Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern:Manuela Schwesig gegen Leif-Erik Holm - so lief das TV-Duell
von Bernd Mosebach, Schwerin
Am Sonntag wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Die TV-Debatte im NDR zwischen den beiden Kandidaten Schwesig und Holm begann hitzig und blieb es bis zum Schluss.
Manuela Schwesig (SPD) und Leif-Erik Holm (AfD) lieferten sich beim TV-Duell im NDR einen heftigen Schlagabtausch.
Quelle: Jens Büttner / dpaDie Eingangsstatements sind kaum abgegeben im TV-Duell, da greift Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihren Herausforderer frontal an: "Die AfD ist wirtschaftsfeindlich, sie wird Arbeitsplätze vernichten und sie ist auch schlecht für den sozialen Zusammenhalt", sagte Schwesig. "Sie polarisieren das Land", kontert Holm. Und: "Sie machen mit Angst Wahlkampf."
Im NDR traten am Mittwochabend die beiden Bewerber um das Amt des Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern im TV-Duell gegeneinander an.
Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Susanne Seidl und Anne Stadtfeld haben sich in der Kleinstadt Torgelow umgehört.
14.09.2026 | 1:52 minErstes großes Thema: Die Bildung und der Lehrermangel. Ihre Landesregierung aus SPD und Linke habe "in den letzten Jahren 4.300 neue Lehrer eingestellt" und man brauche "in den nächsten Jahren 3.500 neue", so die amtierende Ministerpräsidentin. Das Problem: 50 Prozent der Lehramts-Studierenden brechen ihr Studium vorzeitig ab.
Beide Kontrahenten wollen das Studium und den Lehrerberuf attraktiver machen. Holm will eine pädagogische Hochschule einrichten und zudem 400 Lehrer aus der Verwaltung in den Schuldienst schicken. Die würden allerdings für die Ausbildung der Lehrer gebraucht, widerspricht Schwesig.
AfD will neue Atomkraftwerke bauen - auch in Mecklenburg-Vorpommern?
Beim Thema Wirtschaft und Energie wird es turbulenter: "Das regt mich jetzt wirklich auf, Frau Schwesig, dass Sie hier am laufenden Band lügen", empört sich Holm. Und fordert: "Reden Sie nicht dazwischen!"
Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Ein wichtiges Thema, die Bildung. Linke, Grüne und AfD haben dazu unterschiedliche Ansätze.
14.09.2026 | 1:59 minSchwesig verweist auf das Programm der AfD, das sich für den Bau von Kernkraftwerken ausspricht. Wo im Land die denn gebaut werden sollen, fragt Schwesig. Holm bestreitet, dass es um Standorte in Mecklenburg-Vorpommern gehe, und will einen neuen Energiemix, der auch auf russisches Gas setzt. Das soll durch die wiederzubelebende Nord Stream 2 - Pipeline ins Land kommen.
Auch beim Thema Migration wird es hitzig. Schwesig sagt:
Von mir werden Sie nicht den Hass und die Hetze gehört haben, die man ja von der AfD auf den Plätzen hört, gegen Menschen mit Migrationshintergrund.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
Menschen machten sich Sorgen, dass "Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, wenn die AfD an die Macht kommt, dass die dann weggehen und sich hier nicht mehr wohlfühlen", so Schwesig.
Holm finde es "schade, dass es eine solche Stimmung gibt, aber das ist das Versagen der Politik, die es in zehn Jahren nicht geschafft hat, diese illegale Einwanderung endlich zu beenden, denn die ist das Problem."
Der Amtsbonus von Ministerpräsidentin Schwesig helfe der SPD, sagt Politologe Wolfgang Muno bei ZDFheute live. Die Wahlkampfstrategie mit Negativ-Campaigning berge aber Gefahren.
11.09.2026 | 8:23 minSchwesig: "Ich stehe für eine Migration, die ordnet, die steuert."
"Natürlich" wolle auch Holm Fachkräftezuwanderung, "keine Frage". Aber es gelte, "dafür zu sorgen, dass diejenigen, die kein Aufenthaltsrecht hier haben, dann auch konsequent nach Hause geschickt werden. Und das werde ich als Ministerpräsident umsetzen." Schwesig entgegnet: "Ich stehe für eine Migration, die ordnet, die steuert. Und Menschen, die Schutz brauchen, bekommen ihn auch. Aber die, die kein Bleiberecht haben, müssen gehen, Straftäter erst recht."
"Sie werden vielleicht, wenn Sie überhaupt die Macht bekämen, immer alles machen, was Alice Weidel sagt", wirft Schwesig Holm vor. "Ich mache nicht das, was ein Bundeskanzler oder meine Bundespartei sagt. Ich mache das, was die Menschen hier im Land bewegt und gut für unser Land ist." Holm hält dagegen:
Wir sind keine schädliche Partei, wir sind eine normale Partei, die die stärkste Partei ist in Mecklenburg-Vorpommern, die die stärkste Partei ist in ganz Deutschland.
Leif-Erik Holm, Ministerpräsidentenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern
Am 20. September wählt Mecklenburg-Vorpommern den Landtag. Die rot-rote Koalition kämpft um den Machterhalt, wird laut aktueller Umfrage jedoch keine Mehrheit erhalten.
11.09.2026 | 2:15 minWer mit wem? Wie könnte es nach der Wahl weitergehen?
Das TV-Duell endet mit der Frage, mit wem die Parteien jeweils zusammenarbeiten wollen nach der Wahl. Eine absolute Mehrheit ist weder für die SPD noch die AfD in Sicht. Schwesig sei offen dafür, "mit Demokraten zu sprechen. Und ich habe in mehreren Regierungskonstellationen bewiesen, dass ich diejenige bin, die verschiedene politische Richtungen zusammenführt." Holm: "Wir wollen stärkste Kraft werden und wir werden aber natürlich alle zu Gesprächen einladen, die willens sind, nach der Wahl auch für das Land zu arbeiten."
SPD, Linke, CDU, Grüne und FDP haben allerdings bereits eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Das BSW hat erklärt, keinen AfD-Ministerpräsidenten zu wählen. Wer das Duell der Spitzenkandidaten gewinnen wird, entscheiden die Wählerinnen und Wähler am kommenden Sonntag.
Bernd Mosebach ist Leiter des ZDF-Landesstudios Mecklenburg-Vorpommern.
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