Kritik nach verheerenden Erdbeben:Venezuelas Präsidentin: "Es wird keine Unruhen geben"
Mehr als 3.300 Menschen sind nach Regierungsangaben bei den Erdbeben in Venezuela verstorben - Tausende weitere sind verletzt und obdachlos. Nun wächst die Kritik an der Regierung.
Nach dem schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Regierung auf 3.342 angestiegen. Laut Behörden verloren mehr als 17.000 Menschen bei dem Beben ihr Zuhause.
06.07.2026 | 0:26 minNach den beiden Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer nach Regierungsangaben auf 3.342 gestiegen. Zudem gebe es 16.470 Verletzte und 17.345 Obdachlose, teilte das Informationsministerium am Sonntag mit. Anderthalb Wochen nach den schweren Erdbeben dauere die Suche nach Überlebenden an.
Zur Zahl der noch Vermissten machte die Regierung keine Angaben. Die Behörden des südamerikanischen Landes haben es bisher vermieden, sich dazu zu äußern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten aber bei bis zu 50.000 liegen.
In der Bevölkerung wächst derweil die Frustration über eine als verzögert und unzureichend empfundene Reaktion auf die Katastrophe. Überlebende und Hilfsorganisationen werfen den Behörden Schwerfälligkeit und Ineffizienz vor. Unter anderem fehle schweres Gerät zur Trümmerbeseitigung, weshalb die Rettungsarbeiten maßgeblich von Zivilisten und ausländischen Helfern getragen würden.
Anderthalb Wochen nach dem schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf 2.954 gestiegen. 16.592 Menschen wurden verletzt. Die Suche nach Überlebenden dauert weiter an.
05.07.2026 | 0:26 minVenezuelas Präsidentin Rodriguez verteidigt sich
Interimspräsidentin Delcy Rodriguez verteidigte in einer Rede zum 215. Unabhängigkeitstag des Landes das Vorgehen der Regierung - und versicherte, dass es infolge der Beben nicht zu Unruhen kommen werde.
Es wird keine Unruhen geben, was wir hier haben, ist tiefe gesellschaftliche Solidarität.
Delcy Rodríguez, Interimspräsidentin
Sie habe umgehend Sicherheitskräfte entsandt, erklärte die Politikerin, die im Januar nach dem durch die USA forcierten Sturz ihres Vorgängers Nicolas Maduro die Macht übernommen hatte. Zudem kündigte sie die Schaffung einer neuen Militäreinheit für den Umgang mit Notfällen und Katastrophen an.
Die beiden Beben der Stärken 7,2 und 7,5 hatten das südamerikanische Land am 24. Juni erschüttert. Am schwersten betroffen ist der nördliche Bundesstaat La Guaira. Die US-Erdbebenwarte USGS schätzt, dass bei der Naturkatastrophe bis zu 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.
Die Überlebenschancen schwinden, der Leichengeruch in den Straßen nimmt zu. ZDF-Reporter Christian Semm begleitet Helfer in Venezuela bei der Suche nach Überlebenden der Erdbeben.
03.07.2026 | 1:37 minVenezuela: Überlebender spricht
Seine Rettung war dabei ein Lichtblick inmitten der Katastrophe: Acht Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben wurde Hernán Gil am Donnerstag lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes gerettet. "Ich wurde wiedergeboren", sagte der 43-Jährige am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. In einem Krankenhaus erholt sich Gil derzeit von seinen Verletzungen.
Der Wachmann war bei den Erdbeben im besonders schwer betroffenen Ort Catia La Mar unter den Trümmern eines eingestürzten mehrstöckigen Gebäudes begraben worden. "Das zweite Beben war unglaublich stark", sagte der 43-Jährige. Als das Gebäude zusammenbrach, fielen Steine auf seinen Kopf.
Ich verlor für einen Moment das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war alles dunkel, von da an war alles ungewiss.
Hernán Gil
Gil verlor das Zeitgefühl, doch am dritten Tag hörte er Schritte, "allerdings sehr weit entfernt", wie er berichtete. Er begann um Hilfe zu rufen und schließlich hörte er eine Antwort. In diesem Moment habe er gedacht: "Da ist ein Funken Hoffnung." Dann begann eine dramatische Rettungsaktion, an der Einsatzkräfte aus sieben Ländern beteiligt waren. Zwei Retter aus Chile und den USA erreichten ihn nach einem mehr als dreitägigen Einsatz.
Wo Autos scheitern, liefern freiwillige Biker Hilfsgüter in schwer erreichbare Erdbeben-Gebiete Venezuelas. Sie umgehen zerstörte Straßen und Staus, koordiniert von Influencern und Motorradclubs.
02.07.2026 | 1:00 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Erdbeben in Venezuela
Nach Erdbebenkatastrophe:Acht Tage unter neun Metern Trümmern: Mann in Venezuela gerettet
mit Video2:07Neue Gefahren für Überlebende:Ärzte warnen vor Infektionswelle nach Erdbeben in Venezuela
mit Video1:36Nach Erdbeben in Venezuela:Lichtblick inmitten von Trümmern: Vater und Sohn gerettet
mit Video1:30Nach Erdbeben :Venezuela ruft Staatstrauer aus
Video0:22