Reiches Energiereform-Pläne von vielen Seiten kritisiert

Kabinett bringt Vorhaben auf den Weg:Energiegesetze von Reiche stoßen auf Kritik

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Das Kabinett hat eine Reform der Ökostrom-Förderung sowie neue Regeln für Netzanschlüsse von Ministerin Reiche auf den Weg gebracht. Bereits vor den Beschlüssen gab es Kritik.

Brandenburg: Wirtschaftsministerin Katherina reiche vor ihrem Abflug in die Türkei.

Am Vormittag wollte das Kabinett zu den Reformplänen von Wirtschaftsministerin Reiche entscheiden. Konkret geht es um das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Netzpaket.

29.07.2026 | 0:29 min

Das Bundeskabinett hat die umstrittenen Energiegesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem der Wegfall der staatlichen Förderung kleiner Solaranlagen und Beschränkungen für den Bau neuer Windkraftanlagen in Gebieten mit überlasteten Netzen.

Bereits vor Monaten vorgelegte erste Entwürfe der Gesetze hatte Reiche noch einmal deutlich entschärft, dennoch gab es auch danach viel Kritik an den Vorhaben.

Reiches Energiegesetze: Woran es Kritik gibt

Beschlossen wurde die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und das sogenannte Netzpaket. In beiden Gesetzen geht es im Wesentlichen darum, den Ausbau der Erneuerbaren Energien stärker den Marktregeln zu unterwerfen. Etwa sollen auch Betreiber von kleinen Solaranlagen ihren Strom selbst vermarkten ("Direktvermarktung"). Netzgebiete mit Engpässen sollen als "kapazitätslimitiert" ausgewiesen werden, die Konditionen für den Anlagenbau dort würden dann weniger günstig ausfallen.

Die Solarbranche kritisiert unter anderem, die "Direktvermarktung" sei noch nicht massentauglich. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt generell bei einer Umsetzung der Pläne vor einem massiven Einbruch des Photovoltaikausbaus in Deutschland. Investitionen würden erheblich ausgebremst.

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BEE befürchtet riesigen Arbeitsplatzverlust

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnt vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Nahezu alle Sparten der Erneuerbaren Energien würden belastet. Investitionsentscheidungen im zweistelligen Milliardenbereich wären in erheblichem Umfang gefährdet.

BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser sagte, die Pläne gefährdeten nicht nur die Klimaziele des Koalitionsvertrags, sondern auch Hunderttausende Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Der Bundesverband Windenergie warnte sogar vor einem Ausbaustopp. Die Branche hofft auf Nachbesserungen in ihrem Sinne im parlamentarischen Verfahren.

Netzdienlichkeit umstritten - Windenergiebranche skeptisch

Der Ausbau der Erneuerbaren soll enger mit dem Netzausbau verzahnt werden. Hoch umstritten ist hier, dass Ministerin Reiche dies im Zuge des Netzpakets erreichen möchte, indem Gebiete, in denen es häufig zu Überkapazitäten kommt, als "kapazitätslimitiert" ausgewiesen werden.

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In der Folge würden neue Anlagenbetreiber finanziell benachteiligt, wenn das Netz überlastet wird. Insbesondere die Windenergiebranche befürchtet, dass dadurch der Ausbau von Windenergieanlagen an Land abgewürgt wird.

Lob von Industrieverbänden

Industrieverbände begrüßen die Pläne generell. So sagte Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie: "Es ging viel zu lange nur um ungezügeltes Wachstum der Erneuerbaren. Die Folge sind hohe Systemkosten und ein erheblicher Investitionsbedarf in Netze und Infrastruktur." Dies habe dem Standort Deutschland die nahezu höchsten Stromkosten unter den Industrieländern beschert.

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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa heute Xpress am 29.7.2026 ab 09:00 Uhr.

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