Vergesellschaftungen: Eralp hält Pläne für verfassungswidrig

Interview

Streit um Vergesellschaftungen in Berlin:Eralp hält Dobrindts Pläne für verfassungswidrig

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Die Bundesregierung will Vergesellschaftungen erschweren. Linken-Politikerin Elif Eralp sieht darin eine Maßnahme gegen Berliner Mieter und hält die Pläne für verfassungswidrig.

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Innenminister Alexander Dobrindt will Vergesellschaftungen, wie sie die Linke plant, deutlich erschweren. "Ich gehe klar davon aus, dass das verfassungswidrig ist", sagt Elif Eralp.

26.10.2026 | 5:07 min

Die Berliner Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, hat das geplante Investitionsschutzgesetz der Bundesregierung scharf kritisiert. Im ZDF-Morgenmagazin sagte sie:

Dieses Gesetz hat aus meiner Sicht nichts mit Investitionsschutz zu tun, sondern es ist ein Gesetz gegen die Berliner Mieter*innen.

Elif Eralp, Berliner Spitzenkandidatin der Linken

Alexander Dobrindt bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Koalitionsvertrages am 09.04.2025 in Berlin

Das geplante Investitionsschutzgesetz der Bundesregierung sieht hohe Hürden für Vergesellschaftungen vor. Das Bundesinnenministerium legte dazu am Sonntag Eckpunkte vor.

26.10.2026 | 1:57 min

Eckpunkte für Investitionsschutzgesetz

Das Bundesinnenministerium hatte am Sonntag Eckpunkte für das geplante Gesetz der Bundesregierung vorgelegt. Es soll drei zentrale Vorgaben enthalten:

  1. Bei Verstaatlichungen sollen Entschädigungen ausschließlich zum Verkehrswert möglich sein. Dieser müsse durch ein Wertgutachten ermittelt werden.
  2. Die Entschädigung soll unmittelbar in Geld erfolgen.
  3. Eine Vergesellschaftung soll nur möglich sein, wenn ihre Notwendigkeit ausdrücklich nachgewiesen wird. Zuvor müssten Maßnahmen wie Investitionen in den Wohnungsbau oder dessen Förderung vollständig ausgeschöpft worden sein.

Die Bundesregierung werde damit deutlich machen, "dass willkürlicher linker Vergesellschaftungs-Fetisch mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) der "Bild"-Zeitung.

Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke) und Steffen Krach (SPD).

Linke, Grüne und SPD empfehlen Koalitionsverhandlungen, die Parteigremien müssen noch zustimmen. Teil der Einigung: die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne.

17.10.2026 | 2:31 min

Eralp hält geplante Hürden für verfassungswidrig

Hintergrund für das Gesetzesvorhaben sind Pläne einer möglichen rot-grün-roten Regierung in Berlin, große Wohnungsbauunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Dafür sollen bis zu 16 Milliarden Euro als Entschädigungssumme bereitgestellt werden.

Wenn der Verkehrswert der Wohnungen so hoch angesetzt werde, wie von Dobrindt vorgeschlagen, dann sei das ein Versuch, die Vergesellschaftung zu verhindern und Artikel 15 des Grundgesetzes auszuhöhlen, betonte Eralp im ZDF. Laut Artikel 15 können "Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel" durch ein Gesetz, das auch die Entschädigung regelt, in Gemeineigentum überführt werden.

Deswegen gehe ich ganz klar davon aus, dass das verfassungswidrig ist. Denn man kann nicht durch ein Bundesgesetz unmöglich machen, was das Grundgesetz vorsieht und wofür die Berlinerinnen und Berliner gestimmt haben.

Elif Eralp, Berliner Spitzenkandidatin der Linken

Die Berliner wollten, dass die Mietenkrise angepackt werde, betonte Eralp.

Dafür sind wir angetreten. Und dazu gehört auch die Vergesellschaftung.

Elif Eralp, Berliner Spitzenkandidatin der Linken

Grünen-Chef Felix Banaszak im Gespräch mit Berlin Direkt Moderator Daniel Pontzen

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25.10.2026 | 4:31 min

Eralp verteidigt Entschädigung unter dem Verkehrswert

Eralp verteidigte das Konzept der Vergesellschaftungen als gerecht, bei dem für Wohnungen nur ein Teil des Verkehrswertes an die Eigentümer bezahlt werden soll.

Das ist sehr gerecht, weil wir natürlich die Spekulation nicht mitbezahlen können.

Elif Eralp, Berliner Spitzenkandidatin der Linken

Wenn Wohnungen in Allgemeineigentum überführt würden, sollte das "nicht der Profitlogik unterliegen".

Vergesellschaftungen hälfen den Berliner Mietern langfristig, sagte die Linken-Spitzenkandidatin. "Weil wir schaffen, wenn eine Wohnung wieder an den Markt geht in dem Bereich der vergesellschafteten Wohnungen, dann geht das eben nicht mehr zu Angebotsmieten zu 20 Euro netto kalt und mehr. Sondern es geht dann nur noch bezahlbar auf den Mietmarkt zurück."

Quelle: ZDF, AFP
Über das Thema berichtete das Morgenmagazin am 26.10.2026 um 08:36 Uhr.

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