USA versenken erneut mutmaßliches Drogenboot im Pazifik

USA-Venezuela-Konflikt:Trump bestätigt Angriff auf Hafen, neue Attacke auf Boot

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Nach dem ersten Angriff auf venezolanisches Festland haben US-Streitkräfte erneut ein mutmaßliches Drogenboot versenkt. Menschenrechtsaktivisten kritisieren das Vorgehen.

US Angriff auf ein mutmaßliches Terroristen Boot

Im Ostpazifik wurde ein Boot von mutmaßlichen Drogenschmugglern beschossen und versenkt. Seit September wurden durch die Angriffe der US-Militärs mindestens 107 Menschen getötet.

30.12.2025 | 0:27 min

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen weiteren Angriff auf ein angeblich mit Drogen beladenes Boot im östlichen Pazifik ausgeführt. Dabei seien zwei Menschen getötet worden, hieß es in einer Mitteilung des für Süd- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Südkommandos (U.S. Southern Command) in den sozialen Medien.

Damit stieg die Zahl der bekannten US-Angriffe auf Boote seit Anfang September auf 30. Nach Angaben der Regierung von Präsident Donald Trump gab es dabei insgesamt mindestens 107 Tote.

Trump: USA haben Anlegestelle zerstört

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US-Präsident Trump hat einen Angriff auf das Festland von Venezuela bestätigt. Das Ziel sei ein mutmaßlicher Drogenumschlagplatz gewesen.

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Zuvor hatte Trump den ersten US-amerikanischen Angriff auf ein Ziel am venezolanischen Festland bestätigt. Der US-Angriff habe auf eine Hafenanlage an einer Küste stattgefunden, an der Boote mit Drogen beladen worden seien. "Es gab eine große Explosion im Hafenbereich, wo sie die Boote mit Drogen beladen", sagte er bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Florida.

Zum genauen Ort des Angriffs wollte er sich nicht äußern. Unklar blieb auch, ob es sich um einen Einsatz der Armee oder des US-Auslandsgeheimdienstes CIA handelte. Reporter hatten ihn bei seinem Presseauftritt mit Netanjahu zuvor nach einer "Explosion in Venezuela" gefragt. Den Angriff hatte Trump erstmals am Freitag in einem Radiointerview erwähnt.

Der UN-Sicherheitsrat

In einer Dringlichkeitssitzung will der UN-Sicherheitsrat über die Lage zwischen Venezuela und den USA beraten. Die Amerikaner greifen jüngst vermehrt mutmaßliche Drogenboote an.

23.12.2025 | 1:38 min

USA verstärken militärische Präsenz

Zum jüngsten Bootsangriff teilte das US-Militär mit, dass das Boot in "Drogenschmuggelaktivitäten" verwickelt gewesen sei. Beweise dafür fehlen bislang. In einem in sozialen Medien verbreiteten Video von der Attacke ist zu sehen, wie sich ein Boot durch das Wasser bewegt, ehe es von zwei Explosionen getroffen wird.

Die Grafik zeigt eine Karte von Venezuela und amerikanisches Militär vor der Küste

Trump will nach eigenen Angaben mit den Angriffen den Zustrom von Drogen in die USA eindämmen. Er sieht die Vereinigten Staaten in einem "bewaffneten Konflikt" mit Drogenkartellen. Zudem hat die Trump-Regierung ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt, um Druck auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auszuüben. Maduro kritisiert das US-Vorgehen als Versuch, ihn von der Macht zu verdrängen.

Ein Schiff nahe einer venezolanischen Küste.

Die USA haben erneut ein mutmaßliches Drogenboot angegriffen. Seit dem ersten Angriff im September sind dabei laut US-Regierung 107 Menschen getötet worden.

30.12.2025 | 0:26 min

Kritik von Menschenrechtsaktivisten

Die Einsätze stehen in der Kritik von US-Abgeordneten und Menschenrechtsaktivisten. Sie werfen der Trump-Regierung vor, kaum Beweise dafür vorzulegen, dass es sich bei den Zielen tatsächlich um Drogenschmuggler handele.

Die Kritik wurde lauter, als bekannt wurde, dass eine US-Attacke Anfang September einen Folgeangriff umfasste, bei dem zwei Überlebende getötet wurden, die sich nach dem ersten Treffer an Wrackteilen eines Bootes festgeklammert hatten.

Quelle: AP, dpa
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 30.12.2025 ab 5:30 Uhr.

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