Erster Konvoi erreicht Ahaus:Atommülltransporte rollen durch NRW - Keine Zwischenfälle
Unter massiver Polizeipräsenz ist der Auftakt der Atommülltransporte durch Nordrhein-Westfalen gelungen - begleitet von Demonstrationen und strengen Sicherheitsvorkehrungen.
Der erste einer Reihe von Castor-Transporten durch Nordrhein-Westfalen hat das Brennelemente-Zwischenlager erreicht. Die Landesregierung und Umweltverbände hatten zuvor Bedenken geäußert.
25.03.2026 | 1:24 minDer umstrittene Transport von Atommüll durch Nordrhein-Westfalen läuft. Der hochradioaktive Atommüll war am späten Dienstagabend per Lkw-Transport am Forschungszentrum in Jülich gestartet und erreichte in der Nacht gegen zwei Uhr das Zwischenlager in Ahaus, wie die Polizei Münster mitteilte. Es habe keine besonderen Zwischenfälle gegeben. Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter verlagert werden.
Bei dem Großeinsatz waren etwa 2.400 Polizeibeamte eingebunden. Dem Konvoi gehörten neben dem Schwerlasttransporter mit einem Castor-Behälter Dutzende Fahrzeuge der Polizei an. Ein Großteil der Beamten wurde am Start und am Ziel eingesetzt.
Castoren werden in der Nacht einmal quer durch NRW transportiert. Von Jülich nach Ahaus. Ein Großaufgebot der Polizei ist im Einsatz, Initiativen protestieren gegen den Transport.
25.03.2026 | 1:02 minProteste gegen Castor-Transporte in NRW
Die genaue Route auf der etwa 170 Kilometer langen Strecke hatten die Behörden zuvor nicht bekanntgegeben. Laut Beobachtern rollte der Konvoi über die A44, anschließend ging es weiter über die A57 und A42. Schließlich gelangte er von der A2/A3 und über die A31 zum Ziel. Einem Sprecher des Innenministeriums zufolge bestand der Konvoi aus etwa 100 Fahrzeugen, auch ein Hubschrauber war bei der Aktion im Einsatz.
ZDF-Reporter Thomas Münten berichtet aus Ahaus. Das Verhältnis zwischen Demonstranten und Polizei sei friedlich.
25.03.2026 | 2:13 minMehrere Anti-Atomkraft-Initiativen protestierten ab Dienstagabend gegen die geplanten Castor-Transporte durch NRW. In Jülich fand eine kleine Mahnwache vor dem Forschungszentrum statt.
In Ahaus startete zeitgleich eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus. Dort fand eine Kundgebung statt. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von etwa 250 Teilnehmern. Zudem riefen Atomkraftgegner der Bürgerinitiative Ahaus zu einer Mahnwache vor dem Zwischenlager auf.
Gerichte geben grünes Licht für Großtransport
Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke sollen insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich transportiert werden. Das Verlagern des Atommülls in NRW wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mit 152 Castor-Behältern handelt es sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.
Dem nun angelaufenen Transport waren mehrere Gerichtsentscheidungen und eine Infoveranstaltung für die Bürger in Ahaus vorausgegangen. Anfang März entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in einer Eilentscheidung, dass die Transporte stattfinden dürfen.
Die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat sich zur Atomkraft geäußert: die Abkehr von der Atomkraft sei ein "strategischer Fehler" gewesen.
10.03.2026 | 2:31 minAtommülltransporte im August genehmigt
Die Umweltorganisation BUND hatte den Transport auf dem Gerichtsweg verhindern wollen. Die Begründung: Die Sicherheit der Castoren sei bei der Fahrt über die Straßen in Nordrhein-Westfalen gegen Störmaßnahmen Dritter nicht gewährleistet.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte die umstrittenen Atommülltransporte durch NRW am 25. August genehmigt. Nach früheren Angaben des Bundesamtes wurden 152 Einzeltransporte beantragt, die aber gebündelt werden könnten. Es gibt demnach vier geeignete Transportfahrzeuge, die je einen Behälter auf einmal transportieren könnten.
Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich ist seit Jahren ausgelaufen. Auch das Lager in Ahaus ist lediglich ein Zwischenlager. Die Brennelemente stammen aus dem 1988 stillgelegten Versuchsreaktor Jülich.
Bundesumweltminister Schneider hat im Morgenmagazin von ARD und ZDF bekräftigt, dass Deutschland am Atomausstieg festhalte.
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