US-Behörde ICE plant Kauf von Elektroschock-Handschuhen

US-Einwanderungsbehörde:ICE will Elektroschock-Handschuhe kaufen

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ICE-Beamte könnten künftig mit Handschuhen ausgestattet werden, die schmerzhafte Stromstöße abgeben. Diese sollen dazu dienen, widerspenstige Personen zur Kooperation zu bewegen.

Demonstranten halten Plakate hoch.

In den USA ist innerhalb von nur einer Woche ein zweiter lateinamerikanischer Migrant von ICE-Beamten erschossen worden. Er wurde offenbar verwechselt.

14.07.2026 | 2:27 min

Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE plant die Anschaffung von Elektroschock-Handschuhen. Diese sollten als "Deeskalation-Geräte" eingesetzt werden, hieß es in einer entsprechenden Bekanntmachung des Heimatschutzministeriums. Für den Kauf seien 10 bis 20 Millionen US-Dollar (etwa 8,7 bis 17,3 Mio. Euro) eingeplant, bis Ende März 2027 solle die Anschaffung abgeschlossen sein.

Mit der Neuanschaffung solle sichergestellt werden, dass die Einsatzkräfte "über die notwendigen Mittel und Ausrüstungen verfügen, um kriminelle, illegal eingereiste Ausländer sicher festzunehmen und aus unserem Land abzuschieben", zitierten Medien einen Sprecher des Heimatschutzministeriums. Die Vorgehensweise von ICE-Mitarbeitern hat in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt.

Freunde und Verwandte halten eine Mahnwache für Sebastian Duran Guerrero ab

Nach einem weiteren tödlichen Einsatz im Bundesstaat Maine hat die US-Einwanderungsbehörde ICE ihre Vorschriften verschärft. Autokontrollen sollen nur noch in Ausnahmefällen stattfinden.

15.07.2026 | 0:23 min

ICE: Elektroschocks auf Tastendruck

Die Bekanntmachung ließ zunächst offen, unter welchen konkreten Bedingungen sie eingesetzt werden sollen. Die Handschuhe mit dem Akronym G.L.O.V.E. ("Generated Low Output Voltage Emitter") werden nach Herstellerangaben über einen Tastendruck aktiviert und geben beim Anfassen von Personen Elektroschocks ab. Der Schmerzreiz soll laut Hersteller innerhalb weniger Sekunden dazu beitragen, Widerstand zu brechen.

Der Hersteller warnt davor, die Geräte als Strafe einzusetzen oder gegen Menschen zu verwenden, die lediglich verbal Widerstand leisten. Auch bei Kindern, Schwangeren sowie älteren oder behinderten Menschen sollen sie nicht eingesetzt werden.

In den vergangenen Jahren wurden sie bereits von einigen Gefängnissen und Polizeibehörden eingesetzt. Für die Nutzung müssen Beamte nach Angaben des Herstellers einen Kurs absolvieren und sich alle zwei Jahre erneut zertifizieren lassen.

das kapitol (r) ist neben dem friedensdenkmal (l) zu sehen.

Der US-Kongress hat weitere 70 Milliarden Dollar für die Einwanderungsbehörde ICE freigegeben. US-Präsident Trump kann so seine Vorhaben bei der Immigrationspolitik fortsetzen.

10.06.2026 | 0:26 min

Scharfe Kritik an dem Vorhaben

Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul kritisierte die Pläne. Hochul gab zu bedenken:

Auf den ersten Blick erscheint es als Verletzung der Bürgerrechte, einer Person einen derartigen körperlichen Schaden zuzufügen - unabhängig davon, worin das Vergehen bestehen mag.

Kathy Hochul, Gouverneurin von New York

Auch Jenn Rolnick Borchetta von der American Civil Liberties Union (ACLU) äußerte Zweifel am angemessenen Einsatz der Geräte durch ICE-Beamte. Sie warnte, Betroffene könnten ohne Vorwarnung Stromstöße erhalten.

ICE hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Behörde zu schnell Gewalt einsetzt. Nun kann sie per Knopfdruck elektrische Stromstöße abgeben, ohne dass andere den Einsatz möglicherweise bemerken.

Jenn Rolnick Borchetta, American Civil Liberties Union

Die Handschuhe könnten bei solchen Einsätzen leicht zu schweren Schmerzen führen.

Dieses Foto von Carol Guzy, dass eine ICE-Verhaftung zeigt, ist Weltpressefoto des Jahres.

Verzweifelte Kinder, die sich am T-Shirt des Vaters festklammern: Das diesjährige Weltpressefoto von Carol Guzy zeigt die kompromisslose Migrationspolitik der USA.

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Behörde sorgt immer wieder für Aufsehen

Bereits Mitte Juli hatte ICE für Aufsehen gesorgt, als ein Plan zur Anschaffung von Bodycams bekanntgegeben wurde. Auch hierfür wurde ein Budget von 10 bis 20 Millionen US-Dollar eingeplant.

Zwar sollen die Kameras, die am Körper der Einsatzkräfte befestigt werden, ihre Vorgehensweisen bei Einsätzen dokumentieren. Kritiker stellten allerdings infrage, ob das Heimatschutzministerium in für Bundesbeamte brisanten Fällen tatsächlich das Videomaterial veröffentlichen würde.

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Quelle: dpa, AP
Über die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Zweiter Toter bei ICE-Einsatz binnen einer Woche" am 14.07.2026 um 14:55.
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