Reform der Krankenkassen:Warken erwartet viele Wechsel in Privatversicherungen
Die Beitragsbemessungsgrenze in gesetzlichen Krankenkassen soll 2027 angehoben werden. Gesundheitsministerin Warken erwartet deshalb viele Wechsel in private Krankenversicherungen.
Mit harten Einschnitten will die Gesundheitsministerin das Milliardenloch der Krankenkassen stopfen. Gegenwind kommt von Kliniken, Ärzten, Versicherten, aber auch aus den Reihen der Koalition.
19.04.2026 | 3:52 minDie geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) könnte zu einer Wechselwelle in die private Krankenversicherung führen. Das Bundesgesundheitsministerium kalkuliert nach einem Bericht des "Spiegel" (Mittwoch) im Zuge der Reform mit einem "Abwanderungseffekt" bei etwa 100.000 bisherigen GKV-Mitgliedern, die in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Magazins hervor.
Laut der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzten Finanzkommission Gesundheit lag die Zahl der Abwanderungen von GKV-Mitgliedern in die PKV zuletzt schon zwischen 81.000 (2024) und 102.000 (2025). Ein Plus von 100.000 weiteren Wechslern durch die Reform würde diese Zahlen also ungefähr verdoppeln.
Gesundheitsministerin Warken hat einen Gesetzesentwurf für eine Gesundheitsreform vorgelegt. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann berichtet über die Reaktionen.
16.04.2026 | 1:06 minAnhebung der Beitragsbemessungsgrenze würde höhere Einkommen belasten
Hintergrund ist die angedachte außerplanmäßige Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung um 300 Euro. Dieser Schritt belastet Bezieher höherer Einkommen, die an oder über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen.
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben werden. Der Verdienst oberhalb dieser Grenze bleibt beitragsfrei.
Bundesgesundheitsministerin Warken hat Maßnahmen zur Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen vorgestellt. Unter anderem sollen die Zuzahlungen für Medikamente angehoben werden.
14.04.2026 | 1:42 min2026 liegt die Grenze bei 5.812,50 Euro pro Monat oder 69.750 Euro pro Jahr. Die Beitragsbemessungsgrenze wird in der Regel jährlich automatisch an die Lohnentwicklung angepasst. Um die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren, will Warken diesen Schwellenwert 2027 zusätzlich um 300 Euro anheben.
Die Zahl der davon Betroffenen ist laut "Spiegel" offenbar kleiner als zuletzt angenommen. Das Ministerium geht von 5,4 Millionen Betroffenen der Anhebung aus. Analysen von Ökonomen waren hingegen bislang von etwa 6,3 Millionen Personen ausgegangen.
- FAQ
Warken legt Spar-Gesetzentwurf vor:Gutverdiener sollen mehr für Krankenkassen zahlen
mit Video1:06 - Faktencheck
Idee von CDU-Generalsekretär Linnemann:Würde das Zusammenlegen von Krankenkassen Milliarden sparen?
von Nils Metzgermit Video1:06 - Interview
TK-Chef zu Warkens Plänen:Sparpaket "richtige Richtung" aber nur "Schnelltherapie"
mit Video6:13 - Analyse
Finanzierung der Krankenkassen:Wie Ministerin Warken das Gesundheitssystem umbauen will
von Jan Henrichmit Video3:14