Keine belastbaren Ergebnisse bekannt:So lief Trumps China-Besuch bei Xi
Freundliche Bilder, große Worte, doch belastbare Ergebnisse blieb der Gipfel von Peking bisher schuldig. Beide Länder betonten dabei ganz unterschiedliche Botschaften.
Xi empfängt Trump mit viel Symbolik. Hinter den Kulissen steht jedoch Taiwan im Mittelpunkt. Peking warnt vor neuen Spannungen, während konkrete Zugeständnisse unklar bleiben.
15.05.2026 | 2:31 minEs ist ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern, doch was inhaltlich beim Treffen zwischen den USA und China herumgekommen ist, ist "so unklar wie das dunstige Wetter hier in Peking", berichtet unser Washington-Korrespondent Elmar Theveßen, der die Reise des US-Präsidenten nach China begleitet.
Heute trafen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping erneut im berühmten Zhongnanhai-Komplex. Für Streit sorgten unter anderem der Iran-Krieg und dessen Folgen sowie der Konflikt um Taiwan.
Ein Gipfel, unterschiedliche Gewichtung
Am ersten Tag von Trumps Besuch am Donnerstag klang es zeitweise so, als nähmen Xi und er an unterschiedlichen Treffen teil. Besonders deutlich wurde der Unterschied beim Thema Iran und der Straße von Hormus.
Nach US-Angaben waren sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Straße und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Außerdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, hieß es. In der chinesischen Darstellung spielte dieses Thema zunächst keine Rolle.
Umgekehrt war es beim Streit um die seit Jahrzehnten demokratisch regierte Insel Taiwan, die China für sich beansprucht und die von den USA unterstützt wird. Peking rückte das Thema sehr früh und deutlich in den Vordergrund. Xi warnte nach chinesischer Darstellung, die Taiwan-Frage müsse mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die US-Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Darstellung dagegen gar nicht.
Donald Trump spricht von Deals. „Aber für nichts davon gibt es eine offizielle Bestätigung von chinesischer Seite“, berichtet ZDF-USA-Korrespondent Elmar Theveßen zum Besuch Trumps bei Xi Jinping aus Peking.
15.05.2026 | 2:54 minTrump spricht von "fantastischen Handelsdeals"
Trump erklärte beim abschließenden Treffen mit Xi, man habe "fantastische Handelsdeals" abgeschlossen und gemeinsam Probleme gelöst, die niemand anders hätte lösen können. Konkret nannte die US-Seite unter anderem einen Deal über mehr als 200 Flugzeuge, Einigungen bei Agrarlieferungen sowie Unterstützung in der Iran-Frage.
Bisher gebe es dafür aber "keine offizielle Bestätigung von chinesischer Seite", sagte ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen dazu im ZDF-Morgenmagazin. Xi seinerseits betonte erneut das Konzept der "konstruktiven strategischen Stabilität" - dem hätten sich nun auch die Vereinigten Staaten angeschlossen. Auch das sei, so Theveßen, "nichts Konkretes".
Trump und Xi Jinping präsentieren sich in Peking demonstrativ harmonisch. Doch es bleiben Differenzen – vor allem beim Thema Taiwan. Chinas Präsident soll Trump gedroht haben.
14.05.2026 | 2:39 minLange Liste bestehender Probleme
Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden - die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist lang.
Bei den öffentlichen Auftritten in Peking war davon bislang jedoch wenig zu spüren. Stattdessen überwogen Lob und Respekt. "Wir sollten Partner statt Rivalen sein", sagte Xi zu Trump beim Auftaktgespräch. "Wir hatten eine fantastische Beziehung", entgegnete Trump - und schob hinterher: "Sie sind eine große Führungspersönlichkeit."
Wie dünn das Eis unter der freundlichen Oberfläche ist, zeigt das Thema Iran besonders deutlich. Trump hatte in einem Interview mit Fox erklärt, China werde keine Waffen an den Iran liefern. Theveßen verwies im ZDF-Morgenmagazin jedoch auf einen Bericht der "New York Times", wonach chinesische Firmen offenbar versuchten, Waffen auf Umwegen an den Iran zu liefern. Zudem beziehe sich die "Washington Post" auf eine geheime Pentagon-Analyse, wonach China geostrategisch von der Irankrise profitiere - unter anderem durch Waffenlieferungen an Partner der USA in der Golfregion und Energielieferungen an zahlreiche andere Staaten.
China profitiert und es scheint so, als habe es auch gar kein großes Interesse, jetzt ganz schnell diesen Iran-Konflikt zu beenden.
Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington
Macht Xi einen Gegenbesuch?
Nach dem Staatsbesuch könnten dieses Jahr noch weitere Treffen folgen. Beim Staatsbankett lud Trump Xi für den 24. September nach Washington ein. Ob der Chinese die Einladung annimmt, war unklar. Sollte Trump im November zum Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) ins südchinesische Shenzhen kommen oder Xi einen Monat später zum G20-Gipfel nach Miami im US-Bundesstaat Florida, wären weitere Begegnungen möglich.
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