In der ZDF-Sendung "maybrit illner":"Na doch": Wegen dieser TV-Aussage zeigt Eralp Dobrindt an
Die Linken-Politikerin Elif Eralp zeigt Innenminister Alexander Dobrindt wegen einer Aussage zu Antisemitismus-Vorwürfen an. Hintergrund ist ein Wortgefecht bei "maybrit illner".
Die Linken haben Innenminister Alexander Dobrindt nach einer Aussage über Elif Eralp im Zusammenhang mit Antisemitismus-Vorwürfen in der Sendung "maybrit illner" angezeigt. Die Szene im Video.
28.09.2026 | 0:27 minDie Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband haben nach Angaben ihres Anwalts Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gestellt. Der CSU-Politiker soll sich dem Schriftsatz zufolge eine Aussage über Eralp als "Antisemitin" zu eigen gemacht haben. Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung, erklärte Anwalt Jasper Prigge der Deutschen Presse-Agentur.
Hintergrund ist eine Passage der ZDF-Sendung "maybrit illner" vom Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: "Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin... Sie ist keine Antisemitin." Darauf sagte Dobrindt: "Na doch."
Verbindungen zum Remmo-Clan, Antisemitismusvorwürfe: Seit ihrem Wahlsieg wächst die Kritik an der Linken in Berlin. Trotzdem wollen Grüne und SPD mit ihr Sondierungsgespräche führen.
27.09.2026 | 3:52 minLinken-Anwalt wirft Dobrindt "üble Nachrede" vor
Anwalt Prigge argumentiert, Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen gemacht. Das sei "üble Nachrede" im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine "Beleidigung" im Sinne des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin "in erheblichem Maße ehrabträglich" sei.
Im Schriftsatz heißt es weiter: "Die Tat ist schließlich auch geeignet, das öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu erschweren. Die Verbreitung der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu beeinträchtigen."
Linke streben in Berlin Koalition mit Grünen und SPD an
Eralp war mit der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden und strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in einer rot-grün-roten Koalition an. Gegen ihre Partei werden Antisemitismus-Vorwürfe erhoben, unter anderem, weil ein propalästinensischer Rapper bei einer Parteiveranstaltung zu Gewalt gegen die israelische Armee aufgerufen habe.
Die Berliner Linke macht den Weg frei für Sondierungen mit Grünen und SPD. Doch Streit über Antisemitismus und Enteignungen belastet die Gespräche mit möglichen Partnern.
25.09.2026 | 2:30 minDobrindt hatte vergangene Woche in Kloster Banz gesagt, die Linkspartei in Berlin dulde "ganz offensichtlich Antisemiten und Extremisten in ihrem Umfeld". Eralp hatte sich vor und nach der Wahl von jeglichem Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt.
Die Gesamtsendung von "maybrit illner" vom 24.09.2026:
"Zumutungen abgewählt – Wettlauf um Gerechtigkeit?" Zu Gast u.a. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und Fraktionschefin Heidi Reichinnek (Die Linke)
24.09.2026 | 61:37 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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