Bovenschulte kritisiert Schwarz-Rot: "Weltmeister im Ankündigen"

Bremens Bürgermeister kritisiert Koalition:Bovenschulte: Bundesregierung ist "Weltmeister im Ankündigen"

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Schlechte Kommunikation, zu viele Vorhaben: Bremens Ministerpräsident Bovenschulte (SPD) kritisiert die Bundesregierung deutlich. Er fordert einen Fokus auf die Wirtschaft.

Andreas Bovenschulte beim Pressestatement am Rande der 1065. Sitzung des Bundesrates im Plenarsaal des Preussischen Herrenhauses in Berlin, am 08.05.2026

Bremens Ministerpräsident Bovenschulte hat die Bundesregierung für ihre Kommunikation kritisiert.

Quelle: ddp

Die Bundesregierung macht nach Ansicht des Bremer Bürgermeisters Andreas Bovenschulte gerade mit Blick auf die angekündigten Reformvorhaben einige Fehler. "Die politische Bilanz der Bundesregierung ist ausbaufähig", sagte der SPD-Politiker und amtierende Bundesratspräsident in einem "Spiegel"-Interview.

Die Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger über das, was gerade in Berlin läuft, ist mit Händen zu greifen.

Andreas Bovenschulte (SPD), Bremer Regierungschef

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich am Samstag hingegen überzeugt gezeigt, dass die schwarz-rote Koalition trotz interner Debatten notwendige Reformen beschließen werde.

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"Weltmeister im Ankündigen"

Bremens Bürgermeister Bovenschulte sprach von einer hohen Zahl kommunikativer Fehler. Er warf der Bundesregierung vor, Erwartungen zu wecken, die nicht erfüllbar sind. "Aktuell sind wir Weltmeister im Ankündigen", sagte er mit Blick auf die Koalition aus CDU/CSU und SPD. Als Beispiel nannte er die Ankündigung des größten und umfassendsten Reformprogramms seit Jahrzehnten.

Ähnlich hatte sich Ende Mai auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) im Interview mit ZDFheute geäußert. "Nicht zu viel versprechen, aber alles halten" - das sei das "wichtigste Credo" für eine nachvollziehbare Politik.

Pressekonferenz mit Ministerpräsident von Bayern Markus Söder (CSU), Bundeskanzler Friedrich Merz / CDU, SPD Vorsitzende Baerbel Bas und SPD Vorsitzender Lars Klingbeil zu den Ergebnissen der Beratungen des Koalitionsausschusses

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Bovenschulte fordert Fokus auf Wirtschaftsprobleme

Bovenschulte bemängelte im "Spiegel", die Aufgabendichte für die Bundesregierung sei viel zu hoch. Steuerreform, Gesundheitsreform, Pflege, Rente, Arbeit, Energie - das seien zu viele Themen für die verbleibenden sechs Wochen bis zur politischen Sommerpause.

Bovenschulte riet der Regierung, "sich auf die Dinge zu konzentrieren, die in der aktuellen wirtschaftlichen Lage dringend nötig sind, weil sie Wachstum auslösen und Arbeitsplätze sichern."

Eine Infografik zum aktuellen ZDF-Politbarometer.

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05.06.2026 | 1:03 min

Bovenschulte: Steuerreform muss Priorität haben

Aus Sicht des Bremer Regierungschefs, der derzeit turnusgemäß Bundesratspräsident ist, sollte eine Steuerreform vorrangig behandelt werden. "Da brauchen wir in der Tat noch vor dem Sommer eine Einigung. Die mittel- und langfristigen Probleme der Rentenversicherung kann man dagegen auch noch in der zweiten Jahreshälfte lösen", sagte der SPD-Politiker. Der nicht gegenfinanzierte Teil der Steuerausfälle sollte für eine Übergangszeit über Kredite finanziert werden, forderte er.

Eine befristete Aussetzung der Schuldenbremse sei besser, als wenn die eigentlich notwendige Steuerreform im Bundesrat durchfiele. Bovenschulte verwies darauf, dass die von der Bundesregierung geplanten Reformen die Interessen von Ländern und Kommunen massiv betreffen. "Wir werden die auf keinen Fall einfach abnicken können", sagte er mit Blick auf den Bundesrat. Über den Bundesrat wirken die Landesregierungen der 16 Bundesländer an der Gesetzgebung mit.

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Quelle: dpa
Über die Reformdebatte berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem ZDFheute Xpress am 06.06.2026 um 22:14 Uhr in dem Beitrag "Merz zu geplanten Sozialreformen: "Wir schaffen das"" und in der heute-Sendung am 05.06.2026 um 19:00 Uhr.

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