Lebensmittel mussten entsorgt werden:Cyberangriffe auf Supermärkte auch in Deutschland
Hacker manipulieren Kühlanlagen von Supermärkten in mehreren Ländern Europas - auch in Deutschland. Viele Lebensmittel mussten entsorgt werden.
Nach mehreren europäischen Ländern nun auch NRW: Hackerattacken auf Kühlanlagen zwingen Supermärkte, Lebensmittel zu entsorgen.
03.11.2026 | 0:21 minVon den jüngsten Cyberangriffen auf Kühlanlagen in europäischen Supermärkten sind offenbar auch deutsche Läden betroffen. Im Edeka-Markt im niederbayerischen Reisbach wurden die Kühlanlagen nach Angaben des Marktes auf mehr als 50 Grad hochgeheizt. "Unmengen an Lebensmitteln mussten in die Tonne", schrieb die Marktleitung bei Facebook.
Das Unternehmen Edeka teilte mit, dass die Tiefkühlanlagen in Reisbach in der Nacht von Sonntag auf Montag ausgefallen seien. "In einem Markt in unserem Absatzgebiet kam es zu einem IT-Vorfall im Zusammenhang mit einer Kühlanlage", sagte ein Unternehmenssprecher ZDFheute.
Betroffene Waren wurden umgehend aus dem Verkauf genommen. Der Hersteller untersucht derzeit die Ursache des Vorfalls.
Edeka-Unternehmenssprecher
Facebook-Post des Edeka-Marktes
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In Nordrhein-Westfalen wurde unter anderem ein von der Arbeiterwohlfahrt betriebener Supermarkt in Wetter-Volmarstein im Ennepe-Ruhr-Kreis zum Ziel einer Attacke. Das bestätigte Bereichsleiterin Sandra Salten der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Der eigentliche Angriff habe sich gegen die Firma gerichtet, die die Kühlanlagen aus der Ferne wartet. Große Mengen Lebensmittel hätten wegen der hohen Temperaturen entsorgt werden müssen.
Wie eine Rewe-Sprecherin mitteilte, kam es am Montag zudem in einem selbstständig geführten Markt im münsterländischen Raesfeld zu Beeinträchtigungen der Kühltechnik. Weitere Märkte der Gruppe seien aktuell nicht betroffen. Der WDR berichtet von einer manipulierten Kühlanlage in Wuppertal, der Bremer "Weser-Kurier" von einem Ausfall im niedersächsischen Lilienthal. Auch hier hätten Lebensmittel entsorgt werden müssen.
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Auch Italien, Irland, die Niederlande und Portugal meldeten am Montag Angriffe auf Gefrier- und Kühlanlagen. Dabei werden Kühlfunktionen ausgeschaltet oder Einstellungen verändert, sodass die Temperaturen steigen. Hinweise auf die Täter und ihre Motive wurden zunächst nicht bekannt.
In Italien waren Medienberichten zufolge mindestens vier Coop-Supermärkte auf Sizilien betroffen. Die nationale Behörde für Cybersicherheit meldete außerdem einen Vorfall bei einem Restaurantunternehmen in der Toskana. "Es handelt sich um einen Angriff auf unser Fernsteuerungssystem für die Tiefkühlregale", zitiert die Nachrichtenagentur Ansa den Geschäftsführer des Betreibers, Giuseppe Spadaro.
Auch in Schweden meldeten Supermärkte einen plötzlichen Temperaturanstieg in den Kühlanlagen.
Quelle: dpa | Johan Nilsson /TT/TT News AgencyAngreifer schalten Kühlanlagen auf 50 Grad Celsius
Zuvor waren bereits Angriffe aus Schweden, Belgien, Estland und Luxemburg bekannt geworden. Viele Märkte mussten große Mengen Lebensmittel entsorgen. In Finnland untersuchen Unternehmen und Behörden ebenfalls mögliche Cyberangriffe.
In Belgien waren Kühlanlagen der Supermarktketten Delhaize, Carrefour, Colruyt, Intermarché und Spar betroffen. Ikea meldete einen Vorfall in einer Filiale in Mons: Dort seien die Temperaturen in den Tiefkühlschränken am frühen Morgen plötzlich gestiegen.
Eine Filiale der schwedischen Supermarktkette Ica in Sjöbo erklärte auf Facebook, ihre Kühl- und Gefrierschränke seien gehackt und die Temperatur auf 50 Grad Celsius gestellt worden. Ica sprach insgesamt von einer "begrenzten Zahl" betroffener Filialen.
Hunderte Supermärkte waren Mitte Oktober in Frankreich betroffen. Manipulierte Kühlanlagen führten zu tonnenweise verdorbenen Lebensmitteln.
14.10.2026 | 2:04 minBehörden hatten gemahnt, Technik abzusichern
Bereits am 12. Oktober waren in Frankreich die Kühlanlagen in Hunderten Filialen der Supermarktketten Intermarché und Coopérative U lahmgelegt worden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte daraufhin dazu aufgerufen, "aus dem Internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern".
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