Briefwahl: Niederlage für Trump vor Supreme Court

Niederlage für Trump:Supreme Court stoppt umstrittene Briefwahl-Beschränkungen

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Im Streit um die Einschränkung der Briefwahl hat US-Präsident Trump vor dem Supreme Court eine Niederlage erlitten. Damit bleibt die Regelung vor den Kongresswahlen ausgesetzt.

Das Gebäude des Obersten Gerichtshofs der USA.

Im Streit um neue Beschränkungen der Briefwahl hat der Oberste Gerichtshof der USA einen vorläufigen Schlussstrich gezogen.

Quelle: AFP

Weniger als zwei Monate vor den Kongresswahlen hat US-Präsident Donald Trump im Rechtsstreit um verschärfte Regeln bei der Briefwahl vor dem Obersten Gerichtshof eine Niederlage kassiert. Mit deutlicher Mehrheit lehnte der Oberste Gerichtshof Trumps Eilantrag zu deren Einschränkung am Montag ab.

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit Schwierigkeiten bei der Umsetzung der von Trump per Dekret angeordneten Regelung. Mehrere Bundesstaaten, darunter North Carolina, haben bereits damit begonnen, die Wahlunterlagen an Wähler zu verschicken.

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Regelung vor den Zwischenwahlen ausgesetzt

Die US-Regierung wollte über den Obersten Gerichtshof der USA erwirken, dass ihre strikteren Briefwahlregeln doch noch vor den Zwischenwahlen Anfang November eingeführt werden. Dass dieser die Anordnung einer unteren Instanz nun in Kraft lässt, bedeutet in der Praxis, dass die Bundesstaaten ihre Briefwahlunterlagen weiter nach den bisher geltenden Standards verschicken dürfen.

Trump hatte Ende März verfügt, dass die US-Post Briefwahlunterlagen nur noch an Personen übermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten zuvor erstellten Wählerliste stehen. Die Post würde laut Kritikern damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einer Kontrollinstanz im Ablauf der Wahl.

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Richterin: "Wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung"

Der Vorstoß der US-Regierung führte zu einem Rechtsstreit, der sich vor mehreren Gerichten seit längerem hinzog. Eine Bundesrichterin einer niedrigeren Instanz in Boston hatte Trumps Pläne Ende August per einstweiliger Verfügung gestoppt. Der Erlass des Präsidenten sei "eine wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung, deren Einhaltung im Hinblick auf die Zwischenwahlen 2026 praktisch unmöglich ist", schrieb sie in ihrer Begründung. Es sei zudem unrealistisch, sie so kurz vor der Wahl noch umzusetzen.

Trump ließ als Reaktion auf die Blockade ein Berufungsgericht anrufen, zog dann aber bereits vor dessen Entscheidung vor das Oberste Gericht.

Der Supreme Court gab nun wie häufig bei Eilanträgen keine ausführliche Begründung für seine Entscheidung ab. Der einst von Trump für den Posten nominierte Richter Brett Kavanaugh erklärte in einer zustimmenden Stellungnahme zu dem Beschluss allerdings, dass seiner Ansicht nach die Zeit zu knapp sei, um die neuen Regeln vor den Zwischenwahlen angemessen umzusetzen.

Der Supreme Court hatte in dem Rechtsstreit im August bereits einmal eine Entscheidung getroffen. Damals hob er eine andere gerichtliche Anordnung gegen Trumps Briefwahl-Pläne auf - allerdings aus verfahrenstechnischen Gründen.

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Scharfe Kritik an dem Vorstoß

Kritiker warfen Trump vor, dass er mit seinen Plänen für striktere Briefwahlregeln die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren und so die Demokratische Partei benachteiligen wolle. Deren Wählerschaft entscheidet sich traditionell häufiger für die Briefwahl. Trump sah sich angesichts der kurzfristig vor den Midterms vorangetriebenen Pläne zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, damit vor den Wahlen Verwirrung und Chaos zu stiften.

Die US-Regierung verteidigte ihre Pläne hingegen mit dem Argument, damit angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen.

Die ZDF-Korrespondentin in Washington D.C., Katharina Schuster, steht vor dem US-Kongressgebäude. Sie trägt eine dunkle Hose und ein farbiges Oberteil mit freien Armen. An ihrem linken Handgelenk trägt sie eine dunkle Armbanduhr. Mittig auf ihrem Oberteil steckt ein dunkles Mikrofon mit einem flauschigen Windschutz. Zwischen ihr und dem Kongressgebäude ist ein Grünstreifen. Sie blickt direkt in die Kamera. Ihre hellbraunen Haare fallen über die Schultern.

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Trump sät immer wieder Misstrauen an Wahlen

Am 3. November stimmen die US-Bürger unter anderem über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat im Kongress ab. Aktuell halten die Republikaner in beiden Kammern eine knappe Mehrheit und wollen diese verteidigen. Sollte Trumps Partei verlieren, hätte der US-Präsident deutlich schlechtere Karten, seine Politik in seiner verbliebenen Amtszeit durchzusetzen.

Trump sät immer wieder Misstrauen an fairen Wahlen in den USA. So behauptet er seit Jahren fälschlicherweise, um seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2020 betrogen worden zu sein - obwohl das vielfach widerlegt ist.

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Zuspruch für die Entscheidung

Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom hatte Trump "Angriffe auf die Demokratie" vorgeworfen und begrüßte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Sein Bundesstaat war einer von vielen im Land, die wegen des Trump-Vorstoßes vor Gericht gezogen waren. Newsom schrieb auf X: "Das amerikanische Volk hat endlich Gewissheit, was den Wahlprozess unseres Landes angeht."

X-Post von Gavin Newsom

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Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morganmagazin von ARD und ZDF am 15.09.2026 ab 6:00 Uhr.

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