Drohnen-Fund am Flughafen Leipzig:Dobrindt: "Haben es mit hybridem Anschlagsszenario zu tun"
Eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff auf einem Flughafengelände: Innenminister Dobrindt sieht nach dem Vorfall in Leipzig eine neue Gefahrenqualität und neue Bedrohungslage.
Mit dem Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle wurde wohl ein möglicher Anschlag verhindert. Doch Fragen zu den Hintergründen bleiben noch offen.
06.08.2026 | 2:54 minDer Fund einer Drohne mit Sprengvorrichtung am Leipziger Flughafen stellt nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "eine neue Gefahrenqualität" dar. Es sei seine Einschätzung, "dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben", sagte Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle.
Dass eine Drohne "bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario".
Der Fund einer Drohne unweit einer ukrainischen Frachtflugzeuges mit Munition an Bord sorgt für politische Diskussionen um eine bessere Drohnenabwehr.
06.08.2026 | 1:54 minDobrindt: "Hohe Bedrohungslage"
Hybride Bedrohungen seien in der Politik ganz oben auf der Agenda, sagte Dobrindt. Solche Vorfälle werden demnach im Drohnen-Abwehrzentrum bearbeitet. Der Flughafen Leipzig/Halle werde gegen weitere Bedrohungsszenarien geschützt.
Solche Bedrohungen seien auch in Zukunft möglich, sagte Dobrindt, "dafür müssen wir uns rüsten". Die Bedrohungslage müsse hochgestuft werden. Diese Einschätzung sei schon vor Monaten getroffen worden, nun zeige sich, dass sie richtig sei. Der Minister geht von einer "hohen Bedrohungslage" aus. Er dankte der Polizei und den Rettungskräften sowie den Nachrichtendiensten.
Von einer neuen Bedrohungslage spricht auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). "Ich würde - ohne den Ermittlungen vorgreifen zu wollen - von einem mutmaßlichen Anschlagsszenario sprechen", sagte der CDU-Politiker im heute journal.
Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter vermutet, dass Russland für den Drohnen-Vorfall in Leipzig verantwortlich ist und forderte, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.
06.08.2026 | 0:34 minIn der Nacht zum Mittwoch war auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne mit einer Sprengladung entdeckt worden. Diese wurde nach Dobrindts Angaben durch eine Entschärfergruppe der Bundespolizei unschädlich gemacht.
Der Flugverkehr wurde wegen des Fundes zwischenzeitlich eingestellt, mehrere Maschinen mussten umgeleitet werden. Eine DHL-Frachtmaschine stieß nach dem Start nahe dem Flughafen mit einem weiteren Flugobjekt zusammen.
Armin Schuster (CDU), Innenminister Sachsens, spricht von einem "mutmaßlichen Anschlagsszenario". Zum ersten Mal sei eine Drohne mit Sprengstoff bestückt gewesen.
05.08.2026 | 6:58 minInnenminister: Nicht von Amateuren durchgeführt
Dieser Angriff sei "nicht von Amateuren" durchgeführt worden, sondern "sehr professionell vorbereitet" gewesen und setze "ein hohes Maß an Technikerfahrung" voraus, so Dobrindt. Auch die Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff müsse vorhanden sein.
Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen, hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister
Ohne einen möglichen Urheber zu nennen, sprach der Innenminister von einem "Wettbewerb", der "möglicherweise auch fremde Mächte mit einschließt. Das wird Teil der Ermittlung sein."
Man habe es nicht mit "Amateuren zu tun, sondern mit professionellen Akteuren", so Bundesinnenminister Dobrindt (CSU). Es könnten "fremde Mächte" dahinterstecken.
05.08.2026 | 5:25 minZu Vermutungen, Russland könne hinter dem Angriff stecken, wollte sich der Bundesinnenminister im heute journal nicht äußern: "Spekulationen kann ich mich nicht hingeben." Stattdessen werde man sich die Herkunft der Drohne und des Sprengstoffs genau anschauen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.
Kiesewetter sieht Russland in der Verantwortung
Deutlicher wird der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter:
Ich vermute Russland dahinter, weil es in das Verhaltensmuster passt.
Roderich Kiesewetter, CDU
Auch andere Sicherheitsexperten sähen das so, sagte Kiesewetter im heute journal update, weil es zum Vorgehen Russlands passe: "Auf der einen Seite furchtbare Bombenangriffe auf Kiew und die zivile Infrastruktur der Ukraine", sagte Kiesewetter, auf der anderen Seite Drohnenattacken in Rumänien, Polen oder dem Baltikum.
Der Drohnenvorfall in Leipzig passe "in den strategischen Kontext", mit dem Russland vorgehe, sagt Sicherheitsexperte Neumann. Das gelte für das mutmaßliche Ziel und die Methode.
06.08.2026 | 5:39 minEr verwies außerdem auf einen Vorfall am Flughafen Leipzig vor zwei Jahren, der ebenfalls Russland zugerechnet wurde. "Die Indizien sprechen eindeutig für Russland", so Kiesewetter. Er plädierte dafür, die Maßnahmen zum Schutz der Flughäfen in Deutschland vor Drohnen zu beschleunigen.
In der vergangenen Nacht wurde am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne gefunden. ZDFheute live analysiert, wie sicher unsere Flughäfen sind.
05.08.2026 | 18:47 minLeipzig:Behörden: Drohne auf Flughafen hatte "Sprengvorrichtung"
mit Video1:11Sprengsatz-Drohne am Flughafen Leipzig:Warum Deutschland aktuell kaum Chancen zur Abwehr hat
mit Video18:47- FAQ
Gefahr durch hybride Angriffe:Dobrindt eröffnet Abwehrzentrum gegen die "dunkle Bedrohung"
mit Video2:35