Erfurt :Chrupalla beschwört Einigkeit beim AfD-Parteitag
Vor dem AfD-Parteitag wurde gemunkelt, dass es zwischen Chrupalla und Weidel krachen könnte. Dieser Vermutung hat der Co-Vorsitzende vorerst den Wind aus den Segeln genommen.
Der Parteitag im Livestream.
20.06.2026Zum Auftakt des AfD-Parteitags in Erfurt hat Co-Parteichef Tino Chrupalla die Einigkeit in der Parteiführung beschworen. Die Doppelspitze mit Alice Weidel sei "ein Erfolgsduo, wie es die deutsche Politik selten gesehen hat", sagte Chrupalla am Samstag vor den Delegierten in Erfurt.
Wir waren, wir sind und wir bleiben ein Herz und eine Seele. Ein Herz, das für Deutschland schlägt und eine Seele, die für Deutschland lebt.
Tino Chrupalla, AfD-Parteivorsitzender
Eröffnungsrede von Tino Chrupalla auf dem AfD-Parteitag in Erfurt.
04.07.2026 | 12:44 minWeidel und Chrupalla stellen sich Wiederwahl
Diese Einheit wolle die AfD auf das Land übertragen, sagte Chrupalla. "Zuerst das Land. Dann die Partei, dann die Person." Mit Blick auf die geplanten Vorstandswahlen mahnte der Co-Parteichef: "Nur wer etwas geleistet hat, darf auch berufen werden. Darf hohe Verantwortung tragen. Das muss für die Nationalmannschaft ebenso gelten, wie für den Bundesvorstand der Alternative für Deutschland."
Die AfD-Vorsitzenden Weidel und Chrupalla stellen sich der Wiederwahl, auch der gesamte Parteivorstand muss turnusgemäß neu gewählt werden. "Das Gremium, das wir heute hier wählen, wird Deutschlands Zukunft mitbestimmen", sagte Chrupalla.
Der AfD-Vorsitzende trat Berichten entgegen, wonach es auf dem Parteitag einen Machtkampf geben könnte, der von Chrupallas innerparteilichen Gegnern orchestriert werden könnte. "Es wird phantasiert von Machtkämpfen und Showdowns, die angeblich bevorstehen", sagte Chrupalla.
Die Wahrheit ist: Unsere Partei ist einig wie nie zuvor.
Tino Chrupalla, AfD-Parteivorsitzender
Proteste gegen AfD-Parteitag in Erfurt: Rund 50.000 Gegendemonstranten werden erwartet, das Bündnis "Widersetzen" wollte das Treffen durch Blockaden verhindern. Die Polizei ist im Großeinsatz.
04.07.2026 | 25:52 minWeidel erklärt AfD zur "neuen Volkspartei"
Alice Weidel richtete indes eine Kampfansage an politische Gegner und Gegendemonstranten: "Ihr werdet uns nicht kleinkriegen! Ganz im Gegenteil, wir werden immer stärker und größer!", rief sie unter großem Jubel in den Saal. Sie rief ihre Partei dazu auf, das Land in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen. Viele Delegierte schwenkten Deutschland-Fahnen. "Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland", so Weidel.
Die Co-Vorsitzende sagte, aktuell habe die AfD 75.000 Mitglieder, ein deutlicher Anstieg. Ende 2024 waren es noch gut 50.000. Weidel betonte, sie sei überzeugt, dass man schnell die 100.000 knacken werde. Die politischen Gegner hätten der AfD den Tod vorausgesagt. Das Gegenteil sei der Fall. Man sei auf Wachstumskurs und bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Interview mit Bernd Baumann (AfD) beim AfD-Parteitag
04.07.2026 | 6:41 minAfD will Regierungsverantwortung
Chrupalla mahnte, dass der neu gewählte Bundesvorstand an die Arbeit des bisherigen Vorstands anknüpfen müsse. "Eine Revolution braucht unser Erfolgsrezept und unser Erfolgsprojekt nicht", sagte er. Neu gewählte Vorstandsmitglieder müssten sich "eingliedern in unsere Erfolgsarbeit". Der scheidende Vorstand sei "der bislang erfolgreichste in unserer Parteigeschichte".
Chrupalla betonte, dass die AfD zur Übernahme von Regierungsverantwortung bereit sei. "Vielleicht können wir bald schon allein regieren", sagte er mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. An die Adresse der Spitzenkandidaten für Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern fügte er hinzu: "Ihr seid unsere Hoffnung dieses Jahr." Großen Applaus im Saal gab es vor allem für Ulrich Siegmund, den Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt.
Der Auftakt des Parteitags war von massiven Gegenprotesten begleitet. Chrupalla warf den Demonstrierenden vor, "gegen die demokratische Willensbildung" zu protestieren. "Sie glauben im Alleinbesitz der Demokratie zu sein. Diesen Demonstranten sage ich: Diese Demokratie ist genauso unsere Demokratie wie eure." Parteitage abzuhalten sei ein "verbrieftes Recht", sagte Chrupalla weiter.
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