Vorwurf der NS-Rhetorik:AfD schließt Eichwald aus Partei aus
Im November sorgte Alexander Eichwald mit einer Rede im Hitler-Stil bei der Gründungsveranstaltung der AfD-Jugendorganisation für Aufsehen. Nun muss er die Partei verlassen.
Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat das umstrittene Mitglied Alexander Eichwald aus der Partei ausgeschlossen. Eichwald war mit einer Rede im Adolf-Hitler-Stil aufgefallen.
26.04.2026 | 0:42 minDas Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat das umstrittene Mitglied Alexander Eichwald aus der Partei ausgeschlossen. Dies sagte ein Parteisprecher.
Eichwald hatte Ende November mit einer Rede im Stil von Adolf Hitler für Aufsehen gesorgt, mit der er sich bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) in Gießen für einen Vorstandsposten beworben hatte.
Dieser Auftritt beim Gründungskongress der AfD-Jugend hat für Irritationen gesorgt: Alexander Eichwald hatte sich für einen Posten im Vorstand beworben - und erntet Kritik.
30.11.2025 | 1:14 minAfD-Verband wirft Eichwald parteischädigendes Verhalten vor
Mit der Entscheidung bleibt auch der bereits vom Landesvorstand beschlossene Entzug der Mitgliedsrechte bestehen. Eichwald stehe der Rechtsweg zum AfD-Bundesschiedsgericht offen, so der Sprecher weiter. Eichwald selbst sei bei der Verhandlung nicht anwesend gewesen.
Beantragt hatte den Parteiausschluss Eichwalds der zuständige AfD-Kreisverband Herford in Ostwestfalen. Als Begründung hatte der Kreisverband schweres parteischädigendes Verhalten genannt. Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla hatte sich bereits nach der Rede überzeugt gezeigt, dass Eichwald kein Mitglied der Partei bleiben werde.
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30.11.2025 | 2:38 minAfD-Mitglieder vermuteten Satire-Auftritt
Der aus dem ostwestfälischen Herford stammende Eichwald sorgte mit seiner Bewerbungsrede bei den Mitgliedern für Gelächter, aber auch für Missfallen und Buh-Rufe. Grund waren unter anderem sein finsteres Mienenspiel während der Rede und sein auffälliges rollendes "R", das er auf seine Herkunft als Russlanddeutscher zurückführte.
Einige Mitglieder vermuteten während der Rede einen Satire-Auftritt. Auf eine entsprechende Frage eines Mitglieds sagte Eichwald aber, dass seine Kandidatur ernst gemeint sei. In Eichwalds Bewerbungsrede ging es unter anderem um Migrationspolitik sowie die deutsche Kultur und "unsere wertvolle Heimat".
Der Herforder AfD-Kreisverband sprach damals von "NS-Rhetorik und NS-Wortschatz". Für dieses Verhalten gebe es "keine Toleranz".
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