparteiliche Debatten, die sich zuletzt an einem Beschluss der Linken in Niedersachsen neu entzündet hatten. Der kritisierte Beschluss des Landesverbands vom vergangenen Wochenende richtet sich gegen "heute real existierenden Zionismus".

Historisch ist Zionismus eine politisch-religiöse Bewegung mit dem Ziel, einen jüdischen Nationalstaat in Palästina zu errichten. Der Beschluss enthält auch Vorwürfe, wonach die israelische Regierung im Gazastreifen einen "Genozid" betreibe und in Israel und den besetzten Gebieten "Apartheid" herrsche.

Landesvorstand räumt Fehler ein

Die Parteichefs hatten sich von dem Beschluss bereits distanziert. Nun zeigte sich auch der Landesvorstand selbstkritisch. "Der unbedingte Kampf gegen Antisemitismus und der Schutz jüdischen Lebens sowie zugleich die Ächtung von Kriegsverbrechen und der Einsatz für die Einhaltung des Völkerrechts sind das Fundament linker Politik. Diese beiden Dinge klar zu formulieren, ist uns mit dem Beschluss vom vergangenen Wochenende nicht gelungen", heißt es in einer Erklärung des Landesvorstandes vom Freitagabend.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die heute-Sendung am 21.03.2026 ab 19:00 Uhr.

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