Corona-Aufarbeitung im Bundestag:"Vorsorge kostet Geld": Spahn rechtfertigt Maskenkäufe
Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn verteidigt die Maskenkäufe zu Beginn der Corona-Pandemie. Heute wird er von der Enquetekommission des Bundestags angehört.
In der Aufklärung der sogenannten Corona-Maskenaffäre muss sich Jens Spahn am Montag einer Enquete-Kommission im Bundestag stellen. Die Grünen fordern vollständige Transparenz.
14.12.2025 | 0:20 minDer frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt sein Vorgehen bei der Beschaffung von Schutzmasken während der Corona-Pandemie. Der heutige Unionsfraktionschef räumte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF zwar ein, dass man zu viel an Desinfektionsmitteln, Beatmungsgeräten, Impfstoffen und Schutzmasken beschafft habe.
"Aber wir wollten in der damaligen Lage eben vorsorgen für alles, was kommen konnte", betonte Spahn.
Wir hatten am Anfang von allem zu wenig und am Ende von allem zu viel - besser als andersherum.
Jens Spahn (CDU), Ex-Bundesgesundheitsminister
Spahn steht am Nachmittag der Enquete-Kommission des Bundestages zur Aufarbeitung der Maßnahmen in der Pandemie Rede und Antwort.
Der Bundesrechnungshof moniert eine weiterhin ungenügende Aufarbeitung der massenhaften Maskenkäufe in der Corona-Krise. Kritik erkenne das Gesundheitsministerium aber nicht an.
13.12.2025 | 0:17 minSpahn spricht vor Enquete-Kommission
Mit dem Wissen von heute hätte man manche Entscheidungen eventuell anders getroffen, betonte der CDU-Politiker. Er verwies aber darauf, dass damals mit großer Schnelligkeit und unter großem Druck entschieden werden musste. "Auch nicht entscheiden hätte in der Krise ja Folgen gehabt".
Spahn verwies auf die Engpässe bei Masken in der Anfangsphase der Pandemie. Damals seien sogar Masken aus Kliniken gestohlen worden, sie seien auf der ganzen Welt knapp gewesen. In der Bundesregierung sei damals gemeinsam entschieden worden: "Es soll lieber Geld kosten als Menschenleben".
Deutschland habe 5,7 Milliarden Schutzmasken für 5,9 Milliarden Euro bezahlt, also gut einen Euro pro Maske. Andere Länder hätten mehr ausgegeben. Der Ex-Minister verteidigte zugleich, dass Masken vorgehalten und nach Ablaufzeit auch vernichtet werden müssen.
Vorsorge kostet Geld.
Jens Spahn (CDU), Ex-Bundesgesundheitsminister
Der Haushaltsausschuss beschäftigte sich Anfang Juli mit dem Kauf von Corona-Masken durch den damaligen Gesundheitsminister Spahn.
08.07.2025 | 1:02 minMilliardenkosten durch Maskenkäufe 2020
Wenn man für künftige Krisen vorsorgen wolle, dann müsse man auch Schutzmaterial vorhalten, das nach Ablaufzeit vernichtet und ersetzt werden müsse, sagte Spahn.
Der Ex-Minister steht unter Druck, weil sein Ressort sich 2020 in die Beschaffung eingeschaltet hatte und Lieferverträge ohne Verhandlungen zu festen hohen Preisen einging. Wegen nicht abgenommener Masken klagten Lieferanten. Aus Streitigkeiten drohen dem Bund noch Milliardenrisiken.
Mehr zur Maskenbeschaffung
Karl Lauterbach zur Maskenaffäre:"Es ist sehr viel Ramsch gekauft worden"
Video0:38Nach Sudhof-Befragung:Weiter offene Fragen zu Spahns Masken-Affäre
mit Video2:43Nachrichten | heute 19:00 Uhr:Virologe Drosten vor Corona-Enquetekommission
von Britta SpiekermannVideo1:49Spahn und Lauterbach:Ex-Minister und ihre Exit-Corona-Strategien
von Britta Spiekermannmit Video2:33