Brandanschlag in Bulgarien:Starlink-Anschlag: Haftbefehl gegen zwei Deutsche
Zwei Deutschen wird ein Brandanschlag auf Starlink-Antennen nahe der bulgarischen Hauptstadt vorgeworfen. Jetzt wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen.
Zwei 19-jährige Deutsche sollen acht Starlink-Antennen südlich von Sofia in Bulgarien angezündet haben. Gegen sie wurde nun ein europäischer Haftbefehl erlassen.
19.10.2026 | 0:20 minNach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Anlage des US-Kommunikationssystems Starlink in Bulgarien ist gegen zwei Deutsche ein europäischer Haftbefehl erlassen worden. Ein Gericht in Sofia gab am Montag einem Antrag statt. Die beiden 19-Jährigen sollen am späten Abend des 9. Oktober in einer Bergregion südlich der Hauptstadt acht Starlink-Antennen in Brand gesteckt haben.
Im Falle einer Verurteilung drohen den beiden Deutschen wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung Freiheitsstrafen zwischen drei und zwölf Jahren.
Offenbar als Touristen mit VW über Serbien eingereist
Den Ermittlungen zufolge reisten die beiden Männer am 9. Oktober in einem Volkswagen mit deutschem Kennzeichen als Touristen von Serbien nach Bulgarien ein. Noch am selben Abend verließen sie das Land demnach auf demselben Weg wieder. Laut den bei der Gerichtsanhörung vorgelegten Unterlagen wurden durch das Feuer auf dem Starlink-Gelände drei der insgesamt 18 Antennen vollständig zerstört und fünf weitere teils schwer beschädigt.
Nach dem Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen sprach die Regierung von einem Akt des hybriden Kriegs. Wem es schadet, wenn Starlink ausfällt, analysierte ZDFheute live.
13.10.2026 | 12:29 minDie beiden Männer wurden am 14. Oktober in Abwesenheit angeklagt, zwei Tage später wurde ein nationaler Haftbefehl gegen sie erlassen - nun folgte ein internationaler Haftbefehl.
Bulgarischer Geheimdienst warnt vor weiterer Sabotage
Die Pflichtverteidiger der Beschuldigten argumentierten, dass die Videoaufnahmen keine eindeutige Identifizierung der Täter zuließen, die laut Angaben der Staatsanwaltschaft maskiert waren und Handschuhe trugen. Das Gericht war jedoch der Auffassung, dass die vorliegenden Zeugenaussagen und Sachbeweise für das aktuelle Ermittlungsstadium ausreichten, um eine Strafverfolgung zu rechtfertigen.
Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht bei dem Brand in der Starlink-Anlage bei Sofia von Sabotage aus. "Derartige Sabotage-Akte sind auch in Zukunft nicht ausgeschlossen", warnte er in einer Fragestunde des Parlaments.
Brandanschläge gegen Starlink in Europa häufen sich
In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Brandanschläge auf die europäische Starlink-Infrastruktur. Am Wochenende registrierten die litauischen Behörden eine versuchte Attacke auf einen Ausrüstungsdienstleister des US-Kommunikationssystems. Die Regierung machte Russland dafür verantwortlich.
Bereits im September war eine Starlink-Einrichtung in Polen durch einen laut Warschau "gezielten Sabotageakt" in Brand gesetzt worden. In der vergangenen Woche wurden in Nürtingen bei Stuttgart zwei mutmaßliche Saboteure festgenommen, die den Anschlag verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau vermutet russische Geheimdienste hinter der Tat.
War Russland Drahtzieher beim Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystem Starlink in Polen? Inzwischen sind mehrere Verdächtige festgenommen worden – in Deutschland.
13.10.2026 | 2:39 minStarlink ist das Satellitennetz von Elon Musks Unternehmen SpaceX und spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front. Nach Angaben aus Kiew ist das Satellitennetz auch für die Steuerung von Drohnen und für die Drohnenabwehr wichtig.
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