Taiwan: Oppositionsführerin Cheng besucht China

Reise auf Einladung Pekings:Seltener Besuch aus Taiwan: Oppositionsführerin in China

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Zehn Jahre ist es her, dass eine Vorsitzende von Taiwans wichtigster Oppositionspartei China besucht hat. Die Reise von Cheng Li-wun wird in Taipeh nun kritisch verfolgt.

Taiwanesische Oppositionsführerin Li-wun steigt aus dem weißen Flugzeug aus und winkt

Cheng Li-wun hat eine klare Mission: Man müsse alles dafür tun, nicht in einen Krieg mit China gezogen zu werden. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht, die Insel zu besetzen.

07.04.2026 | 0:48 min

Inmitten der Spannungen zwischen Peking und Taipeh ist die Parteichefin der wichtigsten taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT), Cheng Li-wun, zu einem Besuch in China eingetroffen. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, landete Cheng mit einer Delegation am Flughafen Hongqiao in Shanghai und begann ihre Reise durch die Volksrepublik.

Chinas Kommunistische Partei und ihr Vorsitzender Xi Jinping hatten Cheng eingeladen, vom 7. bis 12. April nach China zu reisen. Es ist der erste Besuch einer KMT-Chefin in China seit zehn Jahren. Zuletzt war 2016 Hung Hsiu-chu als Vorsitzende der chinafreundlichen Partei in die Volksrepublik gereist.

Ein chinesisches Kampfflugzeug auf einem Flugplatz

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Taipeh warnt Oppositionsführerin vor Abreise

Kurz vor ihrer Abreise sagte Cheng, sie wolle mit ihrem Besuch guten Willen zeigen. Sie hoffe, der internationalen Gemeinschaft zu verdeutlichen, dass beide Seiten der Taiwanstraße ihre Differenzen weiterhin durch friedlichen Dialog und Kommunikation lösen und einen Krieg vermeiden könnten.

Guter Wille muss Schritt für Schritt von beiden Seiten aufgebaut und das gegenseitige Vertrauen muss gestärkt werden.

Cheng Li-wun, Chefin der Oppositionspartei Kuomintang

Die Regierung in Taipeh warnte Cheng vor der Abreise deutlich vor Alleingängen. Der taiwanische Festlandrat-Minister Chiu Chui-cheng sagte, Parteikontakte könnten offizielle Kanäle nicht ersetzen. Ohne Zustimmung dürften keine politischen Vereinbarungen getroffen und keine Regierungsangelegenheiten verhandelt werden.

Mikko Huotari, der Leiter des MERCATOR Instituts, im Hauptstadtstudio vor einer Grafik des Brandenburger Tors

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Das für die China-Politik zuständige Gremium Taiwans warnte im Vorfeld außerdem, Peking werde versuchen, "Taiwans Rüstungskäufe aus den USA und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern zu unterbinden".

Cheng pocht auf Treffen mit Xi

Cheng hatte im November den Parteivorsitz übernommen und darauf bestanden, Chinas Staatschef Xi zu treffen, bevor sie die USA besucht. Das trug ihr den Vorwurf ein, zu pro-chinesisch zu sein.

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China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und drohte, die Insel auch mit dem Militär an sich zu binden. Peking sieht die seit 2016 regierende Demokratische Fortschrittspartei und ihren aktuellen Präsidenten Lai Ching-te als Separatisten, weil diese für eine Unabhängigkeit des demokratischen Landes steht, die Lai formal aber nicht anstreben will. Für seine Verteidigung ist Taiwan auf Waffen und Hilfe der USA angewiesen.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 07.06.2026 um 17:18 Uhr.

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