Deutscher Handelskonzern:Putin stellt Metro-Geschäft unter Zwangsverwaltung
Russland stellt das Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter staatliche Zwangsverwaltung. Metro verliert damit die operative Kontrolle über seine russischen Aktivitäten.
Russland stellt das Geschäft von Metro per Dekret unter die eigene Verwaltung. Der russische Markt machte in den ersten neun Monaten 2026 fast neun Prozent des Konzernumsatzes aus.
28.09.2026 | 0:30 minDer russische Präsident Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers Metro unter Zwangsverwaltung nehmen lassen. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml in Moskau. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro AG um ein Unternehmen des Vorstandschefs von Metro Russia, Johannes Tholey.
Die Metro AG erklärte, dass man keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach ebenfalls von einer "vorübergehenden Zwangsverwaltung".
"Es war erwartbar, dass Russland so reagiert", sagt Sicherheitsexpertin Claudia Major, Senior Vice President beim German Marshall Fund, über das Gespräch zwischen den beiden Außenministern.
28.09.2026 | 4:40 minPutin will Unterstützer der Ukraine bestrafen
In diesem Monat hatte Putin unter anderem bereits den Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung gestellt. Der Kreml hatte zu den früheren Entscheidungen erklärt, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien.
Die Militärhilfe aus diesen Ländern werde aktiv von Kiew für Schläge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt.
Metro mit 91 Geschäften in Russland vertreten
Metro war nach eigenen Angaben 2001 in den russischen Markt eingetreten. In Russland sei man mit 91 Großhandelsgeschäften vertreten. Rund 9.000 Mitarbeiter arbeiteten für Metro in Russland.
Nach dem gescheiterten Drohnen-Anschlag in Leipzig sollen zwei Verdächtige identifiziert sein. Die Bundesregierung hat bereits Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. ZDFheute live analysiert.
02.09.2026 | 19:28 minMetro AG blieb auch nach Ukraine-Krieg in Russland
Die Metro AG in Deutschland hatte nach Beginn des von Putin befohlenen Angriffskriegs entschieden, in Russland zu bleiben. "Es war und ist auch für uns ein schwieriger Abwägungsprozess", teilte das Unternehmen bereits 2023 mit.
Am Montag erklärte Metro, dass man seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen habe, um die Verbindungen zwischen Metro Russland und der Metro AG zu verringern. Weitere Auswirkungen des Dekrets auf die AG würden derzeit analysiert.
Russland hatte im Zuge der vom Westen verhängten Sanktionen, darunter unter anderem die Beschlagnahmung von Staatsvermögen in der EU, mit Gegenmaßnahmen gedroht.
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