Nach Foto mit Palästina-Demonstranten:Krisensitzung: Berlinale-Chefin Tuttle unter Druck
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine außerordentliche Sitzung zur Berlinale einberufen. Laut einem Bericht soll es um die Zukunft von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle gehen.
Tricia Tuttle steht nach einem Foto mit Palästina-Demonstranten in der Kritik.
Quelle: epaKulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine außerordentliche Sitzung zur Ausrichtung der Berlinale einberufen. Sie soll am Donnerstagvormittag stattfinden, wie sein Sprecher auf Anfrage bestätigte. Auf Weimers Initiative treffen sich demnach die Führungsgremien der für die Berlinale zuständigen Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Der "Bild" zufolge soll es dabei um die Zukunft von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle gehen. Dies bestätigte ein Sprecher von Kulturstaatsministers Weimer gegenüber ZDFheute allerdings nicht.
Es soll eine Aussprache zur Ausrichtung der Berlinale geben. Zu weiteren Spekulationen äußern wir uns nicht.
Sprecher von Kulturstaatsminister Weimer
Nahostkonflikt löste Debatte auf Berlinale aus
Weimer hatte nach der Preisverleihungsgala am Samstag bereits Kritik geäußert. Bei der Gala hatte der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib der Bundesregierung vorgeworfen, "Partner des Völkermords in Gaza" zu sein.
Einige Preisträger der Berlinale nutzten die Gelegenheit, um Solidarität für Gaza zu demonstrieren. Der palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib (2.v.l.) kritisierte die Bundesregierung.
21.02.2026 | 2:31 minEr hatte mit Palästinensertuch und palästinensischer Flagge auf der Bühne gestanden und gesagt: "Wir werden uns an alle erinnern, die an unserer Seite standen, und wir werden uns an alle erinnern, die gegen uns standen." Auch andere Preisträger hatten sich mit den Palästinensern solidarisiert.
Die "Bild" veröffentlichte auch ein Foto, das Tuttle während der Berlinale mit Alkhatib zeigt. Mitglieder des Filmteams halten darauf die palästinensische Flagge hoch.
Die US-Amerikanerin Tuttle übernahm die Berlinale im April 2024, sie hatte vorher das Filmfestival in London geleitet. In Berlin folgte sie auf das Führungsduo Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, das sich die Aufgaben geteilt hatte. Tuttle leitete die Berlinale damit zum zweiten Mal.
Der Nahost-Konflikt hatte die Berlinale auch in den vergangenen Jahren beschäftigt. So war das Festival zum Beispiel nach der Abschlussgala im Februar 2024 dafür kritisiert worden, dass einzelne Preisträger das Vorgehen Israels im Gazastreifen massiv kritisiert hatten, ohne den Terrorangriff der islamistischen Hamas vom Oktober 2023 zu erwähnen. Es folgte eine Debatte bis hin zu Vorwürfen von Antisemitismus.
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